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Satire-Sendung: "heute-show" zur Merkel-Nachfolge: "Ein Mann als Bundeskanzler - geht das überhaupt?"

Nach 15 Jahren Angela Merkel müssen sich die Deutschen wohl umstellen: Der nächste Bundeskanzler wird wohl ein Mann. Die "heute-show" überlegt bereits, was das genau bedeuten könnte und fragt sich: "Was ist denn eigentlich die männliche Form von Kanzlerin?"

Kandidaten wie Achim Laschet wollen Nachfolger von Kanzlerin Merkel werden. Doch was macht einen männlichen Kanzler eigentlich aus?

Kandidaten wie Achim Laschet wollen Nachfolger von Kanzlerin Merkel werden. Doch was macht einen männlichen Kanzler eigentlich aus?

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Seit dem Debakel um die Thüringen-Wahl und den Rücktritt Annegret Kramp-Karrenbauers ist die CDU im freien Fall. Da hilft es auch nicht, dass sich mit Jens Spahn, Markus Söder, Friedrich Merz und Achim Laschet zwar vier sehr machtbewusste, aber eben auch ziemlich unbeliebte Männer um die Nachfolge keilen. Die "heute-show" wundert sich nach Jahren der weiblichen Kanzlerschaft aber viel grundlegender: "Ein Mann als Bundeskanzler - geht das überhaupt? Und: Was kommt da auf uns zu?"

Denn natürlich müssen sich die Deutschen nach 15 Jahren Angela Merkel erst einmal wieder an den Gedanken eines männlichen Kanzlers gewöhnen. "Vor allem junge Zuschauer - die quasi unter Merkel aufgewachsen sind - fragen sich seit dieser Woche: Was ist denn eigentlich die männliche Form von Kanzlerin?", witzelt Oliver Welke.

Der Kanzler und sein Testosteron

Die Antwort soll ein Einspieler bringen, der an alte Schulfilme erinnert. Die Unterschiede begönnen schon bei den Hormonen, heißt es da. Im Gegensatz zu Merkels "Östrogen-Politik - also nachdenken und erstmal aussitzen" würde der männliche Hormon-Haushalt mit seiner Testosteron für aggressives Alphatier-Gehabe sorgen, klärt der Clip auf. Und blendet dazu eine Prügelei unter Pavian-Männchen ein. 

"Der männliche Kanzler sucht ständig natürliche Feinde", erklärt der Sprecher raunend. "Er erkennt sie an Mikrofon und Presseausweis." Zum Beleg ranzt Altkanzler Helmut Kohl einen NDR-Reporter als "erbärmlicher Journalist" zusammen. "Richtig bei sich ist ein Kanzler nur, wenn er was zu trinken und zu grabbeln hat", heißt es, während ein selig strahlender Gerhard Schröder mit einer Wählerin über ein Volksfest tanzt.

Das Fazit fällt da überraschend gemäßigt aus: "Was da auf Deutschland zukommt, ist gar nicht so schlimm - nur anders", fasst der "Bericht" zusammen. "Männliche Kanzler: Nicht optimal - aber hilft ja nix."

heute-show

"Hat die zu lange in der Sonne gestanden?"

Aber auch Noch-Kanzlerin Merkel bekommt ihr Fett weg. Als die sich von einem Afrika-Trip mit einem Machtwort zur Thüringen-Krise meldete, hätte das nur gezeigt, wie wenig Merkel der Parteichefin und - nun ehemaligen - Kanzlerkandidatin AKK noch zutraut, analysiert Welke. "Spätestens jetzt ist klar: Diese Kanzlerin hat die Führung nie wirklich abgegeben. Die war nie weg", witzelt Welke vor einem Bild", das Merkel als "Undercover Boss" zeigt. "Die ist heimlich immer Chefin geblieben: Und deshalb ist die Kanzlerin zusammen mit AKK auch selber gescheitert."

Vor allem Merkels Kommentar, man müsse das "unverzeihliche" Ergebnis der Ministerpräsidentenwahl wieder rückgängig machen frisst Welke an. Denn das helfe nur der AFD. "Hat die da in Afrika zu lange in der Sonne gestanden, oder was?", fasst er sich an den Kopf. "Man darf ja furchtbar finden, was da in Erfurt passiert ist - aber es ist eben Demokratie", erklärt Welke. Und fügt - bevor sich die AFD zu sehr freuen kann, hinzu: "So läuft das eben, wenn die Feinde des Parlamentarismus in Parlamenten sitzen."

Quelle: heute-show

mma