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Bei "Markus Lanz" im ZDF: Wham!-Sänger Andrew Ridgeley verrät: George Michael schrieb "Last Christmas" in nur einer Stunde

Wham!-Sänger Andrew Ridgeley verriet bei "Markus Lanz", wie der Weihnachtshit "Last Christmas" entstand, ob George Michael damals unter seiner Homosexualität litt und dass der spätere Weltstar eigentlich ein unscheinbarer Junge war.

Andrew Ridgeley und Goerge Michael von Wham!

Lang ist's her: Andrew Ridgeley und George Michael waren lange Zeit beste Freunde, hier auf einem alten Schnappschuss zu sehen

Für manche geht es nicht ohne ihn, für andere ist der Song mittlerweile eine Zumutung: Seit 35 Jahren läuft "Last Christmas" in der Weihnachtszeit rauf und runter. Und er war für den Hit mitverantwortlich: der ehemalige Wham!-Sänger Andrew Ridgeley. Die zweite Hälfte des erfolgreichen Duos lebt heute zurückgezogen in England. Bis 2017 war er mit Sängerin Keren Woodward verheiratet und hat mit ihr einen gemeinsamen Sohn. Am Dienstagabend stellte er bei "Markus Lanz" im ZDF seine Autobiografie "Wham! George & ich" vor und sprach über die Zeit als Wham!-Sänger, als bester Freund von George Michael und gab persönliche Einblicke in das Leben des erfolgreichen Musikduos.

Ridgeley erzählte, dass sich er und George Michael kennenlernten, als sie zwölf Jahre alt waren. Der heute 56-Jährige beschrieb seinen 2016 verstorbenen besten Freund als einen "lustigen Kerl", der allerdings auf den ersten Blick nicht wie ein Weltstar wirkte. Auch Ridgeley habe erst nichts von seinem musikalischen Talent gewusst. Er erzählte: "Er kam neu in die Klasse, die Lehrerin sprach seinen Namen falsch aus. Er war ein unscheinbarer Schuljunge mit Locken und einem großen Metall-Brillenrahmen."

Wham!-Sänger Andrew Ridgeley zu Gast bei Markus Lanz

Der ehemalige Wham!-Sänger Andrew Ridgeley ist heute 56 Jahre alt und lebt zurückgezogen in England

So entstand "Last Christmas" von Wham!

Natürlich kam Moderator Markus Lanz schnell auf "Last Christmas" zu sprechen, wollte von Ridgeley wissen, wie der Song eigentlich zustande kam. Die Antwort: George Michael habe ihn "an einem dunklen, grauen Sonntagnachmittag" im Hause seiner Eltern geschrieben. Andrew Ridgeley erzählte: "Er verschwand für eine Stunde, und als er wiederkam, war die Grundidee von 'Last Christmas' geboren." Er selbst sei von dem Lied keineswegs genervt: "Ich finde, es ist immer noch ein toller Song!", sagte der Musiker. Das Video zur Single sei in der Schweiz entstanden. "Das war eine lustige Zeit mit einigen Eskapaden wie Nacktbaden." 

Wenn Ridgeley an seinen ehemaligen Bandkollegen Michael denkt, habe er zwei verschiedene Persönlichkeiten im Kopf: auf der einen Seite den privaten Freund, der eigentlich "Jorgo" hieß. Die Musikikone George Michael sei dagegen jemand anderes. Und das Bild der Ikone sollte nicht unter seiner Homosexualität leiden, erklärte Ridgeley: Michael hatte Angst, dass seine Karriere von einem zu frühen Coming-out einen Knacks bekommen könnte und daran "konnte er sich nie gewöhnen". Er habe es daher lange verheimlicht. Damals sei eben "eine andere Zeit" gewesen, erklärte der 56-Jährige.

Andrew Ridgeley: George Michael sprach wenig über Sorgen

Dass George Michael bei vielen Frauen als "perfektes Sexsymbol" galt, aber eigentlich Männer liebte, habe sicher auch an ihm gezehrt, wollte Markus Lanz wissen. Doch Andrew Ridgeley erklärte: Die Schulfreunde waren zwar fast ein ganzes Leben lang befreundet, doch George Michaels sexuelle Orientierung sei zwischen ihnen nie ein Thema gewesen. "Über schwierige Themen haben wir nie gesprochen", erklärte er. Sie machten zusammen Musik, hatten Spaß, aber haben Probleme nicht untereinander thematisiert.

Zwar litt George Michael seit 2012 an gesundheitlichen Problemen, auch seine Drogenprobleme waren kein Geheimnis. Dennoch sei Ridgeley von seinem Tod überrascht worden. Er sagte: "Er war geschwächt, er war nicht mehr der Gleiche." Auch der Tod von Michaels erstem Partner sowie seiner Mutter hätten weiter dazu beigetragen, dass der Weltstar nicht mehr auf die Beine kam. All das habe er "nie ganz überwunden", sagte Ridgeley.

Für ihn wird George Michael aber trotz allem immer als "Jorgo" in Erinnerung bleiben: als sein bester Freund, der unscheinbare Junge mit dem großen Metall-Brillenrahmen, in dem ein unglaubliches Talent schlummerte. 

Quelle: "Markus Lanz" in der ZDF-Mediathek

maf