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"Tatort" aus Weimar: Tod bei Rotkohl und Klößen - da vergeht einem trotz Witzdauerfeuer der Appetit

Ein Thüringer "Tatort" als Hommage an den Kloß: Die Kommissare Kira Dorn und Lessing suchen den Mörder eines Unternehmers und stoßen dabei auf schräge Gestalten und die Kunst der Kloßherstellung.

Die Kommissare Dorn (Nora Tschirner) und Lessing (Christian Ulmen) ermitteln in einer Kloßfabrik

Die Kommissare Dorn (Nora Tschirner) und Lessing (Christian Ulmen) ermitteln in einer Kloßfabrik

  • 2 von 5 Punkten
  • Der Thüringer Kloß wurde bereits besungen, ihm wurde ein Museum gewidmet und nun sogar ein "Tatort". Der zeigt, dass der Kartoffelknödel durchaus zum Mordwerkzeug taugt.

Worum geht's?

Off'n Sonntig gitts Hütes mit Flaisch on mit Brüh, uehne Hütes kai Sonntich, doa gätt halt niß drü. (Suhler Kloß-Lied)

Es gibt zwei Dinge, die in Thüringen heilig sind: Bratwurst und Klöße, liebevoll auch Hütes genannt. Das lernt Kommissar Lessing, als er mit seiner Kollegin Kira Dorn zu einem Unfall mit Fahrerflucht gerufen wird. Auffällig ist dabei eine große Kiste mit vermeintlichem Katzenstreu im Kofferraum des Unfallwagens. Das Auto gehört zur Kloßmanufaktur von Christoph Hassenzahl. Wie sich herausstellt handelt es sich bei dem Material nicht um Katzenstreu, sondern um die Überreste von Unternehmer Hassenzahl. Der wurde in der eigenen Kloßfabrik schockgefrostet und granuliert. "Hatten wir auch noch nicht", kommentiert Kommissarin Dorn diese ungewöhnliche Tötungsmethode. Als dann auch noch Hassenzahls seit sieben Jahren verschwundene Ehefrau Roswita plötzlich wieder auftaucht, ist die Verwirrung perfekt. Die Unternehmergattin behauptet, nach einem Sturz auf den Kopf ihr Gedächtnis verloren und die vergangenen Jahre als Klofrau an einer Tankstelle gearbeitet zu haben. Ihr neuer Partner ist Roland Schnecke, um dessen Identität sich allerdings auch Rätsel ranken.

Roland Schnecke (Nicki von Tempelhoff) wird an der Tankstelle von den Kommissaren Dorn (Nora Tschirner) und Lessing (Christian Ulmen) nach Roswita Hassenzahl befragt.

Roland Schnecke (Nicki von Tempelhoff) wird an der Tankstelle von den Kommissaren Dorn (Nora Tschirner) und Lessing (Christian Ulmen) nach Roswita Hassenzahl befragt.

Warum lohnt sich dieser "Tatort"?

Die Fälle aus Weimar sind stets mehr Klamauk als Krimi. Wer das mag, kommt auch in der jüngsten Episode "Die robuste Roswita" auf seine Kosten. Schräge Charaktere, eine hanbüchene Geschichte, zynische Kommentare und Kalauer am laufenden Band - es ist alles dabei. Gedreht wurde in der echten Thüringer Kloßmanufaktur in Heichelheim bei laufendem Betrieb. So bekommt der Zuschauer zumindest eine Ahnung davon, wie die Klöße hergestellt werden, die am Ende fertig im Kühlregal landen.

Was nervt?

Beim "Weimar"-Tatort ist es leider wie so oft bei Filmen, die in den neuen Bundesländern spielen: Es wirkt alles etwas aus der Zeit gefallen und verstaubt. So, wie sich Westdeutsche eben die ehemalige DDR vorstellen. Doch der "Goodbye Lenin"-Charme hat langsam ausgedient. Es ist nicht alles grau und trostlos, die Menschen sind nicht alle schrullig und verbittert und es wäre schön, wenn auch mehr Ostdeutsche mitwirkten. Immerhin, bei der "robusten Roswita" stammt einer der beiden Drehbuchautoren aus Thüringen und auch Kommissariatsleiter Kurt Stich (Thorsten Merten) sowie Vorarbeiterin Cordula Remda-Teichel (Christina Große) sind gebürtige Thüringer.

Vorarbeiterin Cordula Remda-Teichel (Christina Große) in der Kloßmanufaktur neben der Blutspur des Mordopfers.

Vorarbeiterin Cordula Remda-Teichel (Christina Große) in der Kloßmanufaktur neben der Blutspur des Mordopfers.

Die Kommissare?

Die Kommissare Dorn und Lessing sind nicht nur ein Ermittler- sondern auch ein Ehepaar. In der "Tatort"-Welt eher ungewöhnlich, sind die meisten Kommissare doch Einzelgänger und füllen mit ihren privaten Problemen so manche Episode. Dorn und Lessing ermitteln auf gewohnt nüchterne Art, er versucht hin und wieder mit seiner vermeintlichen Intelligenz zu brillieren, sie kontert mit Klamauk und Kalauern. Muss man mögen, aber der letzte Fall "Der kalte Fritte" erreichte immerhin fast zehn Millionen Zuschauer.

Ein- oder Ausschalten?

Für Fans von Nora Tschirner und Christian Ulmen ein Muss - alle anderen können sich dieses mörderische Kloß-Experiment sparen.

10 Fakten zum Tatort, die Sie noch nicht kannten
Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.