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RTL-Tanzshow "Wie Fiffi ans Gehackte" – bei "Let's Dance" fließen am Ende bittere Tränen

Vanessa Neigert und Alexandru Ionel blicken traurig
Für Vanessa Neigert und Alexandru Ionel ist bei Let’s Dance" nach Folge 2 Schluss
© TVNOW / Stefan Gregorowius
Dem einen fliegt die Brille weg, der andere hat zu wenig Öl an der Hüfte und Rübezahl ist auch im Spiel: Nach dem Soft Launch ohne Rausschmiss in der Vorwoche ging es in Folge 2 von "Let’s Dance" im Wechselschritt ans Eingemachte.
Von Ingo Scheel

Am schönsten ist dieser leere Blick von Rurik Gislason, während er Jorge Gonzalez beim jurorigen Radebruch zuhört. Ungefähr so gucken Fußballer sonst nur, wenn der neue Trainer vor dem ersten Auswärtsspiel an der Taktiktafel hantiert und seinem just übernommenen, akut abstiegsgefährdeten Team etwas von hängender Sechs, Achter-Rochade gegen den Ball und den Vorzügen des Schalker Kreisel erzählt. "Gib’ mir ein bisschen, Baby", die Devise, und nach dem Kick gibt es Bananas für alle. Als Motzi dann noch "Shake it" ausstößt und Joachim Llambi sich fragt, was hier wohl in den nächsten Wochen erst los sein wird, ist die Sause fast schon wieder vorbei.

Angefangen hatte alles gewohnt stimmungsvoll. Viel Nebel, viel Strass, so ein bisschen wie "Apassionata" ohne Pferde. Auch am Jurytisch ordentlich Schauwerte, selbst Herr Llambi hatte sich diesmal etwas Lametta ins Jackett einnähen lassen, konnte mit Herrn Gonzalez’ Frisur, einer Mischung aus haariger Haiflosse und Hinterkopf-Einhorn dennoch nicht mithalten. Auf bald vier Stunden war die Tanzsause angesetzt, kein Wunder, galt es doch erneut, nicht weniger als vierzehn Tanzpaare durchzuschleusen. Lola und Christian ramalamadingdongten sich als Auftaktpaar zu stolzen 19 Punkten, nachdem sie sich in der Trainingswoche über ihren Bildungshintergrund ausgetauscht hatten, hier der Eisenbahner, dort das Showgirl aus der Waldorf-Schule.

Joachim Llambi über Let's Dance

Joachim Llambi will sich Mickie Krause schön trinken

Andrzej schob danach Auma zu den proto-präsidialen Klängen von Aretha Franklin durch die Kulisse. Jorge fand das "gut gemeistert", Herr Llambi "nicht so gut" und für Motsi wackelten die Füße zu stark. Wackeln, das Stichwort, der gute Mickie Krause, stilecht im Guns N’ Roses-Shirt beim Training, bangte beim Cha-Cha-Cha so sehr mit dem Kopf, dass ihm die Brille von selbigen flog und ein Glas dabei drauf ging. Witzchen hier, Scherzchen da, sogar ein paar Lacher dabei. Seit Malle zu hat, wird Mickie doch nochmal lustig. Ungewohnt, das Ganze. Llambi konnte darüber gar  nicht lachen, verlangte stattdessen ein Schmerzmittel: "Bring mal ne Flasche Korn mit, damit man sich das schön trinken kann." Oder um es mit Mickie Krause zu sagen: Geh’ mal Bier holen, du tanzt schon wieder Salsa.

Aber weiter im Takt: Vanessa Neigert bot laut Llambi in der Mitte zehn okaye Sekunden und sonst nix. "Zumindest haste ein Fransenkleid an, sodass sich was bewegt." Ilse DeLange hatte die Frikandeln der Vorwoche gut verdaut, "schön im Arm gestanden" und performte  ganz nach der Devise: "Wenn der untere Teil stimmt, dann kann der obere Teil spielen." Apropos oberer Teil und spielen: Im Einspieler nickte auch Senna noch ein wenig nach Art eines Wackeldackels, beim Tanz war sie dann wiederum "ein bisschen zu fest", wie Motsi bemängelte. Beim Men-only-Paar Nicolas und Vadim regnete es Männer und solide achtzehn Punkte. Jorge griff kurz zum Obst, für Daniel Hartwich eine leichte Enttäuschung: "Das ist die kleinste Banane, die du je mitgebracht hast."

Es knistert bei Simon Zachhuber auf dem Parkett von "Let's Dance"

Wesentlich größer wurde die Banane auch bei Jan Hofer nicht. Der Cha-Cha-Cha förderte vor allem eine Erkenntnis bei ihm zutage: "Meine Hüfte braucht Ölung." Kein Wunder, nachdem der Mann 36 Jahre gesessen hat. "Schönheit braucht Schmerz", dagegen die Erkenntnis bei Kim und Pasha. Bei Valentina und Valentin im Anschluss eine überaus überzeugende Konsolidierung der Siegesambitionen aus der Auftaktsendung. "Chica mega", tönte es von Jorge, "bombastisch" fand es Motsi, selbst Herr Llambi hatte "wenig zu meckern". 23 Punkte, eine überzeugende Wertung. Kai Ebel und Partnerin Kathrin brachten es nicht einmal auf die Hälfte, dabei hätte allein das Hemd von Meister Ebel, eine Mischung aus barockem Fesselballon und 50er-Jahre-Gardine, ein paar Extrapunkte verdient gehabt. Joachim Llambi ließ sich von derlei Couture kaum blenden, sah in Ebel vielmehr erst Rübezahl, dann den Glöckner von Notre Dame, der über die Tanzfläche schiebt. Immerhin knapp zweistellig, die Punktezahl.

Das Schluss-Trio im Schnelldurchlauf: Bei Simon Zachhuber und seiner Partnerin Patricija knistert es bereits jetzt unübersehbar, da könnte sich eine Romanze nach Hänni/Luft-Art anbahnen. Oder wie Llambi es formulierte: "Der geht ran wie Fiffi ans Gehackte". Erol Sander und Marta Maschine tanzten sich per Tango und "Vier Jahreszeiten" in den erweiterten Favoritenkreis. Ein Ort also, an dem Rurik und "Volle Granata"-Renata sich seit letzter Woche bereits befinden und diesmal per Wildcard in die nächste Runde glitten. Entglitten dagegen die Gefühle bei Vanessa Neigert, deren, wir erinnern uns, zehn guten Sekunden in der Mitte letztlich nicht ausreichten. Bittere Tränen bei der Geschassten, Tanzpartner Alexandru sank für einen Moment gar zu Boden. Nächste Woche wird wieder vor dem Fernseher getanzt.


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