Jugendmedientage in Leipzig Ausländische Jungjournalisten erkunden deutsche Medien

Hätten Sie ausländische Teilnehmer bei den Jugendmedientagen (JMT) erwartet? Wohl kaum. Doch trotz Sprachbarrieren und langer Anreise hat sich eine kleine Gruppe von ihnen in der sächsischen Messestadt eingefunden. Sie hoffen vor allem darauf, Einblicke in die deutsche Medienwelt zu bekommen.
JMT-Teilnehmer berichten

Fast 500 junge Menschen drängen sich in den Räumen der Media City Leipzig. Sie sind hier, um sich vier Tage lang mit der deutschen Medienlandschaft auseinander zu setzen. Unter den vielen deutschen Jugendlichen stellt die ausländische Fraktion mit ihren zwölf Mitgliedern eher eine Minderheit dar. Dafür sind mit Rumänien, Tschechien, Ungarn, Polen und Russland immerhin fünf verschiedene Nationen vertreten.

Zu den Jugendmedientagen kamen sie mit Unterstützung des Instituts für Auslandsbeziehungen (ifa). Im Vorfeld der Veranstaltung wurden mehrtägige Workshops in allen fünf Ländern veranstaltet, um die interessierten Jugendlichen auf die Tage in Deutschland vorzubereiten. Passend zur Thematik "Medien 2.0" lernten die Teilnehmer, wie man Blogs und Podcasts erstellt. Später hatten sie auch die Möglichkeit, ihre neu erworbenen Kenntnisse praktisch anzuwenden. So entstanden zahlreiche Projekte, bei denen sich die ausländischen Nachwuchsjournalisten sowohl mit Musik als auch mit Fremdsprachen beschäftigten. "Wir hoffen, dass wir mit unseren Podcasts und Blogs denjenigen helfen können, die noch ein wenig Angst vor solchen Dingen haben. Es ist nicht so schwierig wie es aussieht, einen Blog zu erstellen", sagt Adam Safar aus Ungarn.

Doch was erhoffen sich die Jugendlichen von ihrem Ausflug in die Welt der deutschen Medien? Vor allem suchen sie Kontakte zu deutschen Journalisten und Gleichgesinnten. Außerdem möchten sie herausfinden, wie die Medienarbeit in Deutschland funktioniert. Einige wollen ihren Aufenthalt auch dazu nutzen, einen Praktikumsplatz zu finden.

Deutschland bietet bessere Karrieremöglichkeiten

Auf die Frage, ob sie künftig im deutschen Presse- oder Kommunikationswesen arbeiten wollen würden, antworten die meisten jungen Ausländer mit "ja". "Es ist nicht so, dass wir uns in unseren Heimatländern nicht wohlfühlen - der deutschsprachige Raum bietet halt bessere Karrieremöglichkeiten im journalistischen Bereich", sagt Kitti Martina aus Ungarn.

Auch wenn die Jugendmedientage noch nicht vorbei sind, steht jedoch eines schon fest: Der Aufenthalt in Leipzig brachte den zwölf Besuchern zahlreiche neue Eindrücke, Erfahrungen und nicht zuletzt auch ein paar Freunde. "Ich habe bisher Vieles dazugelernt und werde gewiss auch Einiges beim Schulradio, wo ich tätig bin, anwenden können", resümiert der 18-jährige Paul Florea aus Rumänien. Dafür nimmt man doch gerne eine lange Reise in Kauf.

Ein Bericht von Amelie Krause, Sabine Oettrich, Kitti Martina, Raluca Nelepcu

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