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TV-Tipp: Goliath

Ein versoffener Anwalt kümmert sich um einen Fall, der einige Nummern zu groß für ihn ist. Er steht im Mittelpunkt der US-Serie «Goliath».

Goliath

Billy Bob Thornton in einer Szene der 2. Staffel der Serie "Goliath". Foto: Merie Wallace

Anwälte haben es ganz offensichtlich auch nicht leicht - von allem dann nicht, wenn die Frau weg ist, der gute in der Kanzlei auch, und nur noch der Alkohol als treuer Begleiter bleibt. Wie es einem solchen Mann ergeht, zeigt nun die zweite Staffel der achtteiligen Serie «Goliath», die an diesem Freitag bei Amazon Prime Video startet, auch in deutscher Sprache.

Held der Serie ist Billy McBride ( ), ein ziemlich heruntergekommener Anwalt in Los Angeles. In der ersten Staffel hatte er sich mit einem großen Rüstungskonzern und dessen gefährlichen Bombentests angelegt - und den Prozess gewonnen. Jetzt wird Julio Suarez (Diego Josef), der 16-jährige Sohn eines Freundes von Billy und ein eher introvertiert wirkender Latino, verhaftet - er soll zwei Kumpels beim Fernsehen erschossen haben. Zunächst sieht alles wie ein klarer Mordfall aus, doch dann beginnt Billy mit seiner Assistentin Patty (Nina Arianda) den Prozeß vorzubereiten, wobei sie auf eine tödliche Verschwörung im Untergrund von Los Angeles stoßen.

Es ist also wieder ein großer Gegner, ein Goliath, mit dem es der Zwerg namens Billy zu tun bekommt. Und erneut steht ihm Patty, eine ehemalige Prostituierte, zur Seite - ebenso wie seine Tochter Denise (Diana Hopper). Allerdings fehlt ihm diesmal ein Gegenspieler wie sein Kollege aus der ehemals gemeinsamen Praxis, Mr. Cooperman (William Hurt) aus der ersten Staffel, der mit seinen Verbrennungen im Gesicht, seinem unheimlichen Geflüster und vor allem mit seinem ewigen Tickern mit einem Knackfrosch immerhin für leichtes Schaudern sorgte.

Jetzt muss Billy mit dem ehrgeizigen Bauunternehmer Tom Wyatt (Mark Duplass) und mit Hakeen Rashad (Morris Chestnut), einem missgünstigen Anwalt, Vorlieb nehmen. Immerhin taucht noch eine Frau mit Format auf: Marisol Silva (Ana de la Reguera) ist eine Politikerin, die als erste Latina die neue Bürgermeisterin von L.A. werden will, deren Wahlkampf von Drogenbaronen finanziert wird - und mit der Billy sogleich eine Affäre beginnt. Reguera ist aus der Serie «Narcos» bekannt, und auch nahezu alle anderen Schauspieler traten in diversen US-Serien auf. «Goliath» stammt aus der Feder von David E. Kelley («Ally McBeal») und Jonathan Shapiro («Practice - Die Anwälte»).

Sie haben ihre Serie ganz auf Billy Bob Thornton (62, «Fargo») zugeschnitten, der mit seiner schmalen Figur und seiner zurückhaltenden Art ganz gut verbergen kann, dass seine Figur über brillante rhetorische und intellektuelle Fähigkeiten verfügt. Er verleiht diesem einsamen und traurigen Billy etwas leicht Verschlagenes, wobei er aber stets so wirkt, als könne er keiner Fliege etwas zu leide tun. Billy füttert gerne streunende Hunde, fährt meist einen wunderschönen alten Ford Mustang und hat wenig Glück bei den Frauen. Dafür trinkt er umso mehr.

Ohne Billy Bob Thornton, der für seine Rolle mit dem Golden Globe 2017 als bester Schauspieler in einer Drama-Serie ausgezeichnet wurde, wäre diese Serie ziemlich langweilig. Sie ist eher betulich erzählt, kaum ein Satz kommt ohne das Wort «fuck» aus, und es wimmelt nur so von Klischees. Da die erste Staffel von als ein großer Erfolg betrachtet wird (exakte Zahlen liefert der Streaminganbieter nie), kommt vermutlich noch eine dritte Staffel.

dpa
Wie heißt der Film?
Hallo, seit langer Zeit bin ich auf der Suche nach einem Film, den ich vor ca. 25 Jahren gesehen habe. Es ist ein französischer Film von oder in der Art wie Eric Rohmer. Der Titel könnte "Betrug" oder ähnlich lauten. Es geht um eine Dreiecksgeschichte, bei der ein Mann von seiner Ehefrau und seinem besten Freund betrogen wird. Der Film erzählt seine Geschichte in Rückblenden und steigert die Spannung dadurch, dass der anfangs unwissende Zuschauer von Rückblende zu Rückblende mehr Informationen erhält, bis er gegen Ende sogar wissender ist als die Darsteller. Wie ein roter Faden zieht sich dabei die Frage durch den Film: Wer hat zu welchem Zeitpunkt was gewusst. - Ab wann wusste der betrogene Ehemann, dass er betrogen wurde? - Ab wann wussten die Betrüger, dass der Ehemann wusste, dass er betrogen wurde usw. Der Film beginnt äußerst langatmig. Wenn ich mich recht erinnere mit einer 20-minütigen fast statischen Kameraeinstellung. Zwei Personen (Ehefrau und Liebhaber) sitzen an einem Tisch eines sehr einfachen Restaurants. Aus dem Gespräch erfährt man, dass sie früher einmal ein Verhältnis hatten. Im Laufe der Unterhaltung verdichtet sich allmählich die Befürchtung, der Beste Freund/ Ehemann könnte eine Ahnung gehabt haben. Dann folgt die erste Rückblende. Dieses Prinzip von sich verdichtender Ahnung verstärkt sich immer mehr und verleiht dem Film eine - wie ich finde - einzigartige Dramaturgie. Wäre wundervoll, wenn jemand helfen könnte. Gruß Leo