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Feministin trifft Abtreibungsgegnerin: Was wird abgetrieben: Mensch oder "Zell-Haufen"? Schauen Sie schon mal in die neue DISKUTHEK-Folge

Wer eine Schwangerschaft abbricht, kann zu Geld- und Freiheitsstrafen verurteilt werden. Ist das noch zeitgemäß? Und was wird abgetrieben? Ein Mensch oder ein "Zell-Haufen"? Darüber streiten eine Feministin und eine Abtreibungsgegnerin in der DISKUTHEK.

Feministin Teresa Bücker und die Abtreibungsgegnerin Alexandra Maria Linder in der DISKUTHEK

Als im Juni 1971 der stern mit dem Titel "Wir haben abgetrieben!" erschien, wurden Abtreibungen in Deutschland erstmals in der breiten Öffentlichkeit diskutiert. Damals gingen Frauen massenhaft auf die Straße, um gegen den umstrittenen Abtreibungsparagraphen 218 im Strafgesetzbuch zu demonstrieren. Dieser Paragraph regelt, bis zu welchem Zeitpunkt und unter welchen Umständen eine Schwangerschaft abgebrochen werden darf – und er besteht - wenn auch in teils abgeänderter Form - bis heute. 

In der neuen DISKUTHEK-Folge streiten die Abtreibungsgegnerin und Vorsitzende des Bundesverbands Lebensrecht, Alexandra Maria Linder, sowie die Feministin und Journalistin Teresa Bücker über die Frage, ob die Rechtslage noch zeitgemäß ist und ab wann eigentlich menschliches Leben beginnt. Abtreibungen, so wird in der Diskussion deutlich, sind am Ende keine rein medizinische Entscheidung. Viele Schwangere stehen vor der ethischen Frage, was der Arzt eigentlich abtreibt – einen Menschen oder einen "Haufen von Zellen"?

Teresa Bücker und Alexandra Maria Linder finden auf diese Fragen gänzlich unterschiedliche Antworten  – kommen sich am Ende der Sendung in Sachen Sozialpolitik aber erstaunlich nahe.

Die ganze Folge sehen Sie am 15. August um 17 Uhr hier auf stern.de und dem Youtube-Kanal des stern

Zitate aus dem DISKUTHEK-Teaservideo zur Folge mit Teresa Bücker und Alexandra Maria Linder

Alexandra Maria Linder: Ich möchte keine Abtreibungen mehr. Weil ich auch sehe, was das mit den Frauen macht. 

Teresa Bücker: Wir können keine befruchtete Eizelle mit einem geborenen Menschen gleichsetzen. 

Alexandra Maria Linder: Das ist der wissenschaftliche Stand von Aristoteles, über den wir zum Glück wissenschaftlich längst hinaus sind.  

Teresa Bücker: Die Frauen, die abbrechen, die sind sich darüber bewusst, dass sie eine Schwangerschaft abbrechen, die ein Kind hätte werden können.  

Alexandra Maria Linder: Nein, die sind sich bewusst, dass sie ihr Kind haben wegmachen lassen.  

Alexandra Maria Linder: Wenn Sie zum Gynäkologen gehen in der 8., 9. Woche, sagt der nicht: "Sie bekommen einen Zellhaufen, der sich irgendwann zum Menschen entwickelt", sondern der sagt: "Sie sind schwanger. Sie bekommen ein Kind. Sie tragen ein Kind in Ihrem Leib." – Und das ist die Wahrheit. 

Aimen Abdulaziz-Said: Sie haben sehr oft darauf hingewiesen, dass Sie ausreden wollen. Deswegen.

Teresa Bücker: Sie haben hier sehr viel Redezeit und das bringt uns ja auch nicht weiter. Dieser Diskurs, in dem Schwangerschaftabbrüche manchmal diskutiert werden, der setzt dann so voraus, Frauen müssen in einer schlimmen Situation sein, bis hin zu einer Vergewaltigung, um überhaupt abbrechen zu dürfen. Aber das ist ja nicht Selbstbestimmung.   

Alexandra Maria Linder: Abtreibung ist doch keine normale Dienstleistung. Das ist doch genau der Punkt.  

Teresa Bücker: Ich finde, Abtreibungsgegner fahren eigentlich eine falsche Strategie. 

Alexandra Maria Linder: Sie brauchen nicht zu glauben, dass das alles mündige Frauen sind. Ich glaube, Sie haben noch nie eine Frau im Schwangerschaftskonflikt kennengelernt.  

Teresa Bücker: Ich kann und ich möchte Frauen nicht auf die Rolle der Mutter festlegen.  

Alexandra Maria Linder: Ich finde, es ist auch Betrug an den Frauen, wenn ich denen bloß erzähle, ich mache eine Fruchtblase weg oder sauge Gebärmutterinhalt ab. 

Teresa Bücker: Das Kind ist erst ab der Geburt in Deutschland ein Bürger mit vollen Rechten. 

Mehr Infos zur stern-DISKUTHEK finden Sie hier. 

sve