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"Tatort" aus Ludwigshafen: Koppers letzter Fall wird zum Mafia-Drama

In seinem letzten "Tatort"-Einsatz gerät Mario Kopper in die Fänge der Mafia. Sein Abschied ist zu einem düsteren Drama über die Macht der organisierten Kriminalität geraten.

"Tatort: Kopper"

Szene aus dem "Tatort": Mario Kopper (Andreas Hoppe) will einen Freund beschützen - und tötet einen Mafioso.

  • 4 von 5 Punkten 
  • ein beklemmender Film über die Hilflosigkeit des Staates gegenüber der Macht der Mafia in Deutschland

Worum geht's?

Es hätte ein schöner Abend werden können: Mario Kopper (Andreas Hoppe) trifft überraschend seinen italienischen Jugendfreund Sandro und begießt das Wiedersehen mit ein paar Grappa in einer Bar. Als dieser von einem Unbekannten angegriffen wird, greift Kopper zur Waffe. Beide fliehen. Schnell wird klar: So zufällig war die Begegnung der Freunde gar nicht. Denn Sandro war Mitglied des Mafia-Zweigs Stidda und will als Kronzeuge auspacken, wenn er dafür Zeugenschutz bekommt. Lena Odenthal (Ulrike Folkerts) und Johanna Stern (Lisa Bitter) versuchen den Mord aufzuklären - nichtsahnend, dass es Kopper war, der den tödlichen Schuss abgegeben hat.

Warum lohnt sich dieser "Tatort"?

In der globalisierten Welt ist eine Verbrecherorganisation wie die Mafia schon längst kein rein italienisches Problem mehr, ihre Macht ist buchstäblich grenzenlos. Anhand des Themas Müllentsorgung zeigt der "Tatort" (Buch: Patrick Brunken, Regie: Roland Suso Richter) die europaweite Verflechtung der organisierten Kriminalität. Der vor der Mafia geflohene Sandro bringt das anschaulich auf den Punkt: "Die Verbindung Mannheim-Agrigent ist wie eine kommunizierende Röhre: Fällt hier ein Sack Koks um, fallen dort ein paar Männer um."

Was nervt?

Vielleicht ist das Thema Mafia einfach zu komplex für einen 90-minütigen "Tatort". Auf jeden Fall zeigt sich hier ein Grundproblem vieler deutscher Fernsehfilme: Es wird viel geredet und erklärt, aber wenig gezeigt.

Die Kommissare?

"Kopper" heißt die Folge, folgerichtig steht Kopper auch im Zentrum dieses Falls. Wir erfahren auf den letzten Drücker noch einmal mehr über die Vergangenheit und das Privatleben des sympathischen Kommissars. Zum Beispiel, dass der in Italien eine Freundin hat.

Ein- oder Ausschalten?

Unbedingt einschalten - allein schon weil Mario Kopper nach 21 Jahren letztmalig im "Tatort" ermittelt.