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WWM-Promi-Special: B wie Beckenuhr, V wie Verkehrslegasthenie

814.000 Euro für den guten Zweck und die Bekenntnisse des Richard David Precht: Steuerschulden, Angst vor dem Autofahren und vor Grimms Märchen. Auch Jauch outet sich – als Umweltsünder. Und Anke Engelke liegt am Boden und lässt das Becken kreisen.

Von Sylvie-Sophie Schindler

Anke Engelke bei der 34. Folge des "Wer wird Millionär?"-Prominenten-Specials

Kamasutra? Nein, Pilates. Die Übung nennt sich "Beckenuhr", auch nach ihr wurde gefragt bei der 34. Folge des "Wer wird Millionär?"-Prominenten-Specials

Günther Jauch wirft Kassenbons ins Altpapier. Jetzt müsste ein Aufschrei kommen. Denn Kassenbons bestehen aus Bisphenol-A-haltigem Thermopapier, das hormonell wirksam ist. Und das bedeutet: Kassenbons sind ausschließlich in der Restmülltone zu entsorgen. Als sein Gast Elton, der ewige Showpraktikant, bei der 125.000-Euro-Frage steht und die dann auch gewinnt, kommt Jauchs Bekenntnis, denn die Frage lautet: Was gehört grundsätzlich nicht ins Altpapier, sondern in die Restmülltonne? Telefonbücher, Kassenbons, Werbeprospekte oder Waschmittelkartons? "Ich werfe alle vier Sachen in die Papiertonne", so der Moderator. Ein anderes Bekenntnis kommt von Anke Engelke, als sie die 64.000-Euro-Frage beantworten soll. Sie kennt den Mile High Club – ein Club für Menschen, die im Flugzeug Sex hatten. Über eigene Erfahrungen schweigt sie sich jedoch aus. Zu diesem Zeitpunkt ist sie längst mit Günther Jauch am "Wer-wird-Millionär"-Boden gelegen, mit kreisendem Po und Bauch. Kamasutra? Nein, Pilates. Die Übung nennt sich "Beckenuhr", auch nach ihr wurde gefragt bei der 34. Folge des Prominenten-Specials.

Bisher kamen bei den Promi-Specials mehr als 25 Millionen Euro zusammen. Mit dieser Sendung sind 814.000 dazu gekommen. Anke Engelke ist bereits zum sechsten Mal da und hat insgesamt 1,75 Millionen abgeräumt. Für den guten Zweck versteht sich, dieses Mal für eine Medikamentenhilfsorganisation. Da sie noch nie über die 500.000-Euro-Hürde gekommen ist, kündigt sie zu Beginn siegessicher an: "Ich will die Million". Hätte klappen können, wenn sie gewusst hätte: Was besteht aus Spiegel und Fahne? Hammer, Zahnbürste, Teller oder Kerze? Doch es bleibt bei 500.000 Euro, bei der Engelke auch deshalb steht, weil Kollege Bastian Pastewka die 125.000-Euro-Frage richtig beantworten konnte, die da lautete: Welche Kult-TV-Serie wurde nach nur 79 Folgen wegen Erfolglosigkeit abgesetzt? Telefonjoker Pastewka muss die Antwortmöglichkeiten gar nicht erst hören. "Raumschiff Enterprise" schießt er sofort hinaus. Engelke erklärt, dass der "Basti" zwar kein "Sozial-Dödel" sei, aber ein Freak in Sachen TV-Serien. Die würde er auch nachts schauen und Sammel-SMS  verschicken mit TV-Tipps: "Und ich bekomme eine extra-SMS 'Ich nehme es für Dich auf, weil Du schon schläfst'." Dass Pastewka sich damit überhaupt beschäftigen könne, begründet Anke so: "Der hat keine Kinder, null."

"Wer wird Millionär?": Sind Sie so clever wie Anke Engelke?

    Wenn der Affe viel gegessen hat, stellt er womöglich bald fest: "Oh, shit - ich muss ..."?

    Gut, dass Anke Engelke da war

    Sie wird wiederkommen, zum siebten Mal – Engelke lädt sich gleich selbst ein. Und man kann nur hoffen, dass sie auch ein achtes und neuntes und zehntes Mal dabei sein wird, denn sie bringt jedes Mal die so dringend notwendige XXL-Portion Witz und Schwung mit, so dass man dank ihr nicht schreiben muss, es sei eine müde Sendung gewesen. Bis sie auf dem Stuhl saß, und das erst ab 22.54 Uhr, lief die Quizshow mal mehr, mal weniger unterhaltsam ab. Von Rategast Richard David Precht weiß man jetzt: Er hatte Steuerschulden. Nach eigenen Angaben "5000 Euro oder so". Und war deshalb bereits im Jahr 2003 bei WWM, damals 39 Jahre alt, noch völlig unbekannt und, wie ein Foto zeigt, noch ohne seine typische André-Rieu-Gedächtnis-Frisur, aber mit blonden Strähnchen. "Ich hatte schon Bücher geschrieben, ohne Erfolg, und dachte, vielleicht gewinne ich da was", erzählt Precht beim Promi-Special. Doch er scheiterte damals bereits an der Auswahlfrage.

    Und tut sich damit übrigens auch heutzutage schwer. Bei der ersten Einstiegsfrage, bei der der Ausspruch "Wer nichts wird, wird Wirt" in die richtige Reihenfolge zu bringen ist, ist es lediglich Wolfgang Bosbach, der richtig drückt – und der sich dann bis 125.000 Euro spielt, weil er unter anderem weiß, dass Brüste "husch, husch ins Körbchen" müssen und die Freiheitsstatue früher braunrot war statt grün. Precht weiß auch einiges, aber so viel dann auch wieder nicht – er sackt 64.000 Euro für den guten Zweck ein. Besonders bei den ersten Fragen, den Gaga-Fragen, ist er irritiert und runzelt dermaßen die Stirn als wäre eine abnorme Denkleistung zu vollbringen.

    Richard David Precht fürchtete sich vor Grimm-Märchen

    Fleischmütze? Hat Precht noch nie gehört. Gebackener Lidschatten? Auch keine Ahnung. Dass man in England nicht eben mal "rechts ranfahren" könne, kann er sich gerade noch erschließen, auch wenn er, wie er bekennt, ein "Verkehrslegastheniker" sei: "An einer Kreuzung kann ich nicht das Wichtige vom Unwichtigen entscheiden." In Namibia sei er mal 1000 Kilometer Auto gefahren, hierzulande lasse er das lieber sein. Sitzt das tapfere Schneiderlein an einem Sommermorgen am Fenster oder ist es Frau Holle? Precht kann es nur vermuten, denn mit Grimm´schen Märchen kennt er sich nicht aus. "Als Kind habe ich mich gefürchtet vor Grimm", erzählt er. Sogar Albträume habe er gehabt von der bösen Stiefmutter und dem giftigen Apfel. Jauch hingegen gibt sich als begeisterter Grimm-Leser zu erkennen. "Ab mit der Hexe in den Ofen", das gefalle ihm. Precht schaut Jauch verwundert an, fast mit analytischem Blick und kommentiert: "Eine schräge Passion."

    "Wer wird Millionär?"-Jubiläum: Diese 10 Dinge weiß vermutlich selbst Günther Jauch nicht über seine Show