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"Let's Dance"-Star Wolke Hegenbarth: "Ich würde für Heide Simonis anrufen"

Gerade ist die fünfte Staffel ihrer Sitcom "Mein Leben und ich" angelaufen, gleichzeitig tanzt Wolke Hegenbarth in "Let's dance" vor einem Millionenpublikum: Das stern.de-Interview mit einer gefragten Frau.

Frau Hegenbarth, war es schon immer Ihr Berufswunsch, Schauspielerin zu werden?

Nein, ich wollte Maskenbildnerin werden. Ich dachte immer, ich gehe hinter die Kulissen. Das hat dann aber nicht ganz geklappt...

Wie kam das?

Als vor elf Jahren an unserer Schule eine Schauspielerin für "Die Camper" gesucht wurde, hat man mich entdeckt. Zunächst habe ich neben der Schule in dieser Serie mitgespielt. Lange Zeit war Schauspielerei nur ein Hobby für mich. Erst vor drei Jahren ist mir klar geworden, dass es mein Beruf ist.

Mit der Sitcom "Mein Leben und ich" sind Sie berühmt geworden. Haben Sie die Serie ausgesucht, oder die Serie Sie?

1996 haben die Produzenten das erste Mal mit mir darüber gesprochen. Drei Jahre hörte ich nichts mehr. Dann war auf einmal im Gespräch, dass es eine Sitcom namens "Wolke" mit einer Hauptperson namens "Wolke Degenhart" geben sollte. Ich war dann auf einem Casting als Wolke für "Wolke". Das hat mir natürlich keiner geglaubt. Als ich die Rolle bekam, war klar, dass der Name geändert werden musste.

Wie viel Wolke steckt in der von Ihnen verkörperten Alex?

Wir haben nicht viel gemeinsam. Manchmal kann ich auch so sein wie Alex. Aber meistens bin ich netter als sie. Denn schließlich habe ich gerne Freunde und Familie.

Sind die heutigen Jugendlichen so wie in der Serie dargestellt?

Es ist eine stereotypisierte Familie, die etwas überzogen dargestellt wird. Aber ich merke an den Briefen, dass sich viele Mädchen mit Alex identifizieren. Bei jungen Mädchen kommt der Typ sehr gut an. Alex ist ein gutes 'role model' für alle, die sich in der Pubertät nicht verstanden fühlen. In den neuen Folgen wird mein Bruder jetzt die pubertäre Phase erreichen: Er sitzt nur noch vor dem Computer und wäscht sich nicht mehr. Die Eltern stehen hilflos davor und wissen nicht, was sie mit ihm machen sollen. Es ist immer lustig zu sehen, wie Leute an etwas scheitern. Wir zeigen vieles, was nicht klappt. Und Eltern, die denken: Was haben wir nur für Kinder in die Welt gesetzt? Das können sich auch Erwachsene sehr gut angucken. So weit sind wir mit „Mein Leben und ich“ gar nicht von der Realität entfernt.

2002 sind Sie für den Grimme-Preis nominiert worden. Hat das Ihre Karriere verändert?

Wir waren damals gegen "Die Manns" nominiert, und es war klar, dass wir keine Chance hatten. Aber es war eine tolle Ehre. Das hat gezeigt: Man kann auch eine Sitcom machen und trotzdem gehobene Unterhaltung produzieren.

Mussten Sie lange überlegen, um bei der Tanzshow "Let's Dance" mitzumachen?

Ich hab' mir sechs Wochen überlegt, ob ich da mitmache. Wichtig war, wer da noch auftritt. Die Konstellation hat mir aber zugesagt, das waren alles sehr nette und normale Menschen. Das Niveau stimmte. Es geht nur um gute Unterhaltung. Der allererste Grund zuzusagen war, dass Hape Kerkeling moderiert. Als ich hörte, dass Heide Simonis mitmacht, hat mich das noch darin bestärkt. Sie ist eine tolle Frau. Wenn ich mit 62 noch so gut drauf bin, dann kann ich mich freuen. Hape Kerkeling hat gestanden, dass er in der letzten Sendung zwölf Mal für Heide Simonis angerufen hat. Ich würde als Zuschauer auch für sie anrufen.

Konnten Sie schon vorher schon tanzen?

Nein, gar nicht. Damals in der Schulzeit war Tanzschule gar nicht mein Ding. Ich bin noch nicht einmal zum Abschlussball gegangen und habe dann zehn Jahre gar nicht getanzt. Allerdings war ich in meiner Kindheit zehn Jahre beim Ballett.

Wayne Carpendales Freundin Yvonne Catterfeld soll Presseberichten zufolge eifersüchtig auf seine Tanzpartnerin sein. Wie reagiert Ihr Mann Justin auf die Tanzeinlagen?

Ich habe eine rein professionelle Beziehung zu meinem Tanzpartner Oliver Seefeldt. Wir sind beide in festen Händen, da gibt es keinen Grund zur Eifersucht.

Ihr Ehemann kommt aus Südafrika. Wie oft sind Sie dort?

Einmal im Jahr vier Wochen. Über Weihnachten. Dann haben wir immer ein volles Programm. Die Familie meines Mannes hat mehr als 100 Mitglieder.

Kennen Sie alle Namen?

Nein. Die kennt nicht einmal mein Mann alle. Das sind einfach zu viele.

Interview: Carsten Heidböhmer