HOME

TV-Tipp: Deutschland und die Flüchtlinge

Deutschlands Bürgermeister ziehen Bilanz. Sie erzählen in dieser Reportage, ob es ihren Städten und Gemeinden gelungen ist, Flüchtlinge zu integrieren. Aus den Erfahrungsberichten entsteht ein Bild mit vielen Abstufungen.

Deutschland und die Flüchtlinge

«Herzlich willkommen» in verschiedenen Sprachen. Foto: Monika Skolimowska

Seit 2015 hat die Bundesrepublik mehr als eine Million Flüchtlinge aufgenommen. Sie gerecht auf Städte und Gemeinden zu verteilen, ihnen Wohnraum und Arbeitsmöglichkeiten zu bieten, war für den Staat eine enorme Herausforderung.

Doch die Bundesregierung blickte optimistisch in die Zukunft: «Wir haben so vieles geschafft - wir schaffen das!», sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) damals.

Ob es tatsächlich gelungen ist, versucht eine Reportage in Erfahrung zu bringen, die das ZDF am Dienstag (4. Juni) um 20.15 Uhr zeigt. Sie setzt dort an, wo Migration endet und Integration beginnt. Im Mittelpunkt stehen aber nicht die betroffenen Flüchtlinge, sondern Deutschlands Bürgermeister, die Bilanz ziehen.

Es geht um Fragen nach Veränderungen im Alltag der Bürger, nach Problemen und neu entstandener Kriminalität. Was passiert in Regionen mit spürbarer Wohnungsnot? Wo gibt es Engpässe bei Schulklassen und Arbeitsmarkt? Wie reagieren Einheimische auf die Neuankömmlinge?

Die Ergebnisse sind vielschichtig - wenn auch nicht immer überraschend: Offensichtliche Unterschiede zeigen sich zwischen Ost und West, zwischen reichen und armen Städten. Ballungsgebiete müssen mit einer höheren Belastung fertig werden, während in kleineren Orten der Zuzug dazu beitragen kann, manches zu erhalten, was sonst verschwinden würde. Als Beispiel wird in der Reportage das brandenburgische Golzow angeführt, wo eine Grundschule es acht Flüchtlingskindern zu verdanken hat, dass sie noch immer existiert.

So unterschiedlich die Erfahrungen der Bürgermeister sind, sie alle bemühen sich, ein möglichst realistisches, ungeschöntes Bild von der Situation zu zeichnen. Für die meisten stellt sich die Lage so dar, dass es vor allem Probleme zu bewältigen gilt, mit denen Städte und ihre Bewohner auch schon vorher zu kämpfen hatten.

dpa