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TV-Tipp: Das System Milch

Berlin - Ob die Milch von glücklichen Kühen kommt, weiß vielleicht niemand so genau. Was jedoch bekannt ist: In Europa geht es pro Jahr um die Produktion von fast 200 Billionen Tonnen Milch und Milchpulver und um einen Markt von etwa 100 Milliarden Euro.

Das System Milch

Milchkühe. Ob sie glücklich sind? Foto: «Against Photography»

Ob die von glücklichen Kühen kommt, weiß vielleicht niemand so genau. Was jedoch bekannt ist: In Europa geht es pro Jahr um die Produktion von fast 200 Billionen Tonnen Milch und Milchpulver und um einen Markt von etwa 100 Milliarden Euro.

Das erläutert die Dokumentation «Das System Milch». Arte zeigt sie am Dienstag (21. November) um 20.15 Uhr.

«Die Milch macht's» - so lautete ein bekannter Werbespruch. So weit, so gut - doch in den vergangenen Jahrzehnten gab es weltweit einen enormen Strukturwandel in der Landwirtschaft. Und das Verhältnis des Menschen zur Milch hat sich stark verändert. Sie ist zwar ein gefragter Rohstoff - und dies erst recht, seitdem auch die Chinesen auf den Geschmack gekommen sind. Der Film zeigt aber vor allem, was für ein riesiges Geschäft mit der Milch gemacht wird.

Der Konkurrenzkampf ist groß, der Druck enorm - die Milch soll - im Gegensatz zur Butter - nicht teurer werden, aber die Höfe moderner und die leistungsfähiger. Doch das ist schwierig. Die Molkereien als Schnittstelle zwischen Produzenten und Konsumenten spielen dabei eine mächtige Rolle - ihnen geht es vor allem um neue Kunden und neue Produkte wie ein spezielles Milchpulver für Senioren. Vom ehedem sozialen Aspekt dieser traditionell genossenschaftlich organisierten Betriebe ist heute wenig übrig.

Zwei Landwirte werden im Film porträtiert. Peder Mouritsen aus Norre Nebel in Dänemark ist kein einfacher Bauer - er arbeitet mit seinem Sohn als Unternehmer mit sechs Höfen, 750 Kühen und zwölf Angestellten. Im schwäbischen Donzdorf arbeitet Familie Geiger mit 250 Kühen in einem Familienbetrieb - hier wie dort wird die Monopolisierung der Molkereien beklagt, und dass die Milchbauern überhaupt keinen Einfluss auf Abnahmemengen und -preise haben.

Im Stall kehrt ein fahrender Roboter die Hinterlassenschaften der Kühe weg, und ohne Melkroboter ginge kaum noch was. «Wir bekommen jetzt 27 Cent pro Liter, aber mindestens 40 müssten es sein, um kostendeckend zu arbeiten», sagt der Jungbauer vom Geigerhof im Film. Der Durchschnitt in der EU auf das ganze Jahr gerechnet liegt bei 33 Cent. Der Konsument im Supermarkt zahlt in Deutschland nach den Daten aus der Doku im Schnitt 68 Cent für einen Liter fettarme Trinkmilch. Der Prokopfverbrauch bei Frischmilcherzeugnissen liegt bei jährlich 85 Kilo.

Der Journalist Andreas Pichler ist mit Kühen aufgewachsen und beschreibt das Milchgeschäft - quer durch bis nach Afrika und China - sehr anschaulich und als «ziemlichen Wahnsinn». Dazu gehört auch der ebenso schwierige wie leidenschaftliche Kampf von Biobauern, die bis zur Selbstausbeutung schuften.

Neben Milchbauern äußern sich im Film auch Molkereivorstände, Politiker, Lobbyisten und Wissenschaftler - über die Folgen für die Umwelt, die Wirtschaft und die Verbraucher, die für Milch im Grunde einen höheren Preis bezahlen müßten. Pichler geht auch der spannenden Frage nach, ob dieses begehrte Getränk wirklich so gesund ist wie behauptet wird - immerhin sind fast zwei Drittel aller Erwachsenen weltweit laktoseintolerant.

Die Milchkühe kümmert das sicher nicht. Eine normale Kuh kann bis zu 20 Jahre alt werden, eine «Hochleistungskuh» höchstens 5 - sie leiden nicht zuletzt unter dem Stress von Leistungsschauen. Auf die grüne Wiese kommen die meisten Kühe schon gar nicht mehr, weil das viel zu aufwendig wäre. Man darf mit vollem Recht fragen, wie glücklich sie wohl sind.

dpa
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Wie heißt der Film?
Hallo, seit langer Zeit bin ich auf der Suche nach einem Film, den ich vor ca. 25 Jahren gesehen habe. Es ist ein französischer Film von oder in der Art wie Eric Rohmer. Der Titel könnte "Betrug" oder ähnlich lauten. Es geht um eine Dreiecksgeschichte, bei der ein Mann von seiner Ehefrau und seinem besten Freund betrogen wird. Der Film erzählt seine Geschichte in Rückblenden und steigert die Spannung dadurch, dass der anfangs unwissende Zuschauer von Rückblende zu Rückblende mehr Informationen erhält, bis er gegen Ende sogar wissender ist als die Darsteller. Wie ein roter Faden zieht sich dabei die Frage durch den Film: Wer hat zu welchem Zeitpunkt was gewusst. - Ab wann wusste der betrogene Ehemann, dass er betrogen wurde? - Ab wann wussten die Betrüger, dass der Ehemann wusste, dass er betrogen wurde usw. Der Film beginnt äußerst langatmig. Wenn ich mich recht erinnere mit einer 20-minütigen fast statischen Kameraeinstellung. Zwei Personen (Ehefrau und Liebhaber) sitzen an einem Tisch eines sehr einfachen Restaurants. Aus dem Gespräch erfährt man, dass sie früher einmal ein Verhältnis hatten. Im Laufe der Unterhaltung verdichtet sich allmählich die Befürchtung, der Beste Freund/ Ehemann könnte eine Ahnung gehabt haben. Dann folgt die erste Rückblende. Dieses Prinzip von sich verdichtender Ahnung verstärkt sich immer mehr und verleiht dem Film eine - wie ich finde - einzigartige Dramaturgie. Wäre wundervoll, wenn jemand helfen könnte. Gruß Leo