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"Tatort" aus Dortmund: Fight Club im Ruhrgebiet: Harte Kämpfer, weicher Kommissar

Das Dortmunder "Tatort"-Team ermittelt in der illegalen Kampfsportszene. Dabei gerät vor allem Kommissarin Bönisch in Gefahr, was ihren Kollegen Faber zu ungewohnten Gefühlsausbrüchen veranlasst.

Die Kommissare Martina Bönisch (Anna Schudt) und Peter Faber (Jörg Hartmann) haben am Tatort einen Hotelschlüssel gefunden

Die Kommissare Martina Bönisch (Anna Schudt) und Peter Faber (Jörg Hartmann) haben am Tatort einen Hotelschlüssel gefunden

  • 3 von 5 Punkten
  • Die Dortmunder Kommissare ermitteln in der illegalen Kampfsportszene und bekommen Unterstützung durch einen neuen Kollegen

Worum geht's?

In einem verlassenen Lagerhaus außerhalb der Stadt entdecken die Dortmunder Ermittler in einer Feuerstelle menschliche Knochenreste. Offenbar wurde dort eine Leiche verbrannt und der Mord sollte vertuscht werden. Ebenfalls in der Asche findet sich der Schlüssel zu seinem Hotelzimmer. Dort stoßen die Kommissare Martina Bönisch (Anna Schudt) und Peter Faber (Jörg Hartmann) auf einen völlig verängstigten Jungen. Wurde er Zeuge einer Straftat? Auf dem Präsidium versuchen die Polizisten ihn zu befragen, doch der Junge schweigt. Also soll Kommissarin Martina Bönisch undercover im Hotel nachforschen, denn die Ermittler hegen einen Verdacht: Es geht um illegale Mixed-Martial-Arts-Kämpfe, bei denen sogar Todesopfer in Kauf genommen werden.

Warum lohnt sich dieser "Tatort"?

"Tod und Spiele", so der Titel des zwölften Dortmunder "Tatorts" kommt deutlich leichter daher als die vorherigen Folgen "Tollwut" und "Sturm", die den Zuschauer emotional ganz schön gefordert haben. Dieses Mal sind es bisweilen die harten Kampfszenen, die grenzwertig sind. Dafür fällt das freundschaftliche Geplänkel zwischen Bönisch und Faber angenehm auf. Der Kommissar ist besorgt, weil sich seine Kollegin zu intensiv mit einem Verdächtigen einlässt. "Frau Bönisch, Sie werden, nur weil er viel Kohle hat, nicht plötzlich unprofessionell?" fragt Faber in einer Szene. Sie antwortet: "Sind sie eifersüchtig? Wäre doch mal eine menschliche Regung." Dass sich der sonst so ruppige Hauptkommissar plötzlich besorgt und empathisch zeigt, ist eine der Stärken des Films.

Kommissarin Martina Bönisch (Anna Schudt) und der verdächtige Russe Oleg Kombarow (Samuel Finzi) kommen sich während der Ermittlungen näher

Kommissarin Martina Bönisch (Anna Schudt) und der verdächtige Russe Oleg Kombarow (Samuel Finzi) kommen sich während der Ermittlungen näher

Was nervt?

Der letzte Dortmund-"Tatort" mit dem Titel "Tollwut" konzentrierte sich sehr auf Kommissar Faber und seine persönliche Familiengeschichte. Er traf im Gefängnis erneut auf Markus Graf, den mutmaßlichen Mörder seiner Tochter und seiner Frau. Die Episode endete mit der Flucht Grafs. Doch dieser Cliffhanger wird in der neuen Folge nicht aufgelöst. Die Episode "Tod und Spiele" ist völlig losgelöst vom letzten Fall und zeigt sogar einen zu Scherzen aufgelegten Kommissar Faber. Das ist nicht ganz schlüssig. Logischer wäre es gewesen, die Konfrontation zwischen Faber und Graf zu einem Abschluss zu bringen.

Die Kommissare?

Nach dem Weggang von Kriminaloberkommissar Daniel Kossik (Stefan Konarske) bekommt das Dortmunder Team einen neuen Kollegen: Hauptkommissar Rick Okon (Jan Pawlak). Er war bereits in dem Fall "Tollwut" als Polizist im Undercover-Einsatz zu sehen und muss nun erneut als verdeckter Ermittler ran. Überhaupt sind die vier Kommissare dieses Mal weitestgehend auf sich allein gestellt: Martina Bönisch im Hotel, Rick Okon im Sportstudio und Nora Dalay muss auf dem Revier den jungen Zeugen hüten. Peter Faber dirigiert die Einsätze seiner Kollegen und versucht, über alles die Kontrolle zu behalten. Vor allem der riskante Einsatz seiner Kollegin Martina bereitet ihm Sorgen. "Ich würde Sie vermissen, Frau Bönisch. Nicht nur als Fachkraft", sagt er in einer Szene. Klingt fast wie eine Liebeserklärung.

Ein- oder Ausschalten?

Einschalten lohnt sich. Der Fall "Tod und Spiele" ist bis zum Schluss spannend und überzeugt durch amüsante Dialoge.

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