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TV-Check

Tops und Flops: Halbzeit bei "Promi Big Brother": Warum Jochen Schropp sein Hemd ausziehen muss

Jochen Schropps Hemden gehören zu den Verlieren der ersten sieben Tage: Halbzeit bei "Promi Big Brother". Neben viel nackter Haut und menschlicher Abgründe zeigen sich die ersten Favoriten auf den Sieg. Die Tops und Flops bei "PBB".

Vom Marie von den Benken

Promi Big Brother

Chethrin Schulze und Daniel Völz flirten im "Promi Big Brother"-Container.

SAT.1

Halbzeit bei "Promi Big Brother". Das TV-Format, das mehr Namen hat als Til Schweiger Ausrufezeichen. Die Boulevard-Presse hat sich auf "TV-Knast" verständigt, die Zuschauer mögen "Container". Auf Twitter sagt man "geil, endlich wieder Trash-TV", meine Mutter nennt das Format "Hä? Was?" und Sat.1 bevorzugt "Promi-Villa". Gut, Sat.1 hat auch gedacht, man könne mit Carsten Maschmeyer das Genre der Gründer-Shows revolutionieren. Das haben dann weniger Leute eingeschaltet, als es Klagen gegen den AWD gibt. Schlechte Quoten sind bei "Promi Big Brother" dagegen passé. Seit einer Woche hängen, nun ja, "Stars" wie Cora Schumacher (die Ex-Frau von Michael Schumachers Bruder) oder Silvia Wollny in der Y-Promi-Kaserne ab. Wollny hat (wenn ich richtig mitgezählt habe) etwa 11 Kinder und 10 Enkel. Wenn bei den Wollnys also eine Familienfeier ansteht, müssen die eine Demo anmelden. Smarter Move von EndemolShine, der Produktionsfirma. Alleine Silvia Wollnys Verwandtschaft garantiert ja schon eine Quote von mindestens acht Prozent.

Hieß es letztes Jahr noch "Big Brother is watching you, aber nobody is watching Big Brother", schwankt die Quote dieses Jahr zur Halbzeit bislang stets zwischen 14,5 und gigantischen 20 plus x Prozent. Da kann man mal sehen, was alles möglich ist, wenn man echte Autoren an so ein Format lässt. Sie erinnern sich vielleicht? 2017 war ich im Autoren-Team von PBB und ... ach egal.

Die Geheimwaffe von "Promi Big Brother"

Die Renaissance des einstigen Quoten-Giganten hat aber noch andere Gründe. Einer davon ist Show-Producer Florian Hodel. Der Schweizer Quiz-Show-Experte ist diese Saison bereits zum zweiten Mal für einige Wochen nach Köln-Ossendorf gelockt worden, um "PBB" zu retten. Hodel trägt gerne Kappen mit seinen Initialen "FH", weswegen junge Mädchen oft annehmen, er würde an der Fachhochschule studieren. Dabei hat Hodel diesen intellektuellen Fake-Support beim weiblichen Geschlecht gar nicht nötig. Sein schwarzes 3er BMW Cabrio macht ihn ohnehin zum König der Kölner Ringe. Ihm fliegen die (Promi-)Herzen zu. Das kann selbst sein absurder Schweizer Dialekt nicht verhindern, der ihn beispielsweise "TV-Serie" wie "TV-Sehriiiiiih" aussprechen lässt. Wenn er nicht in Köln "PBB" lenkt, sitzt er übrigens auf seiner geschätzt 600 Quadratmeter großen Dachterrasse in der Schweiz und blickt auf den Zürichsee. Also, bei ihm heißt es "Zürisee", aber er trägt ja auch die Brille von Heino auf.

Wenn du mal lachen möchtest, Katja kennt Krasavice

Noch wichtiger für "PBB" ist eigentlich nur noch Rainer Laux. Wenn der Produzent, der in der Branche "Mr. Big Brother" genannt wird und mich gerne "mein Delfin" nennt, in 40 Jahren (nach der 46. Staffel "Promi Big Brother") in Rente geht, wird er mehr Y-Promis zu D-Promis gemacht haben, als Katja Krasavice Männer im Bett hatte - und das will was heißen. Immerhin braucht sie mehrfach am Tag Sex und lässt deswegen auch schon mal "aus Mitleid einen Jungen ran, für den ich mich eigentlich nicht interessiere". Und die haben dann meistens auch noch "kleine Penisse". Das jedenfalls verriet sie Mitkandidatin Chethrin Schulze im intimen Baustellen-Stuhlkreis. Damit ist Katja so was wie der Antichrist der Netzfeministinnen. Meine Autokorrektur macht aus "Chethrin" übrigens immer "getrohnt". Das möchte ich aber nicht als Omen für den "PBB"-Sieg missverstanden wissen.

Um das Trio Infernale komplett zu machen, schlage ich vor, in der zweiten Woche Yeliz Koc für einen Cameo-Auftritt ins Haus zu schicken, nur um Daniel Völz kommentarlos eine zu knallen und dann sofort wieder zu gehen. Vorausgesetzt, sie erkennt den Ex-Bachelor überhaupt wieder. Der hat es nämlich seit der Vergabe seiner letzten Rose offensichtlich mit dem Work-Out etwas schleifen lassen. Koc ist übrigens mit PBB-Kandidat Johannes Haller liiert. Das wird aber nicht lange halten. Ich bin sicher, sie wird einst den Ex von Angelina Jolie heiraten, den Doppelnamen Koc-Pitt annehmen und Pilotin werden.

Johannes Haller hat eine eigene Straße

Ich hoffe übrigens, dass Haller gewinnt. Ich habe eine persönliche Verbindung zu ihm. Kurz fürs Protokoll: Liebe Yeliz, bevor du mir bei der nächsten Gelegenheit womöglich auch eine reinzimmerst: Da lief nie was. Ich kannte ihn vor der Staffel nicht mal. Aber meine erste eigene Wohnung war in Hamburg in der Hallerstraße. Ach, die guten alten Zeiten.

Apropos knallen: Kandidatin Sophia Wollersheim nennt sich jetzt Sophia Vegas. Das ist lustig, weil sie in Los Angeles lebt. Stellt euch mal vor, sie lebte in Köln. Dann würde sie sich vermutlich Sophia Düsseldorf nennen, Mit so einem Namen kann man ja höchstens noch im Oberbayern auf Mallorca Karriere machen. Da! Ich habe es geschafft, die Vokabeln Karriere und Sophia Vegas in einen Satz zu bringen! Vegas ist übrigens schwanger. Eine Live-Niederkunft allerdings ist während der Staffel nicht zu erwarten, das Ganze ist nämlich noch recht frisch. Der Erzeuger ist anscheinend nicht Ex-Mann Bert Wollersheim. Gut für das Kind, dessen Vater sonst bei seinem Abi etwa 120 Jahre alt wäre. Diese frohe Botschaft hatte sie ihrer Familie und ihren Freunden bislang vorenthalten. Ihre Schwangerschaft wollte sie zunächst im intimen Kreis von (hatte ich es schon erwähnt?) mehr als 20 Prozent der Zuschauer aus der werberelevanten Zielgruppe bekanntgeben.

Don't Go Breaking My Hemd

So, was gibt es sonst noch so zu berichten aus der ersten Woche? Ach ja: Star-Moderator Jochen Schropp leistet sich ein inoffizielles Fernduell mit Elton John um das exotischste Oberhemd. Und was soll ich sagen: Er liegt klar vorne. Sorry Seems To Be The Hawaii Hemd. Weniger um Hemden als um Gürtel geht es Cora Schumacher. Sie trägt ihren gelben "Off White" Gürtel stets so vorsichtig mit sich rum, als wäre es ein frisch geborenes Welpen. Dann gibt es noch einen Schweizer Hellseher: Mike Shiva. Der Name klingt zwar wie Katzenfutter, der Shiva Turm von "Promi Big Brother" sieht aber aus wie Costa Cordalis mit Sonnenbrille. Twitter vermutete schnell, es handle sich um einen verkleideten Oliver Kalkhofe. Ich glaube eher, er ist der jüngere Bruder von Florian Hodel. So viele Eidgenossen bei "PBB", ich habe schon Angst, beim Finale performt DJ BoBo ein dreißigminütiges Best Of, zu dem die verbliebenen Kandidaten wie beim "Let´s Dance" Discofox-Marathon so lange tanzen müssen, bis die Zuschauer sie rauswählen.

The Class of 2017

Mit einigen der Kandidaten, die 2017 das Format gemeinsam mit mir beinahe in die ewigen Quotenjagdgründe geschickt hätten, bin ich übrigens noch in engem Kontakt. Mit einigen stehen sogar gemeinsame Projekte an. Mit Evelyn Burdecki zum Beispiel revolutioniere ich die Fashion-Szene. Und mit Dominik Bruntner baue ich den Pool aus der "PBB"-Villa in seinem Vorgarten nach. Andere Geschichte. Aber Stichwort Dominik. Insider: Er hat damals nur bei "PBB" teilgenommen, um mich kennen zu lernen. Stimmt doch, Domi, oder? Sollte ich das falsch in Erinnerung haben, bitte kurz eine WhatsApp schreiben mit dem Text "Lösch meine Nummer, Du Stalkerin".

Promi Big Brothers in Arms

Ganz andere Gründe für seine Teilnahme hatte 2017er-Gewinner Jens Hilbert. Er wollte herausfinden "wie gut ist der Jens denn wirklich in Stress-Situationen". Das hat gut geklappt. Steffen von der Beeck blieb, obschon vom Boulevard mit der Berufsbezeichnung "Der Ex von der Elvers" diskreditiert, bis drei Tage vor dem Finale im Haus. Im Rückblick sagt er heute, dass er falsch eingeschätzt hatte, "wie ehrgeizig und manipulativ manche Teilnehmer an die Sache rangehen". Jungen Prominenten mit der Hoffnung auf den schellen Durchbruch rät er nicht uneingeschränkt zu einer Teilnahme: "Das hängt sehr von deren psychischer Verfassung und Charakterstärke ab - 'Promi Big Brother' ist ja kein Ponyhof - und das könnte für manchen schon eher nach Hinten losgehen."

Er selber dagegen würde heute durchaus nochmal an "PBB" teilnehmen, allerdings käme das "sehr auf die Gage an". Und "vor allem auf die anderen Teilnehmer – mit lauter Sarah Knappiks würde ich mir das ersparen". Der Ex von der Elvers hat sich, auch das verrät er mir, die Folgen seiner eigenen Staffel nach seinem Auszug nie angesehen. Eventuell hätte er sonst gesehen, dass man Sarah Knappik vieles vorwerfen kann, aber mit Sicherheit keine manipulative Agenda bei "PBB". Ich mag Sarah sehr. Vielleicht sollte ich mal Sarah, Steffen, Evelyn Burdecki und Dominik auf eine Hamburger Dachterrasse einladen und so lange Bier trinken, bis wir die neuen Bro'Sis gründen und mit Popsongs reich werden. Steffens Favoriten für den Titel dieses Jahr sind übrigens Chethrin und Umut Kekilli, "da sie wirklich nett und authentisch rüberkommen". Gewinnen wird der Ex-Fußballprofi, "da mehr Frauen zuschauen und anrufen hat Umut meiner Meinung nach die besten Chancen". Ob er damit richtig liegt? In einer Woche wissen wir mehr.

Katja Krasavice bei "Promi Big Brother"