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TV-Tipp: Weingut Wader - Nur zusammen sind wir stark

TV-Familienreihen sind beliebt, sei es unter Ärzten, auf dem Reiterhof oder im Hotel. Da dürfen Winzer nicht fehlen.

Weingut Wader - Nur zusammen sind wir stark

Das Weingut Wader gerät unter Betrugsverdacht. Foto: Frank Dicks/ARD Degeto/dpa

In vielen Fernsehfilmen wird gern Wein getrunken. Was lag da näher, als eine Winzerfamilie in den Mittelpunkt einer TV-Reihe zu stellen?

Nach zwei Folgen im Vorjahr wird nun die dritte Folge von «Weingut Wader - Nur zusammen sind wir stark» gezeigt, am Freitag um 20.15 Uhr im Ersten. Eine Woche später (29. November) folgt eine weitere Folge mit dem Titel «Neue Wege».

Fackeln leuchten in der sternenklaren und bitterkalten Nacht. Mit Hilfe des wärmenden Feuers sollen die wertvollen Weinreben vor dem Erfrieren gerettet werden. Am nächsten Tag erscheint eine - schön fränkisch sprechende - Beamtin von der Aufsichtsbehörde («Alla hopp») und verfügt die Schließung von Lager und Büro des Weingutes.

Die beiden Chefinnen, Käthe Wader (Leslie Malton) und ihre Tochter Anne (Henriette Richter-Röhl), müssen also ein Schild ans Tor heften: «Wegen familiärer Angelegenheiten vorübergehend geschlossen.» Das stimmt natürlich nicht - vielmehr geht es um einen handfesten Betrugsverdacht: 3000 Liter Wein sollen unter der Hand verkauft und der Rotwein in den Tanks überschwefelt worden sein. Im Wein liegt also nicht nur Wahrheit.

Damit nicht genug: Annes 17-jährige Tochter Tori (Caroline Hartig) will mit ihrem Freund Philipp (Nikolas Weber) nach Mannheim ziehen und dort Musik studieren. Doch seine Eltern wollen nicht, dass er mit einer Blinden zusammenzieht, und setzen ihn gehörig unter Druck.

Ähnliches macht die Frau von Annes Onkel Bruno (Jürgen Heinrich): Sie verlangt nicht nur die Scheidung, sondern auch sämtliche Buchhaltungsunterlagen, und treibt ihn so in die Arme von japanischen Investoren. Einzig Annes Bruder Matthias (Max von Pufendorf) scheint als Koch alles richtig zu machen und kreiert pfälzisches Sushi.

Hauptdarstellerin Henriette Richter-Röhl (37) ist ein bekanntes TV-Gesicht («Der Bergdoktor»), und ab dem 1. Dezember steht sie, gemeinsam mit Dominic Raacke, in der Berliner Komödie im Schiller Theater auf der Bühne («Skylight»).

Auf die Frage nach der Entwicklung ihrer selbstbewussten TV-Figur der Winzerin antwortet sie gegenüber der Deutschen Presse-Agentur: «War Anne im ersten Teil noch aufgefüllt vom Einfluss ihres Vaters, der ihr Kraft, Selbstbewusstsein und Lebensfreude verliehen hatte, so steht sie jetzt, nachdem ihr für einen Moment quasi alles genommen wurde, erstmals wirklich auf eigenen Füßen». Es habe sich herausgestellt, dass sie aus sich heraus glänzen könne und dass sie scheinbar stärker werde, je widriger die Umstände würden. «Der nächste Schritt ihrer 'Selbstwerdung' wird dann die Auseinandersetzung mit ihrer zerbrechlichen Seite sein, darum kommt letztlich nicht mal Anne Wader herum.» Nicht nur das: Sie wird sich zur Bio-Winzerin entwickeln.

Diese und auch die kommende Folge sind recht authentisch geraten, weil sie ohne gängige Klischees auskommen und glaubhaft erzählt werden. Regisseur Tomy Wigand hat nach den beiden ersten Folgen erneut im historischen Städtchen Hambach in der Pfalz gedreht und kann auf ein bereits bewährtes Schauspielerensemble setzen. Insbesondere Leslie Malton und Henriette Richter-Röhl verkörpern den Mutter-Tochter-Konflikt sehr glaubhaft. Sie geraten nicht nur beim Thema Tradition, sondern auch bei Schuldzuweisung und Verantwortung erst aneinander und finden darüber dann wieder zueinander. Und die unterkühlten Weinreben retten sie schon auch.

dpa