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"Tatort" aus Ludwigshafen Belogen, manipuliert, bedroht: Odenthal und Stern in den Fängen eines Narzissten

"Tatort: Der böse König" mit Lena Odenthal
Hinter dem Tresen des Kiosks findet Anton Maler (Christopher Schärf, r.) die Leiche von Sandro Esposito (Christoph Gaugler).
© SWR/Benoit Linder / ARD
In ihren neuen Fall bekommen es die Ludwigshafener Kommissarinnen Lena Odenthal und Johanna Stern mit einem gestörten Narzissten zu tun. Der beeinflusst nicht nur ihre Ermittlungen, sondern auch ihr Privatleben.
  • 3 von 5 Punkten
  • Psychostudie über einen Narzissten, der alle Menschen in seinem Umfeld zerstört

Worum geht's?

Der Kioskbesitzer Sandro Esposito (Christoph Gaugler) wurde in seinem Laden erschlagen. Kommissarin Lena Odenthal (Ulrike Folkerts) und ihre Kollegin Johanna Stern (Lisa Bitter) gehen zunächst von einem Raubmord aus, doch bei der Obduktion finden sich Geldmünzen im Rachen des Opfers. Genau 73 Cent wurden Esposito in die Luftröhre gerammt. Gibt es also doch ein privates Motiv für die Tat? Odenthal und Stern nehmen drei Männer im Umfeld des Kiosks ins Visier: den früheren Besitzer des Ladens Murat Korkmaz (Özgür Karadeniz), den drogensüchtigen Dart-Spieler Jannik Berg (Pit Bukowski) und Webdesigner Anton Maler (Christopher Schärf), der sich scheinbar rührend um seine kranke Freundin kümmert.

Warum lohnt sich der "Tatort"?

Der Mord an Sandro Esposito bildet nur den Rahmen für diesen Krimi, der sich im Laufe der 90 Minuten zur Psychostudie entwickelt. Im Mittelpunkt steht dabei Webdesigner Anton Maler. Er ist "Der böse König", so der Titel des "Tatorts". Ein krankhafter Narzisst, der nach seinen ganz eigenen Regeln lebt und alle Menschen in seinem Umfeld zerstört. Auch vor den Kommissarinnen macht er nicht Halt. Odenthal und Stern werden manipuliert, belogen und persönlich bedroht. "Narzisstisch gestörte Menschen handeln oft irrational und zerstören lieber ihre Opfer und sich selbst, bevor sie dem anderen den Sieg zugestehe. Gerade diese Irrationalität macht solche Menschen zu besonders schwer berechenbaren Tätern – was letztlich auch für Odenthal und Stern die größte Herausforderung ist", erklärt Regisseur und Drehbuchautor Martin Eigler den Plot.

Was stört?

Gerade zu Beginn fehlt es dem Film an Struktur. Die Handlung und die Figuren wirken oft zusammenhangslos, richtig Spannung kommt nicht auf, und es fällt schwer, bei der Stange zu bleiben. Zudem ist dem Zuschauer früh klar, dass Anton Maler ein Mann mit zwei Gesichtern ist. Das macht die Geschichte über weite Strecken vorhersehbar. Allein das Ausmaß seiner Taten sorgt noch für die ein oder andere überraschende Wende.

Die Kommissarinnen?

Lena Odenthal ermittelt seit 1989 und ist damit die dienstälteste "Tatort"-Kommissarin. Kein Wunder also, dass die meisten Fälle sehr auf sie zugeschnitten sind. Doch in dieser Episode liegt der Fokus auf Odenthals Partnerin Johanna Stern, die von dem gestörten Anton Maler verfolgt und bedroht wird. Odenthal erweist sich dabei als echte Hilfe und die Kommissarinnen agieren als funktionierendes Team.

Ulrike Folkerts spielt seit 30 Jahren die Kommissarin im Ludwigshafener Tatort

Ein- oder ausschalten?

Eine Charakterstudie par excellence über narzisstische Persönlichkeiten. Wer einen klassischen Krimi erwartet, könnte enttäuscht werden.

Die Kommissarinnen Odenthal und Stern ermittelten auch in diesen Fällen:


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