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Presseschau zu Raabs Polit-Talk "'Absolute Mehrheit' ist absolut überflüssig"


Schon vor dem Start hagelte es Kritik an Stefan Raabs Polit-Talk "Absolute Mehrheit". Die ebbt auch nach der ersten Sendung nicht ab. Immerhin gab es auch einige positive Stimmen über das Debüt.

Selten ist eine Fernsehsendung schon vor dem Start so unter Beschuss geraten wie Stefan Raabs "Absolute Mehrheit - Meinung muss sich wieder lohnen". Der Versuch, dem eingestaubten Genre Polit-Talk neues Leben einzuhauchen, wurde von den üblichen Bedenkenträgern wie Bundestagspräsident Norbert Lammert oder ARD-Chefredakteur Thomas Baumann von vornherein kritisch gesehen.

Nun ist die erste Sendung vorbei - und die Kritiken der großen Online-Redaktionen fallen überwiegend negativ aus: "Munter ging es los, immer zäher wurde es, und am Ende standen fünf Verlierer da", schreibt Oliver Jungen auf "faz.net". "Inhaltlich und formattechnisch muss man 'Absolute Mehrheit' wohl einen Reinfall nennen."

Auf "Spiegel-Online" bemängelt Stefan Kuzmany die fehlende Innovation: "Wie alles, was Raab macht, ist auch diese Sendung ein Stunt, eine tollkühne Übung. Sein Coup ist es diesmal, allen weisgemacht zu haben, 'Die absolute Mehrheit' sei eine Novität. Tatsächlich, das wird schnell klar, handelt es sich um eine leicht variierte Kopie seiner eigenen 'TV Total'-Sondersendungen zu den Bundestagswahlen 2005 und 2009."

"Herausforderung nicht bestanden"

Auch Joachim Huber kann der Show auf "tagesspiegel.de" nicht allzuviel abgewinnen: "Stefan Raab hat seine Herausforderung noch nicht bestanden. 'Absolute Mehrheit' ist zu sehr von der Spielanlage beherrscht."

Deutlich härter fällt das Verdikt auf "bild.de" aus: "Es gibt schon Jauch, Plasberg, Maischberger, Anne Will, Maybrit Illner, Beckmann – wozu braucht die Republik jetzt auch noch Raab? Die Antwort blieb der Entertainer der TV-Nation am Sonntagabend schuldig. 'Absolute Mehrheit' ist absolut überflüssig!", schreibt Dietrich Menkens.

Die beste Show, die Raab je gemacht hat

Es gibt aber auch positive Stimmen: "Über Stefan Raabs Humor kann man sich streiten, nicht aber darüber, dass er an vielen Stellen genau die Fragen stellte, die sich viele Journalisten in anderen Polit-Talks schon gar nicht mehr zu fragen trauen", resümiert Ruth Schneeberger auf "sueddeutsche.de" und kommt zu einem überraschenden Fazit: "Deshalb ist diese Show vielleicht die beste, die er je gemacht hat, weil sie ein Publikum dazu bringen könnte, sich mit Politik zu beschäftigen, das sich für diese Themen sonst nicht mal am Rande interessieren würde."

Auch bei Peer Schader überwiegt eindeutig das Positive: "Für echte Diskussionen ist der Pro-Sieben-Talk deshalb wohl kaum geeignet. Aber mal ehrlich: Die vielen ARD-Talker schaffen das in ihren wöchentlichen TV-Streitgesprächen auch eher selten. Mit seiner Sendung hat Raab immerhin das Zeug, den öden Polittalk im deutschen Fernsehen wieder wachzurütteln", schreibt der renommierte Medienkritiker auf "fr-online".

Carsten Heidböhmer

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