VG-Wort Pixel

TV-Tipp Mit «Tonis Welt» ins pralle Leben

Tonis Welt
Toni (Ivo Kortlang) und Valerie (Amber Bongard) stürzen sich gemeinsam ins pralle Leben. Foto: Boris Breuer/tvnow /dpa
© dpa-infocom GmbH
Soll ich oder soll ich nicht? Viele Menschen wägen lange ab, bevor sie Neues wagen. Das ist in «Tonis Welt» anders - dem Ableger der Vox-Serie «Club der roten Bänder».

In der letzten Folge der Erfolgsserie «Club der roten Bänder» finden Toni und Valerie ihr Glück. Sie ein Mädchen mit Tourette-Syndrom, er ein Asperger-Autist. «Wir sind besonders und ich liebe sie», stellt Toni glücklich fest.

Es ist das hoffnungsvolle Ende einer berührenden Geschichte über Jugendliche, die sich im Krankenhaus anfreunden und von Knochenbrüchen über Magersucht bis hin zu Krebs alles gemeinsam durchstehen.

Die Serie «Tonis Welt» ist ein Ableger und erzählt beim Streamingdienst TVnow und ab Mittwoch (14. April) um 20.15 Uhr bei Vox, wie es mit Toni und Valerie weitergeht, wieder gespielt von Ivo Kortlang und Amber Bongard («Ostwind»).

Zu Beginn der ersten Folge wollen beide in ein neues Leben starten - mit allerlei Hindernissen. Valerie hat das Gymnasium hinter sich gebracht und hat keine Ahnung, was sie jetzt machen soll. Ihr einziges Einkommen: ihr Taschengeld. Toni jobbt im Krankenhaus und kommt mit seinem mageren Pflege-Praktikantengehalt gerade so über die Runden. Ihr Plan: Das heruntergekommene Häuschen von Valeries verstorbener Oma in einem Kaff bei Kaiserslautern kaufen und dorthin ziehen. Geld für den Lebensunterhalt? Wird schon, mit der Kraft der Liebe.

Ziemlich naiv - und gerade deshalb so erfrischend. Denn Toni und Valerie verwenden ihre Kraft nicht darauf, wie die Alten ständig nur Bedenken zu haben. Sie machen einfach und setzen alles daran, ihr Leben zu zweit zu meistern. Mit Rückschlägen, aber auch mit Erfolg.

Kein Wunder. Sie sind es gewohnt, mit Widerständen umzugehen, werden sie doch oft als seltsam abgestempelt. Toni, der immer sofort mit allen Gedanken rausplatzt, Gefühle schwer einordnen kann und für alles einen genauen Plan braucht. Und Valerie, die nicht unterdrücken kann, dass sie plötzlich Worte wie «Ficker» oder «Hurensohn» ruft.

Die Serie nach dem Drehbuch von Elena Senft macht schon in der ersten Folge neugierig darauf, wie es weitergeht. Toni und Valerie schlagen sich nicht nur mit den Tücken des Alltags und jeder Menge Vorurteile herum, sondern auch mit der Liebe. Während andere in ihrem Alter nächtelang feiern, haben sie ein Haus gekauft und einen Apfelbaum gepflanzt. Und jetzt? Ein Kind?

Und dann sind da noch Nachbarn wie Malte (Kai Schumann - «Heldt»), zu dem Valerie eine besondere Verbindung spürt. Toni dagegen heftet sich an die Fersen von Doktor Schmieta (Armin Rohde). Der Landarzt will ihn zwar nicht als Assistenten einstellen, doch Toni bleibt sehr, sehr hartnäckig.

Wer den Film und die Serie zum «Club der roten Bänder» gern gesehen hat, dem dürfte auch «Tonis Welt» gefallen. Die Mischung aus Drama und Komödie ist warmherzig, einfühlsam und unterhaltsam. Kortlang und Bongard spielen richtig gut und machen Mut, Ängste über Bord zu werfen und sich ins pralle Leben zu stürzen, bevor es zu spät ist.

dpa

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker