HOME

"Wild Island" auf ProSieben: Keine Regeln. Kein Dschungelcamp. Kein Spaß

ProSieben schickt vierzehn Stadtmenschen auf eine wilde Insel. Was sie da eigentlich sollen, erschließt sich beim ersten Hinsehen kaum. Fraglich, ob ein zweiter Blick Sinn macht.

Von Ingo Scheel

Wild Island Teilnehmer

Acht Männer und sechs Frauen, die sich vielleicht besser nicht treffen sollten: die Teilnehmerschar von der wilden Insel

"Wer soll den ganzen Scheiss denn essen?" fragt der Ruhrpott-Grantler Herbert Knebel in einem seiner legendären Monologe. Die Szene spielt in einem Schlachterladen, Knebel steht ganz hinten in der Reihe, vorn steht eine Dame, die den ganzen Tresen leerkauft. Was das mit "Wild Island" zu tun hat? Wer soll den ganzen Scheiss denn gucken? - möchte man Knebel frei zitieren. Und das schon lange vor dem ersten Werbeblock.

Abenteuer verspricht ProSieben. Überlebenskampf. Gefahren, giftige Schlangen, Großstädter auf Abwegen. Vierzehn von ihnen werden 100 Kilometer vor der Pazifikküste Panamas, auf dem winzigen Eiland Gibraléon, ausgesetzt, um, ja, was eigentlich? Zu überleben. Mann, ist doch nicht so schwer, beziehungsweise ist es eben doch. "Die Gruppe muss besser zusammenhalten", ächzt eine der jungen Damen aus dem Off, dabei hat die Gruppe sich ja noch nicht einmal gefunden.

Ist leider noch nicht Dschungelcamp

An der einen Seite der Insel sind acht Männer ausgesetzt worden, auf der anderen sechs Frauen. Die sollen sich nun gegenseitig auffinden, um gemeinsam das Leben auf Gibraléon zu meistern. Dabei wirken die Damen kurz nach ihrer Ankunft schon so desorientiert und unterzuckert, man möchte den Herren wünschen, sie würden diesen zerschossenen Haufen eher nicht finden, um sich das Leben auf der Insel nicht noch schwerer zu machen. Ein Abenteuer, das sofort zur Belastung wird, tönt es dräuend aus dem Off. Ja, ist denn heut’ schon Dschungelcamp? Leider nicht. Auf Lichtgestalten wie Rolf Zacher und Gunter Gabriel wartet man hier vergeblich.
Die kurzen Einspieler, die uns die Beweggründe der Kandidaten ein wenig näher bringen sollen, sorgen ebenso wenig für Klarheit, was der ganze Nonsens eigentlich soll: Annika möchte entschleunigen. Katja hat keine Angst zu versagen. Johannes hofft, dass er seine beiden Töchter nach der Rückkehr noch ein wenig doller wertschätzen kann und Gregor, der olle Kochtopf-Jäger, gibt gern Befehle. Und Buttermilch mag er auch. Oder war das dieser Musicaldarsteller? "Zieh dir das rein, das ist wie Dschungelbuch", entfährt es an anderer Stelle einem der Neu-Insulaner. So schnell können Sonneneinstrahlung und Wasserentzug das menschliche Gehirn in Schieflage bringen. Die Brillen beschlagen, die Knie schon zerkratzt, filmen müssen sie auch noch selber - die Belastungsgrenzen sind für einige der Gruppe umgehend nur eine Armlänge entfernt.

Keine Regeln. Keine Sieger. Kein Spaß

Nur wenige Monate nach dem Ende des gescripteten "Reality-Abenteuers" Newtopia - und satte anderthalb Dekaden nach "Survivor" - schickt ProSieben diese Insel-Begehung nun als vermeintliche Rad-Neuerfindung über den Sender, das Motto: Keine Regeln. Keine Sieger. Keine Verlierer. Genau. Und: Kein Spaß. Was bleibt ist ein einziges Brabbeln und Krabbeln. Krebse hier, Schlangen dort, Ameisen und Millionen von Mücken. Das Tierleben auf so einer malerischen Insel hätte man doch auch wunderbar ohne Menschen dokumentieren können.


Auch der Gedanke, "Wild Island" könnte vielleicht die Wartezeit bis zur nächsten Staffel von "Ich bin ein Star - holt mich hier raus" ein wenig versüßen, erweist sich, zumindest nach der ersten Folge, als Trugschluss. Als hätte ein Team von Achtjährigen für den "Offenen Kanal Wiesbaden" eine scriptfreie Folge von "Lost" nachgedreht, ist hier die Nulllinie auf der Ereignisskala der Grat, auf dem gewandelt wird. Dabei hatte Survival-Experte Ross Bowyer, der den Trupp nicht nur auf die Insel kutschiert, sondern auch mit ein paar Tipps versorgt, sich doch alle Mühe gegeben, die Gefahren, die lauernden, angsteinflößend auszumalen.

Denn merke: Hier gibt es so viele Bakterien. Wenn man sich da verletzt, fängt der Körper gleich an zu faulen. Also genau das, was auch dem Zuschauer nach nur einer Sendung "Wild Island" vor der Sonntagabend-Röhre passiert. Das pure Überleben? In der Tat. Schon das Wachbleiben wäre eine Leistung. 

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.