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Zehn-Jahres-Statistik: Das verraten Suchabfragen bei Pornhub über unsere heimlichen Sehnsüchte

Wer bei der Video-Plattform Pornhub ein flottes Sex-Filmchen ansehen möchte, kann anhand der eigenen Vorlieben suchen. Welche das sind, hat der Porno-Anbieter mithilfe der Benutzerdaten zusammengestellt.

In den USA hat der Sexfilm-Anbieter seinen zehnten Geburtstag gefeiert. Jedes Jahr veröffentlicht die Online-Plattform Pornhub Statistiken mit Erkenntnissen, die sie über ihre User-Daten gesammelt haben. Nun wurde eine Übersicht erstellt, wie sich das Interesse über die vergangene Dekade entwickelt hat. Die New Yorker Frauen-Website "The Cut" hat sich die heimlichen Sehnsüchte der Amerikanerinnen und Amerikaner mal genauer angeschaut.

2007 – das Jahr der MILF

Das Akronym MILF hat es sogar bis nach geschafft, die Abkürzung von Mother I'd Like to Fuck (Mutter, mit der ich gerne eine Liebesbeziehung unterhalten würde) hat vor zehn Jahren eingeschlagen wie eine Bombe. Im ersten Jahr des Videoanbieters führte die Suche nach sexy Müttern die Statistik an.

2008 – das Jahr des Squirtings

Während wir Deutschen uns noch immer an der korrekten Aussprache des Wortes für die weibliche Ejakulation abmühen, wollten die US-Amerikaner sie endlich mal sehen: Das klare Sekret, das der Frauenkörper beim Orgasmus abspritzen kann, war für viele damals noch ein Novum. Mit dem drittgrößten Wachstum landete "squirt" auf Platz 5.

2009 – das Jahr der Amateure

Mit der Gründung einer eigenen Community kamen plötzlich andere Vorlieben zum Vorschein: Das Hochladen selbstproduzierter Amateurfilmchen hat die Ausrichtung der Website nachhaltig geprägt. 

2010 – das Jahr der Besetzungscouch

Backroom Casting Couch sorgte 2010 dafür, dass plötzlich ein ganz neues Wort in den Suchabfragen von nachgefragt war: "Casting". Das Studio produziert Videos, die Profis mit Amateuren kombiniert. Unter dem Deckmäntelchen Modeljob werden Frauen gesucht, die im Laufe der Gespräche überredet werden, ihre Kleidung abzulegen und Sex mit ihrem Interviewpartner zu haben. So fand das Wort casting derart viele Fans, dass es sich auf Platz 5 der Suchbegriffe schob. Zum ersten Mal schaffte es auch der Begriff massage in die Top Ten, hinter dem sich Masturbationsfilme von Frauen verbergen.

2011 – das Jahr des Hinterns

Niemand kann genau sagen, warum plötzlich das Wort ass so viel Zuspruch erhielt, nicht anal, was ohnehin immer oben mitspielt. Eine Spitze erlebte auch das Suchwort teen, das für einen kurzen Zeitraum die meistgeschaute Kategorie aller Zeiten wurde.

2012 – das Jahr der Cartoons

Der Shootingstar cartoon kam aus dem Nichts, die Nachfrage überragte alle anderen Suchbegriffe und war gleichzeitig zum ersten Mal überhaupt in den Top Ten. Der Begriff parody belegte den zweiten Platz in puncto Wachstum, im Amerikanischen besteht eine enge Verbindung zwischen den Bezeichnungen. Animierte Pornos schafften es Jahr darauf dann nur noch auf Platz 5.

2013 – das Jahr des Sahnetörtchens

Natürlich steht das Wort Sahnetörtchen in der Pornobranche nicht für das Küchlein, das man beim Bäcker kauft. Vielmehr ist es die süße Umschreibung für eine Art der Authentizität: Die Aufnahme endet mit dem sichtbaren Erguss des Mannes und belegt damit, dass während des Aktes kein Kondom verwendet worden ist. Die Angst vor Aids hatte sich zu dem Zeitpunkt offenbar gelegt.


2014 – das Jahr von Belle Knox

Bei der Zeitung "The Chronicle" handelt es sich um ein mehr als 100 Jahre altes Studentenblatt der Duke University in North Carolina. Im Februar des Jahres 2014 wurde dort eine Erstsemester-Studentin vorgestellt, die ihre Studiengebühren zum Teil mit Pornos verdiente, im März outete sich sich unter dem Pseudonym Belle . Mitte März gehörte ihrem Namen bereits ein Prozent aller Suchanfragen bei Pornhub (in Durham sogar 3 Prozent).

2015 – das Jahr für "Stief-Sex"

Zum ersten Mal kam das Wort stepmom, Stiefmutter, in die Liste der meistgesuchten, der Erfolg hielt sich sogar bis ins Jahr 2016. Auf Platz 7 rankte stepsister, Stiefschwester – ein Zeichen für das neue Trendgenre, in dem Teenager-Geschwister sich die Ehre geben. Ebenfalls bemerkenswert war der Zuwachs beim Suchbegriff Mia Khalifa, oft als erster libanesischer Pornostar bezeichnet und mit 530 Millionen Abrufen auf dem ewigen achten Platz bei Pornhub, der gelegentlich mit Hidschab auftritt. In einem Video tragen Mia Khalifa und "ihre" Stiefmutter das arabische Kopftuch.

2016 – das Jahr der Lesben-Schere

Allzu viel Fantasie braucht es für die Bedeutung des Fachterminus nicht: Die Darstellerinnen reiben mit überkreuzten Beine ihre Genitalien aneinander. Die Nachfrage für derlei Pornos begann bereits 2014 zu steigen, 2016 erreichte Lesbians Scissoring übergreifend Platz 7. Interessanterweise wurden auch burglar und robbery gesucht, die zuvor keine besonders nennenswerte Neugier entfacht hatten – doch in dem Jahr war Kim Kardeshian in einem Pariser Hotel überfallen und ausgeraubt worden ...

2017 – das Jahr von Hentai

Auch wenn es erst zur Hälfte vergangen ist, zeichnet sich in diesem Jahr ein deutliches Interesse an Hentai, pornographischen Manga- und Anime-Animationen, ab. Vermutlich besteht ein Zusammenhang mit der aktuellen Begeisterung der Millennial-Generation für Cosplay. Dabei verkleidet man sich wie Helden aus Videospielen oder japanischen Comics.

Über die vergangenen zehn Jahre lassen sich folgende Erkenntnisse ableiten: Russische Frauen interessieren sich für Analsex, während Nord- und Südamerikanerinnen sich am häufigsten in der Kategorie "Lesben" umschauen. Und: 37 Prozent der Zuschauer von Schwulenpornos sind Frauen – in der Altersklasse über 45 ist gay-male porn die Topkategorie für das weibliche Geschlecht.


bal
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