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Kommentar

Skandal-Preis: Kein Bock - Wolfgang Niedecken redet sich seinen Echo-Auftritt schön

"Klarstellung in Sachen Echo": So nennt Wolfgang Niedecken eine Mitteilung, die er am Montag über Facebook bekannt gab. Darin distanziert er sich von seinem Echo-Auftritt - mit einer fragwürdigen Begründung.


Klaus Voormann und Wolfgang Niedecken

Klaus Voormann (l.) und Wolfgang Niedecken beim Echo

DPA

Er war ausgerechnet nach dem Auftritt der Skandal-Rapper Kollegah und Farid Bang dran: hielt am Donnerstagabend eine Laudatio auf seinen Freund Klaus Voormann, der mit dem Echo für sein Lebenswerk ausgezeichnet wurde (den er inzwischen zurückgab). Eigentlich hätte Beatle Paul McCartney diese Rede halten sollen, doch der war verhindert und meldete sich nur mit einer Videobotschaft zu Wort. Glück für McCartney, Pech für Niedecken. Denn der BAP-Frontmann wurde Teil einer skandalösen Preisverleihung.

Am Montag meldete sich Niedecken via Facebook zu Wort. "Klarstellung in Sachen Echo" ist die Überschrift über einem Text, der eine Rechtfertigung dafür sein soll, dass Niedecken nicht zu den Aufrechten gehörte, die den Echo entweder boykottierten oder - wie Campino - die Rapper Kollegah und Farid Bang scharf angriffen. Niedeckens fragwürdige Ausrede: Er hatte schlicht keinen Bock, sich vorab zu informieren.

Wolfgang Niedecken wusste nichts - und fragte nicht

"Bin ich wirklich verpflichtet, mich im Repertoire der Echo-Nominierten auszukennen?", fragt Niedecken. So ziemlich alles, was "da nominiert wurde, hat mich dermaßen wenig interessiert, dass ich noch nicht mal mit abgestimmt habe, obwohl ich dazu aufgefordert wurde", bringt der Sänger sein Desinteresse für den Preis zum Ausdruck. Er habe lediglich aus "alter Verbundenheit" zu die Laudatio gehalten.

Mit dem Rest der Veranstaltung wollte und will Niedecken aber nichts zu tun haben – auch nicht mit dem "Gangster-Rap-Duo" und Farid Bang. Von deren antisemitischen Texten habe er "bis zu diesem Zeitpunkt (mangels Interesse) noch nie etwas gehört". Es ist verständlich, dass Niedecken deshalb während der Preisverleihung auf ein politisches Statement zu dem Thema verzichtete und die Verleihung wie geplant durchzog.

Echo für Freiwild als Warnung

Erstaunlich ist allerdings Niedeckens Aussage, erst Campinos Rede habe "Licht ins Dunkel" gebracht. Dass die Skandaltexte von und Kollegah in zahlreichen Medien bereits Tage davor diskutiert worden waren, hätte auch der 67-Jährige wissen können. Doch er wollte nicht und gibt dies unumwunden zu.

"Nach dem Eklat um Freiwild (2016) hatte ich bereits die Nase voll und beschlossen, mich nicht mehr mit dem Echo zu befassen", schreibt Niedecken. Doch hätte der -Sänger nicht gerade deshalb besonders hellhörig sein und seinen Freund Klaus Voormann warnen müssen?

Wer sich als einer der bekanntesten Sänger des Landes zu einer Preisveranstaltung begibt und dort eine Rede hält, hat Pflichten. Es darf ihm nicht egal sein, welche angeblichen Künstler dort noch auftreten und wer einen Preis verliehen bekommt. Oder würde Wolfgang Niedecken bei einer AfD-Veranstaltung auftreten? Vermutlich nicht.

 "Bin ich wirklich verpflichtet, mich im Repertoire der Echo-Nominierten auszukennen?", lautete Niedeckens Eingangsfrage. Die Antwort ist: verdammt nochmal ja!


Wie heißt der Film?
Hallo, seit langer Zeit bin ich auf der Suche nach einem Film, den ich vor ca. 25 Jahren gesehen habe. Es ist ein französischer Film von oder in der Art wie Eric Rohmer. Der Titel könnte "Betrug" oder ähnlich lauten. Es geht um eine Dreiecksgeschichte, bei der ein Mann von seiner Ehefrau und seinem besten Freund betrogen wird. Der Film erzählt seine Geschichte in Rückblenden und steigert die Spannung dadurch, dass der anfangs unwissende Zuschauer von Rückblende zu Rückblende mehr Informationen erhält, bis er gegen Ende sogar wissender ist als die Darsteller. Wie ein roter Faden zieht sich dabei die Frage durch den Film: Wer hat zu welchem Zeitpunkt was gewusst. - Ab wann wusste der betrogene Ehemann, dass er betrogen wurde? - Ab wann wussten die Betrüger, dass der Ehemann wusste, dass er betrogen wurde usw. Der Film beginnt äußerst langatmig. Wenn ich mich recht erinnere mit einer 20-minütigen fast statischen Kameraeinstellung. Zwei Personen (Ehefrau und Liebhaber) sitzen an einem Tisch eines sehr einfachen Restaurants. Aus dem Gespräch erfährt man, dass sie früher einmal ein Verhältnis hatten. Im Laufe der Unterhaltung verdichtet sich allmählich die Befürchtung, der Beste Freund/ Ehemann könnte eine Ahnung gehabt haben. Dann folgt die erste Rückblende. Dieses Prinzip von sich verdichtender Ahnung verstärkt sich immer mehr und verleiht dem Film eine - wie ich finde - einzigartige Dramaturgie. Wäre wundervoll, wenn jemand helfen könnte. Gruß Leo