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"Tatort" aus Mainz War's der Witwentröster? Eine reiche Dame stirbt – und für Ellen Berlinger ist der Fall klar

"Tatort" heute aus Mainz
Ellen Berlinger (Heike Matatsch) hat sich auf Hannes Petzold (Klaus Steinbacher) als Mordverdächtigen eingeschossen. Ihr Kollege Martin Rascher (Sebastian Blomberg, l.) ist unsicher, ob die Beweislage für eine Anklage ausreicht.
© SWR/Daniel Dornhöfer
Ob es Mord war, ist zunächst gar nicht klar. Doch als eine reiche Dame an einem Insulinschock stirbt, schießt sich Kommissarin Ellen Berlinger sofort auf einen Verdächtigen ein. Mit weitreichenden Folgen.
  • 4 von 5 Punkten
  • Spannender Kriminalfall darüber, wie Vorurteile unsere Sinne vernebeln.

Worum geht's?

Bibiana Dubinski (Ulrike Krumbiegel), eine Frau um die 60, stirbt an einem Insulinschock. Kommissarin Ellen Berlinger (Heike Makatsch) glaubt, dass die wohlhabende Witwe umgebracht wurde. In der Villa der Toten trifft sie deren beste Freundin Charlotte Mühlen (Michaela May), ebenfalls verwitwet und Alleinerbin, mit ihrem deutlich jüngeren Liebhaber Hannes Petzold (Klaus Steinbacher) an. Für Berlinger ist der Fall damit klar: Junger Mann mit älterer Frau - der will ihr Geld. Zumal Petzold bereits sechs Jahre im Gefängnis saß, weil er Damen um ihr Erspartes gebracht hat. Mit ihrem vorschnellen Urteil zerstört die Kommissarin jedoch viel Porzellan - auch im Privatleben des Verdächtigen.

Warum lohnt sich der Fall "In seinen Augen"?

Dieser "Tatort" spricht zwei Wahrheiten an, die man im deutschen Fernsehen eher selten zu sehen bekommt: Dass Frauen auch jenseits der 60 sexuell aktiv sind. Und dass sie für jüngere Männer durchaus attraktiv sein können, ohne dass immer finanzielle Motive dahinter stehen müssten. Der Fall zeigt aber auch, dass viele Menschen - wie Ellen Berlinger - noch immer mit Vorurteilen auf solche Beziehungen reagieren.

Was stört?

Diese Folge ist verschachtelt erzählt und beginnt mit der Verhaftung des vermeintlichen Täters. "Unser Leben verläuft in unserer Wahrnehmung zwar linear, wir sind aber auch immer die Summe unseres Erlebens, Erinnerns, unserer Überzeugungen", erklärt Drehbuchautor Thomas Kirchner den Aufbau des Films. "Unser Handeln im Heute besteht immer aus den Überzeugungen des Vergangenen." Der Nachteil davon ist: Man braucht eine Weile, um in den Fall reinzufinden, die Zeitebenen zu ordnen und der Geschichte zu folgen. Ungeduldige Zuschauer könnten da die Übersicht und die Lust verlieren.

Die Kommissare?

Ellen Berlinger und Martin Rascher (Sebastian Blomberg) werden immer mehr zum Team: In diesem Fall ziehen die beiden unterschiedlichen Kommissare an einem Strang und setzen sich gegen Staatsanwältin Jasmin Winterstein (Abak Safaei-Rad) durch, die von Berlingers forschem Ermittlungsstil wenig angetan ist und den Fall einstellen möchte.

Ein- oder ausschalten?

Ein insgesamt sehenswerter "Tatort", der die ein oder andere Überraschung bereit hält. Schalten Sie ein.

Ellen Berlinger ermittelte zuletzt in diesen Fällen:


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