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TV-Tipp Matze, Kebab und Sauerkraut

Matze, Kebab und Sauerkraut"
Noch hat Charlotte (Christine Eixenberger, l) sich für keinen der Jungs entschieden. Hakim (Omar El-Saeidi, M) und Noah (Franz Dinda, r) geben alles um ihr zu gefallen. Foto: Daniela Incoronato/ZDF/dpa
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Dreimal Stereotyp: Franz Dinda als Jude Noah, Omar El-Saeidi als Moslem Akim und Christine Eixenberger als Christin Charlotte begeben sich in einer ZDF-Komödie in eine Dreiecksbeziehung.

Es ist Liebe auf den ersten Blick, da sind sich Noah (Franz Dinda) und Akim (Omar El-Saeidi) sicher. Leider haben die besten Freunde sich in dieselbe Frau verliebt. Wie Charlotte (Christine Eixenberger) selbst zu dem Interesse der beiden Männer steht, ist erst einmal egal.

Die liebestollen Narren sind bereit, ihr Herz zu erobern, koste es, was es wolle. Ein Beziehungsdreieck, wie es im (Dreh-)Buche steht. Der besondere Twist: Noah ist Jude, Akim ist Muslim und Charlotte Christin. Die Culture-Clash-Komödie «Matze, Kebab und Sauerkraut» ist am Donnerstag (20.15 Uhr) im ZDF zu sehen.

«Ich werde heiraten!» - das ist erst einmal Musik in den Ohren der Mütter von Akim und Noah. Ihrer Meinung nach wird es langsam mal Zeit für ihre Jungs. Doch sehr bald schon wird ihnen klar, dass es sich bei der potenziellen Mutter ihrer Enkelkinder um eine blonde, blauäugige und bayrische Christin handelt - ein Eklat!

Noah und Akim, die mit Religion außerhalb der familiären Traditionen nichts am Hut haben, ist das egal. Sie sind fest entschlossen, Charlottes Herz für sich zu gewinnen. Und so werden aus Freunden Konkurrenten, die sich gegenseitig auszustechen versuchen. Damit alles seine Ordnung hat, duellieren sie sich also beim Schweinshaxe essen, umwerben die junge Frau im Kreise der Familie, die es ebenso zu überzeugen gilt, und zücken im Park und am Badesee ihre Säbel.

Die Culture-Clash-Komödie (deutsch: Zusammenprall von Kulturen) von Regisseur Christoph Schnee ist ebenso überdreht und rasant wie es die beiden Männer in ihrem Liebeswahn sind. Der Zuschauer bekommt, wie in dem Genre zu erwarten, ein überzeichnetes Schauspiel geboten, das kein Stereotyp auslässt. Schon der Filmtitel ist eine Aneinanderreihung kulinarischer Schlagwörter: Ungesäuertes Brot, gegrilltes Fleisch und konservierter Weißkohl - kann das schmecken?

«Matze, Kebab und Sauerkraut» ist gespickt mit kulturellen Vorurteilen. Meist werden diese auf unterhaltsame Weise widerlegt. Neben arg überzeichneten Klischees werden allerdings nur wenige Denkanstöße vermittelt. Zeit zum Denken gibt es auch kaum. Ruhige Minuten sind in den anderthalb Stunden Filmzeit selten.

Die Besetzung der turbulenten Komödie, die erstmals auf dem Festival des deutschen Films gezeigt wurde - wo sie sehr positiv angenommen wurde - lässt sich nicht lumpen. Neben den Hauptrollen glänzen auch Schauspielerin Siir Eloglu und Kollege Adnan Maral sowie Andrea Sawatzki und Francis Fulton-Smith in ihren Rollen als Über-Eltern.

dpa

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