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Krimi-Check: Sex, Liebe, Eifersucht – der Münchner "Tatort" macht auf Soap Opera

Der Münchner "Tatort" entdeckt die Polygamie und weiß auch nicht so recht, was er davon halten soll: In "Die Liebe, ein seltsames Spiel" geht es dienstlich und privat um komplizierte Beziehungsgeflechte.

Tatort München

Das leidenschaftliche Verhältnis von Kriminalhauptkommissar Ivo Batic (Miroslav Nemec) und Josie Cremer (Viola Wedekind) lässt ihn seine Arbeit vergessen

Worum geht's?

Ein Mann, fünf Frauen: So sieht das Leben des erfolgreichen Architekten Thomas Jacobi (Martin Feifel) aus. In seinen Augen läuft alles perfekt – nur leider wissen die Damen nichts voneinander. Als eine von ihnen von den Nachbarn tot aufgefunden wird, bekommt Jacobi ein Problem. Denn für die Kommissare Leitmayr (Udo Wachtveitl) und Batic (Miroslav Nemec) wird er schnell zum Hauptverdächtigen, auch wenn er genügend Frauen hat, die ihm Alibis geben. Doch selbst das hilft ihm nicht mehr, als ein zweiter Mord geschieht. Derweil vergnügt sich Batic privat selbst mit einer verheirateten Frau (Viola Wedekind), was wiederum Leitmayr nicht passt.

Warum lohnt sich dieser "Tatort"?

Vor allem wegen der Schauspieler: Von den Kommissaren bis zu den zahlreichen Nebenfiguren liefern alle tolle Leistungen ab. Und das, obwohl das Drehbuch reichlich mit Klischees sowie einer vorhersehbaren Handlung arbeitet.

Was nervt?

Ein bisschen unglaubwürdig ist das riesige Frauen-Netzwerk vom Architekten-Casanova Jacobi schon. Der verläuft außerdem sehr "Tatort"-typisch: Da ein Mord, hier eine Befragung, dann wieder ein Opfer – wirkliche Spannung will so nicht aufkommen. Da hilft es auch nichts, wenn Leitmayr das ironisch brechen darf: "Na, Kalli, was fragt der Fernsehkommissar?", heißt es einmal. Eine überraschende Wendung zum Schluss ist hingegen so hanebüchen, dass man sich fast das vorhersehbare Ende gewünscht hätte.

Die Kommissare?

Schließen leider nicht an dem erst vor wenigen Wochen ausgestrahlten "Der Tod ist unser ganzes Leben" an. Damals gab es starke Spannungen zwischen Batic und Leitmayr, der Krimi war insgesamt sehr düster. Davon ist nun nichts mehr zu spüren: Die beiden foppen sich liebevoll, Streit gibt's höchstens, weil Batics Affäre verheiratet ist und Leitmayr das nicht gutheißt. Oder ist das nur Eifersucht? Kollege Kalli (Ferdinand Hofer) will Abhilfe schaffen und seine Mutter mit Leitmayr verkuppeln. Insgesamt wird bei den Kommissaren viel gewitzelt, es herrscht Harmonie.

Ein- oder ausschalten?

Wer hat jetzt noch mal mit wem und wer ist der Betrüger und – hihihi – was ist eigentlich diese Polyamorie? Die Münchner rutschen diesen Sonntag leicht in Richtung Soap Opera ab. Trotzdem haben sich Batic und Leitmayr in 26 Jahren zu Recht eine solide Fanbasis erspielt: Wer die beiden mag, kann auch zu "Die Liebe, ein seltsames Spiel" getrost einschalten. 


Wie heißt der Film?
Hallo, seit langer Zeit bin ich auf der Suche nach einem Film, den ich vor ca. 25 Jahren gesehen habe. Es ist ein französischer Film von oder in der Art wie Eric Rohmer. Der Titel könnte "Betrug" oder ähnlich lauten. Es geht um eine Dreiecksgeschichte, bei der ein Mann von seiner Ehefrau und seinem besten Freund betrogen wird. Der Film erzählt seine Geschichte in Rückblenden und steigert die Spannung dadurch, dass der anfangs unwissende Zuschauer von Rückblende zu Rückblende mehr Informationen erhält, bis er gegen Ende sogar wissender ist als die Darsteller. Wie ein roter Faden zieht sich dabei die Frage durch den Film: Wer hat zu welchem Zeitpunkt was gewusst. - Ab wann wusste der betrogene Ehemann, dass er betrogen wurde? - Ab wann wussten die Betrüger, dass der Ehemann wusste, dass er betrogen wurde usw. Der Film beginnt äußerst langatmig. Wenn ich mich recht erinnere mit einer 20-minütigen fast statischen Kameraeinstellung. Zwei Personen (Ehefrau und Liebhaber) sitzen an einem Tisch eines sehr einfachen Restaurants. Aus dem Gespräch erfährt man, dass sie früher einmal ein Verhältnis hatten. Im Laufe der Unterhaltung verdichtet sich allmählich die Befürchtung, der Beste Freund/ Ehemann könnte eine Ahnung gehabt haben. Dann folgt die erste Rückblende. Dieses Prinzip von sich verdichtender Ahnung verstärkt sich immer mehr und verleiht dem Film eine - wie ich finde - einzigartige Dramaturgie. Wäre wundervoll, wenn jemand helfen könnte. Gruß Leo