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TV-Tipp: Die defekte Katze

Kian und Mina sind verheiratet, aber wie Fremde. Sie haben über eine arrangierte Ehe zusammengefunden. Der Film «Die defekte Katze» erzählt eine Liebesgeschichte anders herum.

Die defekte Katze

Mina (Pegah Ferydoni) liebt es zu schwimmen, doch manchmal wird diese neu gewonnene Freiheit für sie im wahrsten Sinne des Wortes zum Alptraum. Foto: Glory Film/BR

Kennenlernen, verlieben - so läuft es wohl bei den meisten Paaren, bevor sie sich zum Heiraten entschließen. Kian und Mina machen es in dem Film «Die defekte Katze» anders.

Regisseurin und Drehbuchautorin Susan Gordanshekan zeigt eine Liebesgeschichte in umgekehrter Reihenfolge: Ihr Film erzählt, wie die beiden in ihrer arrangierten Ehe versuchen, sich einander zu nähern und wie schwierig das ist.

Auf Arte ist das Beziehungsdrama am Mittwoch (24. April) um 21.40 Uhr zu sehen. Kian und Mina beginnen ein gemeinsames Leben in Deutschland. Kian (Hadi Khanjanpour, «Bad Banks») stammt aus dem Iran, ist in Deutschland aufgewachsen und arbeitet als Arzt. Der junge Mediziner macht Karriere, bald soll er Oberarzt werden. Kian ist auf der Suche nach einer Frau, doch mit seinen Dates hat der junge Mann keinen Erfolg.

Ähnlich ergeht es Mina (Pegah Ferydoni, «Türkisch für Anfänger»), die im Iran lebt, Elektrotechnik studiert hat und endlich heiraten will. Einen Job findet sie in Deutschland nicht. Um tagsüber Gesellschaft zu haben, besorgt sich Mina eine Katze, die sich auffällig verhält und wohl das Auf und Ab in der Beziehung symbolisieren soll. Kian mag keine Katzen, ihm ist das merkwürdige Tier unheimlich.

Nach der Uraufführung auf der Berlinale im vergangenen Jahr lief «Die defekte Katze» noch auf mehreren anderen Festivals und kam im Herbst ins Kino. Es geht um Mann und Frau, Tradition und Moderne, Ost und West, Heimat und Fremde. Diese Themen bilden den Hintergrund, im Mittelpunkt steht die Beziehung von Kian und Mina.

Kian ist fürsorglich und liebevoll, reagiert aber wie ein eifersüchtiger Macho, als er Mina mit Lars (Constantin von Jascheroff) beim vermeintlichen Fremdgehen erwischt. Sie vermisst ihre Freundinnen, langweilt sich und ist frustriert. Mina hat ihren eigenen Willen, lässt sich nicht einschüchtern. Immer weiter entfernt sich das Paar voneinander.

«Alle Beziehungen stehen irgendwann vor ähnlichen Herausforderungen, unabhängig davon, wie sie entstanden sind», sagte Gordanshekan zu ihrem Spielfilm-Debüt. Auch der romantischen Liebe gehe eine Idealvorstellung voraus. «Diese Idealvorstellung loszulassen, eröffnet die Chance, sich auf einen anderen Menschen mit all seinen Schwächen und Eigenarten einzulassen.»

dpa
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