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"Tatort" Wien: Der Mörder im Schutzanzug: So wird der neue Fall von Eisner und Fellner

In der "Tatort"-Episode "Die Faust" bekommen es Moritz Eisner und Bibi Fellner mit einem mordenden Phantom zu tun. Für Aufheiterung sorgen da nur die sarkastischen Sprüche der Ermittlerin.

Tatort aus Wien

Eisner (Harald Krassnitzer) und Fellner (Adele Neuhauser) am Fundort der ersten Leiche

  • 4 von 5 Punkten
  • ein "Tatort", der Spionage-Thriller sein möchte und auch aktuelle Themen wie die ungleichen Karriere-Chancen von Männern und Frauen anprangert


Worum geht's?

Bei einer Wohnungsbesichtigung bietet sich den Interessenten ein schauriger Anblick: In einem Zimmer hängt eine Leiche, an die Wand genagelt wie Jesus ans Kreuz. Wenig später geschehen zwei weitere Morde. Bibi Fellner und Moritz Eisner versuchen herauszufinden, ob die drei Opfer in einem Zusammenhang stehen. Nicht nur das Motiv des Täters stellt die Ermittler vor eine Herausforderung, sondern auch die Tatsache, dass alle drei Toten unter falschen Namen in gelebt haben.

Warum lohnt sich dieser " "?

Regisseur Christopher Schier drehte bereits im vergangenen Jahr mit der Episode "Wehrlos" einen sehenswerten "Tatort" aus Wien. Auch dieses Mal gelingt ihm ein spannender Mix aus Grusel und Witz. Der Mörder, der als Phantom im weißen Schutzanzug umgeht, jagt dem Zuschauer nicht nur einmal einen Schauer über den Rücken.

Tatort aus Wien

Dominik Maringer spielt Hauptmann Clemens Steinwendtner

Was nervt?

Wenn ein neuer Kollege kommt, ist der immer gleich ein Konkurrent oder ein Vollidiot. Auch Moritz Eisner und sticheln gegen den jungen Hauptmann Clemens Steinwendtner, weil er es mit den Vorschriften zu genau nimmt und lieber vorm Laptop recherchiert als am Tatort. Dabei müssen neue Ansichten nicht automatisch schlecht sein, immerhin trägt Steinwendtner auch etwas zu den Ermittlungen bei. Was ebenfalls nervt sind die brutalen Details des dritten Mordes. So etwas gibt es sonst nur in Schwedenkrimis, und die laufen in der Regel erst nach 22 Uhr.

Die Kommissare?

Die beiden Ermittler sind wie ein altes Ehepaar, das nicht immer mit-, aber irgendwie auch nicht ohneeinander kann. Als sich Fellner als Leiterin für eine neue Abteilung bewerben will, sagt : "Dann bist du weg, also auch von mir." Bibi findet allerdings, dass bei der Polizei endlich auch mal eine Frau eine Führungsposition bekommen sollte. Sie will den Posten nicht kampflos dem jungen Kollegen Clemens Steinwendtner überlassen. Auch wenn der wohl die besseren Chancen hat, wie sie sarkastisch bemerkt: "Er erfüllt alle Kriterien von einer Polizeikarriere: keine Ahnung, keine Skrupel, keine Titten."

Ein- oder Ausschalten?

Einschalten! Der Fall bleibt bis zum Schluss spannend, auch wenn die Lösung dann etwas ernüchternd ist. Dafür entschädigen die bissigen Kommentare von Majorin Bibi Fellner.


Wie heißt der Film?
Hallo, seit langer Zeit bin ich auf der Suche nach einem Film, den ich vor ca. 25 Jahren gesehen habe. Es ist ein französischer Film von oder in der Art wie Eric Rohmer. Der Titel könnte "Betrug" oder ähnlich lauten. Es geht um eine Dreiecksgeschichte, bei der ein Mann von seiner Ehefrau und seinem besten Freund betrogen wird. Der Film erzählt seine Geschichte in Rückblenden und steigert die Spannung dadurch, dass der anfangs unwissende Zuschauer von Rückblende zu Rückblende mehr Informationen erhält, bis er gegen Ende sogar wissender ist als die Darsteller. Wie ein roter Faden zieht sich dabei die Frage durch den Film: Wer hat zu welchem Zeitpunkt was gewusst. - Ab wann wusste der betrogene Ehemann, dass er betrogen wurde? - Ab wann wussten die Betrüger, dass der Ehemann wusste, dass er betrogen wurde usw. Der Film beginnt äußerst langatmig. Wenn ich mich recht erinnere mit einer 20-minütigen fast statischen Kameraeinstellung. Zwei Personen (Ehefrau und Liebhaber) sitzen an einem Tisch eines sehr einfachen Restaurants. Aus dem Gespräch erfährt man, dass sie früher einmal ein Verhältnis hatten. Im Laufe der Unterhaltung verdichtet sich allmählich die Befürchtung, der Beste Freund/ Ehemann könnte eine Ahnung gehabt haben. Dann folgt die erste Rückblende. Dieses Prinzip von sich verdichtender Ahnung verstärkt sich immer mehr und verleiht dem Film eine - wie ich finde - einzigartige Dramaturgie. Wäre wundervoll, wenn jemand helfen könnte. Gruß Leo