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stern-Interview Jan Böhmermann spricht über seinen verstorbenen Vater


Jan Böhmermann ist bekannt für seinen beißenden Humor. Dem stern gelang es, hinter die Ironie-Maske zu blicken. Der Moderator sprach im Interview über seine familiäre Herkunft und über den Einfluss seines Vaters.

Jan Böhmermann ist bekannt für seine schlagfertigen Kommentare und seine beißende Ironie. Wenig weiß man dagegen über seine familiäre Herkunft. Dem stern gelang es in der aktuellen Ausgabe, einen Blick hinter die Ironie-Maske zu werfen. Im Interview sprach der Moderator des "Neo Magazin Royale" sehr offen über seine familiäre Herkunft. 

"Meine Mutter hat mich bekommen, da war sie 18", sagte der Satiriker dem stern. Stark geprägt habe ihn sein Vater, ein Polizist, der die ganze Karriere durchlaufen habe - vom Bundesgrenzschutz bis zur Mordkommission. Entsprechend selten sei er daheim gewesen. "Ab und an kam er mit gebrochenen Knochen nach Hause", so Böhmermann über seinen Vater, der an Leukämie starb, als er 17 Jahre alt war.

"Achte auch die Rechte derer, mit denen du nicht einer Meinung bist"

Besonders beeindruckt hätten ihn dessen Erzählungen, wie er eine Nazi-Demo geschützt habe. Das habe er als wichtige Grundlage für eine Zivilisation erkannt: "Achte auch die Rechte derer, mit denen du nicht einer Meinung bist."

Sein Vater habe ihm klare Grundwerte vermittelt: "Man muss mit Leuten klarkommen, die anderer Meinung sind. Das ist unser kleinster gemeinsamer Nenner. Den dürfen wir nicht aufgeben, nur weil irgendwelche asozialen Loser durchgeknallt genug sind, Unschuldigen die Köpfe abzuschneiden."

Aus diesen Werten speist sich auch seine Verbundenheit mit Deutschland: "Egal, wie unvollkommen das ist, was wir hier haben: Es ist immer noch besser als alles, was uns diese Fanatiker zu bieten haben", so Böhmermann. "Diese Überlegenheit ist der kleinste gemeinsame Nenner aller Teile in Europa." Man dürfe nicht auf die Leute hören, die Grenzen errichten wollten: "Wir haben 40 Jahre lang mitten in Deutschland versucht, mit einer gesicherten Grenze ein Flüchtlingsproblem zu lösen. Das hat nicht funktioniert. Ich finde, damit sollte man auch nicht anfangen."


Das komplette Interview lesen Sie in der neuen Ausgabe des stern.

che

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