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Abgewatscht - der satirische Wochenrückblick: Nach dem Dschungel ist vor dem Dschungel

Das Dschungelcamp ist gerade vorbei und schon stehen die nächsten Kandidaten bereit: Liliana Matthäus ist wieder zu haben, Tony Marshall hingegen muss absagen. Er darf seinen Stoff nicht mitnehmen.

Von Stefan Mielchen

Die Promiwelt schaute in dieser Woche nach Großbritannien: Dort steht schon bald die Hochzeit des Jahres ins Haus. Das macht naturgemäß alle verrückt - außer die Betroffenen selbst. "Kate ist entzückt", heißt es lapidar aus dem Umfeld der glücklichsten Frau der Welt. Doch noch weiß niemand, welches Kleid die Braut tragen wird und in welchem Zustand sie vor den Standesbeamten tritt. Aber immerhin hat sich Supermodel Koks Moss in dieser Woche schon mal verlobt. Sicher ist sicher. Den Antrag soll Dauerfreund Jamie Hince ihr vorsorglich im Bett gemacht haben. Man kennt ja seine Pappenheimer. Das gelallte "Yes" erschlich sich der Gitarrist mit einem Ring, der mehrere zehntausend Pfund wert sein soll. Wodurch das Entzücken der künftigen Gattin erheblich gestiegen sein dürfte. Geheiratet wird laut der britischen "Sun" am 2. Juli. Das macht Sinn: Zu dieser Jahreszeit ist selbst im unwirtlichen England nicht mit stärkerem Schneetreiben zu rechnen.

Wo die weiße Pracht in tennisballgroßen Flocken vom Himmel fällt, kann US-Schauspieler Charly Sheen eigentlich nicht weit sein. Den Serienhelden darf man mit Fug und Recht als dauerstoned bezeichnen: Unlängst machte er mit einer 36-Stunden-Orgie auf sich aufmerksam, die selbst abgebrühte Erotikdarstellerinnen an ihre Grenzen brachte. Etwa die 22-jährige Kacey Jordan, die schon vieles in den Mund und nun kein Blatt mehr vor selbigen nahm. Ihren Landsleuten verdarb die Pornomieze diese Woche in der TV-Show "Good Morning America" bereits zum Frühstück den Appetit: "Er trinkt Alkohol wie Wasser" lautete noch das harmloseste Detail ihres Sexausflugs. Andere bieten auf Partys Käseigel oder Chipsletten an. Sheen hingegen soll laut Kacey einen Gucci-Koffer voller Koks für sich und seine Gäste aufgefahren haben. Das lässt zumindest einen letzten Rest Stilsicherheit erkennen. Doch auch den härtesten Mann hauen anderthalb Tage Dauerorgie irgendwann aus den Socken. Sheen wurde mit "Magenschmerzen" in die Klinik eingeliefert und habe sich anschließend "freiwillig" zum Entzug entschlossen, heißt es - allerdings in den eigenen vier Wänden. Cold Turkey to go: Der Drogentherapeut soll den guten Charly daheim besuchen, die Behandlung erfolgt ambulant. Klingt nach einem todsicheren Entzugsrezept.

Tony Marshalls Stoff: ein Koffer voller Rotwein

Auch wo Tony Marshall auftaucht, ist stets ein geheimnisvoller Koffer in Griffweite. Für den fleischgewordenen Minipli muss es zwar nicht Gucci sein, doch der Inhalt ist bei Stimmungskanone Tony nicht minder kostbar: "Der Koffer ist randvoll mit Flaschen meines badischen Lieblingsrotweins", erläuterte Moppel Marshall in dieser Woche den Suchttherapeuten der "Bild-Zeitung". Die "Hex von Dasenstein" ist Tonys ständiger Begleiter: im Flugzeug als Handgepäck und im Hotel als Ersatz für die Minibar. "Abends ist oft schon die erste Flasche leer", berichtet der Festzelttitan, "auch im Restaurant bediene ich mich aus dem Koffer." Marshall hält es mit einer speziellen Weisheit: "Rotwein ist für alte Knaben eine von den besten Gaben", sagt der 72-Jährige. Jetzt geht die Party richtig los: Dass Alkohol konserviert, hatten wir schon immer befürchtet …

Gut, dass es auch noch solide Senioren gibt. Lothar Matthäus, 49, etwa hat seinem unsteten Lebenswandel in dieser Woche endlich ein Ende gesetzt und sich von Liliana scheiden lassen! Einvernehmlich sei in Österreich ein Schlussstrich über den Unfug der letzten zwei Jahre gezogen worden, ließ das nervigste Paar seit Adam und Eva schriftlich erklären. Liliana wünschte ihrem Ex noch von Herzen alles Gute. Was übersetzt wohl nichts anderes meint als die Pest an den Hals. Loddar ließ erst gar kein Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom aufkommen: In München zeigte er sich beim üblichen Nobelitaliener, vor dem immer irgendein Fotograf herumlungert, an der Seite der 23-jährigen Ariadne. Auf der hatte er schon Silvester verbracht, nun kuschelten die beiden wie zwei Klammeräffchen . Und täglich grüßt das Murmeltier.

Naomi Campbell trifft den russischen Bären

Während Lothar seinen Streichelzoo pflegt, bewährte sich Russlands Premier Wladimir Putin als Raubtierbändiger: Er gab sich für ein Interview mit dem Männermagazin GQ den Fragen von Naomi Campbell hin. Angesichts des russischen Bären fuhr die Laufsteg-Mieze allerdings ihre Krallen ein und gab sich als zahme Reporterin. Sanftes Schnurren statt handfestes Gezicke: Vielleicht hatte Campbell befürchtet, dass Putin sie als allzu kritische Journalistin kurzerhand erschießen lassen würde. Wahrscheinlich aber hat es Naomi einfach beeindruckt, dass der gute Wladi sich für ihresgleichen stark macht: Der Russe setzt sich für bedrohte Raubkatzen ein, so wie das Topmodel auch. Naomis zahlreiche Pelzmäntel stammen schließlich nur von Tieren, die schon gestorben sind.

War sonst noch was? Na klar: Teeniestar Justin Bieber, 16, wurde in dieser Woche bei dem erwischt, was kleinen Jungs alleine mehr Spaß macht: beim Popeln. Während einer Pressekonferenz bohrte der Schwarm aller Zahnspangenträgerinnen selbstvergessen in der Nase. Blöd, dass während Justins Erkundung des eigenen Körpers auch Fotografen anwesend waren. Der Jungstar verblüfft derweil die Weltöffentlichkeit mit einer weiteren Nachricht: Angeblich soll Biebers Stimme neuerdings immer tiefer werden. Experten glauben, der 16-Jährige komme langsam in den Stimmbruch, was ja auch mal Zeit wird. Noch ist ungewiss, wie sich das auf seine Gesangsqualitäten auswirkt. Eines aber steht bereits heute fest: Schlimmer kann es nicht mehr werden.