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"Tatort" aus Berlin: Rubin, Karow und die Frage: Kann eine Maschine zum Mörder werden?

Kann ein mit künstlicher Intelligenz ausgestatteter Roboter einen Menschen töten? Das erörtern die Kommissare Rubin und Karow in ihrem neuen Fall - und haben es dabei doch mit menschlichen Emotionen und Abgründen zu tun.

Die Kommissare Nina Rubin (Meret Becker) und Robert Karow (Mark Waschke) erörtern mit Gerichtsmedizinerin Nasrin Reza (Maryam Zaree) die Todesursache von Tom Menke

Die Kommissare Nina Rubin (Meret Becker) und Robert Karow (Mark Waschke) erörtern mit Gerichtsmedizinerin Nasrin Reza (Maryam Zaree) die Todesursache von Tom Menke

  • 3 von 5 Punkten
  • Durchschnittlicher Fall des Duos Nina Rubin und Robert Karow, die mal wieder ordentlich aneinander geraten

Worum geht's?

Mitten auf dem Kurfürstendamm betreibt das Ehepaar Kathrin und Tom Menke einen kleinen Kiosk, in dem statt eines Menschen ein Roboter den Kaffee ausschenkt. Eines Morgens liegt Tom Menke tot hinterm Tresen. Hat die mit künstlicher Intelligenz ausgestattete Maschine sich verselbständigt und den Kioskbesitzer getötet? Parallel dazu untersuchen die Kommissare Nina Rubin (Meret Becker) und (Mark Waschke) den Tod der Joggerin Carolina Gröning im Grunewald. Gerichtsmedizinerin Nasrin Reza findet in einer klaffenden Wunde Borsten und Sekret eines Wildschweines. Wurde die Frau Opfer eines tragischen Unfalls oder hat ihr Ehemann etwas damit zu tun?

Warum lohnt sich dieser "Tatort"?

"Tiere der Großstadt" ist der achte gemeinsame Fall für Rubin und Karow. Nach der experimentellen Episode "Meta" zur Berlinale ist der neue Fall wieder geradliniger erzählt. Es gibt zwei Tote und das typische Whodunit. Schicht für Schicht werden die Risse offengelegt, die sowohl die Ehe der Menkes, als auch die der Grönings durchziehen. Elektro-Klänge von Komponist Nils Frahm und Bilder eines winterlichen Berlins im Zeitraffer unterstreichen die melancholische Atmosphäre. Getragen wird der Fall erneut von den starken Hauptdarstellern Meret Becker und Mark Waschke, die wirklich eine Bereicherung für die "Tatort"-Familie sind.

Was nervt?

Das Thema künstliche Intelligenz wurde im vergangenen Jahr bereits von mehreren "Tatort"-Teams beackert. Dass sich nun auch das innovative Berliner-Duo damit beschäftigt, wirkt etwas redundant. Zumal es am Ende eine klassische Geschichte ist, in der es vor allem um Verlust, Rache und verletzte Gefühle geht.

Die Kommissare?

Der "Tatort" aus bewegt sich dieses Mal zwischen zwei Extremen: Dem High-Tech-Milieu, in dem Roboter mit künstlicher Intelligenz menschliche Aufgaben übernehmen, und der ungebändigten Natur, die in Form von Wildschweinen und Füchsen die Großstadt erobert. Karow und Rubin sind selbst wie diese beiden Pole. Während er gefühlskalt und emotionslos wie eine Maschine agiert und pausenlos seine Kollegen angreift, leidet sie unter dem Auseinanderbrechen ihrer Familie und lenkt sich mit Sport sowie Ausflügen ins Nachtleben ab. "Meine Familie war wie eine kugelsichere Weste", sagt die Kommissarin in einer Szene unter Tränen. Ein Gefühlsausbruch, mit dem ihr Kollege Karow nichts anfangen kann.

Ein- oder Ausschalten?

"Tiere der Großstadt" spielt zur Winterzeit und ist insgesamt sehr trist geraten. Wer sich dadurch nicht die Laune verderben lässt, sollte einschalten.

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