Wiedersehen mit dem Münchner "Tatort"-Team
Harald Krassnitzer würdigt das legendäre Duo

Harald Krassnitzer (l.) freut sich für seine Kollegen Udo Wachtveitl und Miroslav Nemec (im "Tatort: Königinnen") über den wür
Harald Krassnitzer (l.) freut sich für seine Kollegen Udo Wachtveitl und Miroslav Nemec (im "Tatort: Königinnen") über den würdevollen Abschied vom "Tatort".
© [M] imago/Future Image / Nikita Kolinz / BR/Odeon Fiction GmbH/Luis Zeno

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Der "Tatort: Königinnen" beschert ein Wiedersehen mit Batic und Leitmayr - und Kollege Harald Krassnitzer würdigt das legendäre Duo.

Wer die Münchner Kult-Ermittler Ivo Batic (Miroslav Nemec, 71) und Franz Leitmayr (Udo Wachtveitl, 67) seit ihrem großen Abschied im April schon vermisst hat, bekommt am Pfingstsonntag (24. Mai) die Chance auf ein Wiedersehen: Das Erste wiederholt den "Tatort: Königinnen" aus dem Jahr 2022. Batic und Leitmayr ermitteln im Produktköniginnen-Kosmos. Die Filmmusik steuerte Stefan Dettl mit seiner Band LaBrassBanda bei, inklusive eines Cameo-Auftritts auf einer Stadl-Bühne.

Darum geht's im "Tatort: Königinnen"

Weißwurst-Königin meets Kartoffel- und Honigkönigin: Während des bayerischen Spitzentreffens zahlreicher junger Frauen, die jeweils ihr Landwirtschaftsprodukt mithilfe ihres weiblichen Charmes repräsentieren, ereignet sich ein Attentat: Der Vorsitzende des Bavaria-Verbandes (Wolfgang Fierek) wurde durch ein Bolzenschussgerät schwer verletzt und befindet sich in kritischem Zustand in einer Klinik.

Die Ermittler entdecken, dass der Verletzte zuvor seine Machtposition für völlig unangemessene Annäherungen und sexuelle Übergriffe bei den Frauen missbraucht hat. Kaum eine der Königinnen blieb davon verschont. Jede hatte also ein Motiv, es ihm heimzuzahlen - gleiches gilt für die Organisatorin des Königinnentags (Veronica Ferres).

Abschied mit "Tatort"-Doppelfolge

Der Krimi bietet eine willkommene Gelegenheit, das Duo noch einmal in seiner vertrauten Spielfreude zu erleben, knapp sechs Wochen, nachdem es sich nach 35 Jahren und 100 Fällen aus dem Münchner Präsidium verabschiedet hat.

Ostersonntag und Ostermontag lief der finale Zweiteiler "Unvergänglich" mit versöhnlichem Ende: Batic und Leitmayr überlebten und fanden sich in Kroatien wieder. Zu den Klängen des Oldies "Only You", war auf einer Visitenkarte zu lesen: "Unvergänglich - Privatdetektei Batic & Leitmayr". Große Erleichterung bei den Fans.

Wachtveitl selbst hatte die Entscheidung für dieses Ende einmal so erklärt: "Die meisten Berufsleben enden ja einfach damit, dass man in Rente geht. Und das tun Batic und Leitmayr jetzt auch." Nemec ergänzte, er und sein Partner hätten nie in ihren Rollen sterben wollen - nicht um weiterzumachen, "sondern weil wir beide positiv zum Leben stehen".

Ein erster Abschied beim BR Filmbrunch

Wie ihre Kommissare im Film wollten Nemec und Wachtveitl eigentlich nicht viel Wirbel um ihren Abschied, bloß keine Tränen, zu viel Nostalgie oder rührende Abschiedsgeschenke. Trotz aller Bescheidenheit kamen die beiden "Tatort"-Stars aber natürlich nicht um zahlreiche Ehrungen herum. Eine erste fand im Rahmen des traditionellen Filmbrunchs statt, bei dem der Bayerische Rundfunk zu Beginn eines jeden Jahres die kommenden Highlights präsentiert.

Bettina Ricklefs, Programmbereichsleiterin Spiel-Film-Serie des BR, widmete dem Münchner Ermittlerduo in ihrer Rede bewegende Worte sowie großen Dank. Sie wendete sich ganz persönlich an die Darsteller: "Lieber Miro, lieber Udo, ihr habt gezeigt, wie man über Jahrzehnte hinweg relevant bleibt." Dabei hätten sie sich stets weiterentwickelt, aber sich nie verbogen und dem Münchner "Tatort" eine Seele gegeben. Nun aber ende diese gemeinsame Reise. Sichtlich bewegt schloss Ricklefs ihre Rede: "Dieses Mal sind es nicht die Täter, die Spuren hinterlassen, sondern ihr. Danke für alles."

Was folgte, waren Standing Ovations und minutenlanger Applaus von Kolleginnen und Kollegen, Pressevertretern und weiteren Gästen, darunter auch die Wiener "Tatort"-Kollegen Adele Neuhauser (67) und Harald Krassnitzer (65).

"Tatort"-Kollege Harald Krassnitzer wird Zeuge des BR-Abschieds

Letzterer fand besonders bewegende Worte für das nun ausgeschiedene Duo. Im Interview mit spot on news anlässlich seines aktuellen Kinofilms "Der verlorene Mann" (seit Anfang Mai im Kino) schilderte der österreichische Schauspieler, wie er den Abschied von Nemec und Wachtveitl vor Ort miterlebt hat:

"Adele und ich waren auch beim BR-Filmbrunch Anfang des Jahres. Nach der Präsentation der Highlights wurden sie von den BR-Verantwortlichen herzlich gewürdigt." Was ihn dabei besonders berührt habe: "Es war schön zu sehen, wie sie da standen, ein bisschen überwältigt von all der Zuneigung. Diese Rührung war sehr berührend, besonders bei Miro mit seiner sehr offenen, emotionalen Art", so Krassnitzer, der selbst seit Jahrzehnten als Wiener "Tatort"-Kommissar Moritz Eisner aktiv ist - und ebenfalls bald am Ende seiner eigenen Ära.

"Ich habe mich sehr für die beiden gefreut - für Udo und Miro. Ich finde, sie haben diese Bühne absolut verdient", fügte Krassnitzer hinzu. Über den letzten Fall der beiden sagte er: "Und auch ihr Abschied war stimmig: voller Lebendigkeit, ein echtes Potpourri dessen, was sie ausgemacht hat. Eine schöne Verdichtung ihrer gemeinsamen Arbeit."

Wann sein eigener letzter "Tatort"-Fall ausgestrahlt wird, steht noch nicht fest.

Der "Tatort: Königinnen" und viele weitere Sonntagskrimis sind in der Mediathek verfügbar.

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