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TV-Tipp: Wer ist das Volk? Cottbus in Aufruhr

Die brandenburgische Stadt Cottbus wurde zu Jahresanfang Schauplatz von Gewalt zwischen Einheimischen und Flüchtlingen. Wie hat sich die Stadt danach verändert? Eine Reportage im Ersten zeigt Gespräche mit Bewohnern.

Cottbus

Demonstranten auf einem Platz vor der Stadthalle von Cottbus. Foto: Patrick Pleul

in Brandenburg. Eine Stadt mit rund 100 000 Einwohnern, die in manch anderer Region in Deutschland wohl nicht besonders bekannt sein mag. Doch ungewollt geriet sie Anfang des Jahres bundesweit in die Schlagzeilen und in Nachrichtensendungen - wegen Gewalt zwischen Einheimischen und Flüchtlingen.

Was hat das mit der Stadt gemacht? Eine Reportage des Rundfunks Berlin- zeigt Gespräche mit Bewohnern der Stadt. Das Erste strahlt «Wer ist das Volk? Cottbus in Aufruhr» an diesem Montag (21.45 Uhr) aus.

Die Macher der rund 30 Minuten langen Reportage begleiteten dazu fünf Menschen in der Stadt über mehrere Monate. Sie trafen sie zuhause, bei der Arbeit oder an öffentlichen Plätzen. Die Beispiele legen nahe, wie unterschiedlich die Haltung zu Migration sein kann. Ein arbeitsloser Cottbuser Mitte Fünfzig kommt in der Reportage vor, dessen Meinung über und Zuwanderungspolitik so oder in ähnlicher Form auf wiederkehrenden Demos in der Stadt zu hören ist.

Solche rechtsgerichteten Kundgebungen bekamen nach der geballten Gewalt zwischen Einheimischen und Ausländern kurzzeitig mehr Zulauf. In der sind Demo-Szenen aus den vergangenen Monaten zu sehen. Auch Rechtsextreme waren nach Polizeieinschätzung vereinzelt bei den Kundgebungen. Die Reportage schlägt auch immer wieder den Bogen zu einem Problem, mit dem Cottbus schon sehr lange zu kämpfen hat: rechte Strukturen in der Region.

Eine Cottbuser Journalistin der Tageszeitung «Lausitzer Rundschau» wird in dem Beitrag bei ihrer Arbeit gezeigt. Namentlich wird sie auf einer dieser Demos vom Rednerpult aus genannt. Stets wird auf solchen Kundgebungen gegen Medien gewettert, wie auch dieses Beispiel zeigt.

Zu Wort kommt in der Reportage auch ein Cottbuser Architekt, der sich für Sprachpartnerschaften mit Geflüchteten stark macht. Ein Bereitschaftspolizist berichtet zugleich von seinen Einsätzen in der Innenstadt. Nach den Vorfällen zu Jahresanfang wurde die Polizeipräsenz deutlich aufgestockt. Und der Innenminister von Brandenburg verfügte, dass zunächst keine weiteren Flüchtlinge aus der Erstaufnahmeeinrichtung des Landes in die Stadt verteilt werden. Cottbus hatte davor im Vergleich zu anderen Städten in dem Bundesland mehr Flüchtlinge aufgenommen. Die Stadtverwaltung warnte auch deshalb vor Engpässen bei Schul- und Kitaplätzen.

Als fünftes Beispiel zeigt die Reportage einen jungen Mann aus Syrien, der nach flüchtete. Sein Pädagogik-Studium musste er in seinem Heimatland abbrechen. Er engagiert sich in Cottbus als ehrenamtlicher Helfer in einem Kindergarten. Und hofft, hier in der Stadt beruflich Fuß zu fassen.

Aus den Gesprächen werden unter anderem diese Befürchtungen deutlich:  Dass sich ein Riss durch die Stadt ziehen und Gräben größer werden könnten. Die Fronten: pro und contra Migration. Nach den Aggressionen zu Jahresanfang hatte sich die Lage in der Stadt nach Einschätzung von Stadtverwaltung und Polizei wieder beruhigt. In der Zwischenzeit war aber wieder Gewalt aufgekeimt, zum Teil waren das auch Auseinandersetzungen zwischen Flüchtlingen.

dpa
Wie heißt der Film?
Hallo, seit langer Zeit bin ich auf der Suche nach einem Film, den ich vor ca. 25 Jahren gesehen habe. Es ist ein französischer Film von oder in der Art wie Eric Rohmer. Der Titel könnte "Betrug" oder ähnlich lauten. Es geht um eine Dreiecksgeschichte, bei der ein Mann von seiner Ehefrau und seinem besten Freund betrogen wird. Der Film erzählt seine Geschichte in Rückblenden und steigert die Spannung dadurch, dass der anfangs unwissende Zuschauer von Rückblende zu Rückblende mehr Informationen erhält, bis er gegen Ende sogar wissender ist als die Darsteller. Wie ein roter Faden zieht sich dabei die Frage durch den Film: Wer hat zu welchem Zeitpunkt was gewusst. - Ab wann wusste der betrogene Ehemann, dass er betrogen wurde? - Ab wann wussten die Betrüger, dass der Ehemann wusste, dass er betrogen wurde usw. Der Film beginnt äußerst langatmig. Wenn ich mich recht erinnere mit einer 20-minütigen fast statischen Kameraeinstellung. Zwei Personen (Ehefrau und Liebhaber) sitzen an einem Tisch eines sehr einfachen Restaurants. Aus dem Gespräch erfährt man, dass sie früher einmal ein Verhältnis hatten. Im Laufe der Unterhaltung verdichtet sich allmählich die Befürchtung, der Beste Freund/ Ehemann könnte eine Ahnung gehabt haben. Dann folgt die erste Rückblende. Dieses Prinzip von sich verdichtender Ahnung verstärkt sich immer mehr und verleiht dem Film eine - wie ich finde - einzigartige Dramaturgie. Wäre wundervoll, wenn jemand helfen könnte. Gruß Leo