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Neue "Tatort"-Ermittlerin: Eva Löbau - ab sofort kein Geheimtipp mehr

Eva wer? Das mag sich so mancher Fernsehzuschauer gefragt haben, als Eva Löbau als neue "Tatort"-Kommissarin vorgestellt wurde. Doch mit ihrer neuen Rolle stößt die 45-Jährige in die erste Liga der deutschen TV-Stars vor.

Eva Löbau

Bislang war die Schauspielerin Eva Löbau noch nicht allzu vielen Fernsehzuschauern ein Begriff, doch mit ihrer Rolle als "Tatort"-Kommissarin dürfte sich das schnell ändern.

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Die Rolle als ""-Kommissar gehört zu den gefragtesten Stellen im deutschen Fernsehen. Wer sonntags zur Prime-Time auf Mörderjagd geht, ist ganz oben angekommen und schlagartig berühmt. 

Seit Sonntag ist dies auch . Auch wenn sie dies im Vorfeld nicht so recht glauben mochte: "Ich dachte mir: Es gibt so viele Teams, ich glaube, ich kann auch weiter unbehelligt mein Leben leben. Aber, was weiß ich schon: Sprechen wir noch mal nach dem 1. Oktober", sagte sie dem stern vor der Ausstrahlung ihres Debüts.

In Fachkreisen zählt sie schon lange zu den interessantesten deutschen Schauspielerinnen. Am breiten Publikum gingen Eva Löbaus Schauspielkünste bislang weitgehend vorbei. Wer kein regelmäßiger Theatergänger ist, Spartensender guckt oder Programmkinos frequentiert, dürfte von dem 160 Zentimeter großen Energiebündel wenig mitbekommen haben.

Eva Löbaus kraftvoller Auftritt bei Jan Böhmermann

Wer einen kleinen Einblick bekommen möchte, welche Kräfte in der 45-Jährigen schlummern, dem sei ihr Auftritt in Jan Böhmermanns "Neo Magazin Royale" ans Herz gelegt. Darin liefert sie zusammen mit dem Satiriker kraftvolle Improvisationen zu Dialogen aus dem Trash-TV.

Die 1972 in geborene Österreicherin - ihre Mutter stammt aus Salzburg - lernte ihr Handwerk von der Pike auf. Sie studierte am renommierten Max-Reinhardt-Seminar in Wien Schauspiel und fand Engagements an verschiedenen deutschsprachigen Bühnen.

Nach ersten Filmerfahrungen mit dem Regisseur Iain Dilthey bekam sie 2003 ihre erste Hauptrolle von Maren Ade. Löbau wohnt in Berlin im gleichen Haus wie die Oscar-nominierte Regisseurin ("Toni Erdmann"). Ade erkannte Löbaus Qualitäten - und besetzte sie in "Der Wald vor lauter Bäumen" als tollpatschige Lehrerin von sich reden, die krampfhaft nach Anschluss sucht, sich dabei aber zunehmend isoliert. Ade war es auch, die ihr zur Annahme der "Tatort"-Rolle zugeraten hat.

In "Lerchenberg" zeigte sie ihr komisches Talent

Seither hat sie mit einigen der wichtigsten deutschen Filmemachern zusammengearbeitet, darunter Detlev Buck, Hans-Christian Schmid oder Vanessa Jopp. Sie schien dort jedoch zumeist auf Nebenrollen abonniert, genau wie bei ihren drei "Tatort"-Auftritten oder dem Engagement bei "Doctor's Diary". 

In der ZDF-Sitcom "Lerchenberg" konnte Eva Löbaus ihr komisches Talent in den Vordergrund stellen. Als Fernsehredakteurin Billie versucht sie darin die Karriere von Sascha Hehn wieder in Schwung zu bringen. 

Doch Löbau kann viel mehr als das. Auch die ernsthaften, tragischen Rollen lieben ihr. Das hat sie mit ihrem Debüt als "Tatort"-Kommissarin eindrucksvoll unter Beweis gestellt.  Für diese Rolle musste sie einige Opfer bringen: "Ich hatte ein Angebot für eine Festanstellung an einem Theater, das hätte mich total gereizt"; sagte sie dem stern. Die Absage ist ihr schwer gefallen. Für ihre Karriere war dies aber sicher förderlich: Anstatt einiger Hundert Zuschauer erreichte sie am Sonntagabend fast zehn Millionen Zuschauer. Mit der Anonymität könnte es also ab sofort vorbei sein.

che

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Hallo, seit langer Zeit bin ich auf der Suche nach einem Film, den ich vor ca. 25 Jahren gesehen habe. Es ist ein französischer Film von oder in der Art wie Eric Rohmer. Der Titel könnte "Betrug" oder ähnlich lauten. Es geht um eine Dreiecksgeschichte, bei der ein Mann von seiner Ehefrau und seinem besten Freund betrogen wird. Der Film erzählt seine Geschichte in Rückblenden und steigert die Spannung dadurch, dass der anfangs unwissende Zuschauer von Rückblende zu Rückblende mehr Informationen erhält, bis er gegen Ende sogar wissender ist als die Darsteller. Wie ein roter Faden zieht sich dabei die Frage durch den Film: Wer hat zu welchem Zeitpunkt was gewusst. - Ab wann wusste der betrogene Ehemann, dass er betrogen wurde? - Ab wann wussten die Betrüger, dass der Ehemann wusste, dass er betrogen wurde usw. Der Film beginnt äußerst langatmig. Wenn ich mich recht erinnere mit einer 20-minütigen fast statischen Kameraeinstellung. Zwei Personen (Ehefrau und Liebhaber) sitzen an einem Tisch eines sehr einfachen Restaurants. Aus dem Gespräch erfährt man, dass sie früher einmal ein Verhältnis hatten. Im Laufe der Unterhaltung verdichtet sich allmählich die Befürchtung, der Beste Freund/ Ehemann könnte eine Ahnung gehabt haben. Dann folgt die erste Rückblende. Dieses Prinzip von sich verdichtender Ahnung verstärkt sich immer mehr und verleiht dem Film eine - wie ich finde - einzigartige Dramaturgie. Wäre wundervoll, wenn jemand helfen könnte. Gruß Leo