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TV-Ausblick: Camper aus Leidenschaft

Camping hat viele Vorzüge. Die vergleichsweise günstigen Übernachtungskosten sind nur einer davon. Der fällt weniger ins Gewicht, wenn erst ein Wohnmobil angeschafft wird, das so viel kostet wie ein Einfamilienhaus. Da zählen dann andere Werte.

Camper aus Leidenschaft

Von der Freiheit auf Rädern - Camper in Dünen. Foto: Stephanie Golluscio/ZDF

Raum ist in der kleinsten Hütte. Das gilt sogar für Zelte - oder einen Campingwagen.

Erstaunlich viele Menschen haben gerne so ein luftiges Dach über dem Kopf oder lieber noch einen Campingbus - wie die Reportage «Camper aus Leidenschaft» mit dem Untertitel «Von der Freiheit auf Rädern» zu berichten weiß. Sie ist am Sonntag (12. August, 18 Uhr) im zu sehen.

Das «Südseecamp» in Wietzendorf bei Soltau - hierher kommen schon seit 20 Jahren ganz eingefleischte Campingfreunde. Darunter befindet sich das Ehepaar Frank und Heike aus Hannover, deren jüngste Tochter Laura quasi ins hineingeboren wurde. Auf ihrem angestammten Platz steht seit 17 Jahren der eigene Campingwagen, den sie damals für 3500 Euro gekauft hatten. Für so ein Fahrzeug können aber auch gern 350 000 Euro anfallen, wobei dann heftig die Frage diskutiert wird, ob derartiger Luxus denn noch etwas mit dem ursprünglichen Camping zu tun habe. Vom Zelten mal ganz zu schweigen.

Auf dem «Regenbogen»-Campingplatz in Prerow auf der Halbinsel Darß - zwischen Rostock und Stralsund an der Ostsee gelegen - verbringt gerade Familie Blumberg aus Dortmund ihren Urlaub. Florian, Alice und die Kinder Sam und Emily campen zum ersten Mal und haben sich dazu ein Wohnmobil der Mittelklasse geliehen. Alice regt sich etwas darüber auf, dass direkt vor ihrem Zelt nackte Menschen herumlaufen - was aber auf einem -Platz durchaus üblich ist. Da ist wohl bei der Planung etwas schief gelaufen.

Pamela kommt schon seit 1962 an diesen Strand und ist eingefleischter FKK-Fan. «Also für mich war es wie ein Stück Freiheit. Und ich denke, wir waren ja so eingeengt und haben somit Möglichkeiten gesucht, uns ein bisschen frei zu bewegen - und dazu gehörte vielleicht auch diese ganze FKK-Bewegung», sagt sie dazu im Film. Sie beklagt, dass immer mehr Angezogene die mühsam erkämpfte Freiheit des Nacktseins bedrohen. Ansonsten geht es aber um leichtere Themen wie Luft- und Wassertemperatur, defekte Kühlschränke und Wasserpumpen oder die sich nicht öffnende Schranke zum Campingplatz.

Filmautor Sören Folkens («Die Trödelprofis - Alles muss raus», ZDF) stellt diese beiden Beispiele in seiner unterhaltsamen Reportage vor, und etliche Fakten liefert er dazu auch. Nicht zuletzt sind es die günstigen Preise, die das Camping in Deutschland für viele Menschen attraktiv macht. Über 26 Millionen Übernachtungen pro Jahr zählen heimische Campingplätze allein mit deutschen Besuchern, und über 11 Millionen Mitbürger können sich mittlerweile einen Urlaub auf dem Campingplatz vorstellen.

Die Anfahrt ist meist nicht zu lang, die gewohnten Nachbarn fördern Freundschaft und Zusammenhalt, gelegentlich stellt sich wohl auch ein gewisses Südsee-Feeling ein. Aber mögen muss man diese - für viele immer noch etwas abenteuerliche - Urlaubsform halt schon.

dpa
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Wie heißt der Film?
Hallo, seit langer Zeit bin ich auf der Suche nach einem Film, den ich vor ca. 25 Jahren gesehen habe. Es ist ein französischer Film von oder in der Art wie Eric Rohmer. Der Titel könnte "Betrug" oder ähnlich lauten. Es geht um eine Dreiecksgeschichte, bei der ein Mann von seiner Ehefrau und seinem besten Freund betrogen wird. Der Film erzählt seine Geschichte in Rückblenden und steigert die Spannung dadurch, dass der anfangs unwissende Zuschauer von Rückblende zu Rückblende mehr Informationen erhält, bis er gegen Ende sogar wissender ist als die Darsteller. Wie ein roter Faden zieht sich dabei die Frage durch den Film: Wer hat zu welchem Zeitpunkt was gewusst. - Ab wann wusste der betrogene Ehemann, dass er betrogen wurde? - Ab wann wussten die Betrüger, dass der Ehemann wusste, dass er betrogen wurde usw. Der Film beginnt äußerst langatmig. Wenn ich mich recht erinnere mit einer 20-minütigen fast statischen Kameraeinstellung. Zwei Personen (Ehefrau und Liebhaber) sitzen an einem Tisch eines sehr einfachen Restaurants. Aus dem Gespräch erfährt man, dass sie früher einmal ein Verhältnis hatten. Im Laufe der Unterhaltung verdichtet sich allmählich die Befürchtung, der Beste Freund/ Ehemann könnte eine Ahnung gehabt haben. Dann folgt die erste Rückblende. Dieses Prinzip von sich verdichtender Ahnung verstärkt sich immer mehr und verleiht dem Film eine - wie ich finde - einzigartige Dramaturgie. Wäre wundervoll, wenn jemand helfen könnte. Gruß Leo