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"Tatort"-Wiederholung aus Bremen Das dunkle Geheimnis fliegt auf – der dramatische Abschied von Lürsen und Stedefreund

Tatort aus Bremen
Szene aus dem Bremen-"Tatort": Die Beziehung der Hauptkommissare Inga Lürsen (Sabine Postel) und Stedefreund (Oliver Mommsen) wird auf eine harte Probe gestellt.
© Radio Bremen/Christine Schroeder / ARD Degeto
Nach mehr als 17 Jahren haben sich Inga Lürsen und Nils Stedefreund im April 2019 verabschiedet. Bei ihrem letzten Fall gerieten die Bremer "Tatort"-Ermittler dem BKA in die Quere - und Stedefreunds dunkles Geheimnis kam zum Vorschein.
  • 3 von 5 Punkten
  • Ein würdiger Abschied für das langjährige Bremer "Tatort"-Team, auch als Wiederholung sehenswert.

Worum geht's?

Unter dem Asphalt einer Straße entdecken Bauarbeiter die Leiche einer Frau, die für eine Immobilienfirma gearbeitet hat. Bei ihren weiteren Ermittlungen werden Inga Lürsen (Sabine Postel) und Nils Stedefreund (Oliver Mommsen) jedoch von zwei BKA-Beamten behindert. Diese leiten eine Operation gegen die tschetschenische Mafia und haben einen V-Mann in die Firma eingeschleust. Dass die Mordkommision die Pferde scheu macht, wollen sie mit allen Mitten verhindern. Was die Ermittlungen weiter erschwert: Stedefreund scheint die beiden BKA-Männer gut zu kennen - und trifft sich mit ihnen hinter dem Rücken seiner Kollegin.

Warum lohnt sich dieser "Tatort"?

Mehr als 17 Jahren hat der Kommissar Nils Stedefreund im Bremer "Tatort" ermittelt. "Wo ist nur mein Schatz geblieben?" war sein 34. "Tatort"-Einsatz. Eigentlich sollte man ihn in dieser Zeit gründlich kennengelernt haben. Doch die Autoren (Florian Baxmeyer, Michael Comtesse und Stefanie Veith) haben das Kunststück vollbracht, dieser Figur ein Geheimnis zu geben, das den weiteren Verlauf dieses Falls maßgeblich mitbestimmen wird: Was ist im Jahr 2013 in Afghanistan passiert, wo Stedefreund zwischenzeitlich als Ausbilder gearbeitet hat? Oder war er dort gar nicht?

Was stört?

So spannend die Geschichte um Stedefreund ist, die hier nach und nach entfaltet wird, der Fall ist es leider nicht. Das Grundsetting hat man allzu oft gesehen: eine Mordermittlung, die von einer höheren Macht unterbunden wird – verkörpert von völlig verbitterten und desillusionierten Menschen. In diesem Fall ist die Zeichnung der BKA-Beamten besonders grotesk geraten. Einer der beiden wird ohne eine Nase Koks gar nicht wach, spritzt sich regelmäßig Heroin und zeichnet sich ansonsten durch eine hohe Gewaltbereitschaft aus. Etwas weniger Klischee wäre schön gewesen.

Die Kommissare?

Als der legendäre "Tatort"-Kommissar Horst Schimanski 1991 aus der Krimireihe ausstieg, schwebte er zum Schluss mit einem Flugdrachen über sein Duisburg. Ganz ähnlich verabschieden sich Lürsen und Stedefreund: Zu Beginn ihres Finals springen die Ermittler mit einem Fallschirm ab. Noch während die beiden in der Luft sind, klingelt das Handy. So beginnt ihr neuer Fall, der – das zeichnete sich während der 90 Minuten klar ab – ihr letzter sein wird.

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Ein- oder ausschalten?

Der letzte Fall von Lürsen und Stedefreund ist für sich betrachtet nicht sonderlich spannend. Dafür entdecken wir zum Schluss ein dunkles Geheimnis des Kommissars. Das sollten Sie sich nicht entgehen lassen.

Die "Tatort"-Folge "Wo ist nur mein Schatz geblieben?" wurde erstmals am 22. April 2019 ausgestrahlt. Die ARD wiederholt den Fall am Freitag, 22. Oktober 2021, um 22.15 Uhr.


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