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"Tatort" aus Lüneburg: Eine Tote. Zwei verdächtige Kommissare. Was ist wirklich passiert?

Ein banaler Einsatz läuft für die Ermittler Falke und Grosz komplett aus dem Ruder. Am Ende gibt es eine tote Zeugin und zwei Kommissare, die sich internen Ermittlungen stellen müssen. Über allem schwebt die Frage: Was ist wirklich passiert?

Kommissar Falke (Wotan Wilke Möhring) entdeckt die erschossene Zeugin Alima

Kommissar Falke (Wotan Wilke Möhring) entdeckt die erschossene Zeugin Alima

  • 4 von 5 Punkten
  • Ein Krimi, der in Rückblenden erzählt wird und bis zum Schluss die Frage aufrechterhält: Wer sagt nun die Wahrheit, Kommissar Thorsten Falke oder seine Kollegin Julia Grosz?

Worum geht's?

Die Bundespolizisten  (Wotan Wilke Möhrung) und Julia Grosz (Franziska Weisz) sollen in Lüneburg die Identität eines Flüchtlings überprüfen. Abbas Khaled wird verdächtigt, Mitglied einer Terrormiliz und in Deutschland untergetaucht zu sein. Vor Ort werden Falke und Grosz von der Lüneburger Polizei unterstützt, doch die Beamten zeigen sich nicht besonders kooperativ. Bei einem Einsatz im Rahmen der Ermittlungen kommt es zu einem dramatischen Zwischenfall: Eine unschuldige Zeugin wird erschossen. Aus Falkes Waffe wurden zwei Schüsse abgefeuert. Infolgedessen müssen sich der Kommissar und seine Kollegin internen Ermittlungen stellen und werden getrennt voneinander befragt. Haben Falke und Grosz den Tod der Zeugin verschuldet oder sind sie nur die Sündenböcke für andere Vergehen?

Warum lohnt sich dieser "Tatort"?

"Alles was Sie sagen", so der Titel des "Tatorts", erinnert von der Inszenierung her an die erste Staffel der US-Serie "True Detective". Auch dort werden zwei Polizisten (Woody Harrelson und Matthew McConaughey) getrennt voneinander zu einem Mordfall verhört und schildern so in Rückblenden die komplette Story. Bei Falke und Grosz ist bis zum Schluss nicht klar, welche Variante der Geschichte nun die richtige ist. "Was, wenn wir beide nicht die Wahrheit sagen?" fragt Grosz in einer Szene. So bleibt es auch für den Zuschauer bis zur letzten Minute spannend.

Das Drehbuch stammt von Jan Martin Scharf und Arne Nolting, die mit "Club der roten Bänder" eine der erfolgreichsten TV-Serien der vergangenen Jahre schufen. Regie führte Özgür Yildirim, der bereits zwei "Falke-Tatorte" verantwortete. Starkes Detail: Yildirim setzte für eine Befragungs-Szene von Flüchtlingen nicht auf Schauspieler, sondern auf echte Geflüchtete, die kaum ein Wort Deutsch sprechen. Das macht die ganze Situation nahbarer und authentischer. "Statt fremde Sprachen zu untertiteln, sprechen Nicht-Deutsche im Fernsehen zumeist ein gebrochenes Deutsch, weil Untertitel bei den Zuschauern unbeliebt sind. Ich als Filmemacher deutsch-türkischer Herkunft habe damit ein Glaubwürdigkeitsproblem, denn ich höre immer, wenn ein Schauspieler so tut, als ob", sagt der 38-Jährige.

Was nervt?

Kommissar Falke hegt ziemlich schnell den Verdacht, dass es in der Polizei einen Maulwurf geben könnte. Das Motiv des korrupten Polizisten wurde allerdings schon so oft in Krimis bemüht, dass die Auflösung am Ende etwas ernüchternd ist.

Die Kommissare?

Es ist der vierte gemeinsame Fall für die Kommissare Thorsten Falke und , die gegensätzlicher kaum sein könnte. Er der impulsive, lautstarke Einzelgänger, sie die rationale, etwas unterkühlte Ermittlerin. "Glauben Sie wirklich, dass wir hier etwas erreichen, wenn Sie die Leute alle ankacken", sagt Grosz in einer Szene zu ihrem Kollegen. Doch in dieser Episode kann man sich nie sicher sein, ob die Emotionen nur gespielt oder echt sind. Durchaus real ist jedoch Grosz' Beziehung zu dem Polizeihauptmeister Olaf Spieß. Die beiden waren mal ein Paar und darüber möchte Falke nur zu gern mehr erfahren.

Ein- oder Ausschalten?

Definitiv einschalten, aber Sie dürfen den Anfang nicht verpassen! Denn wer die ersten drei Minuten gesehen hat, will auf jeden Fall wissen, wie es weitergeht.

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