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Nach Unfalltod Details über sexuellen Missbrauch und ihr "verrücktes Leben" – Buchpreise von Anne Heches Memoiren explodieren

Anne Heche Buch
Nach ihrem Tod schießen die Buchpreise von Anne Heches Memoiren in die Höhe
© Taylor Jewell/Invision/AP/dpa
Knapp zwanzig Jahre nach der Erstveröffentlichung ihres Buches steigen die Preise von "Call me Crazy" ins Unermessliche. Die Schauspielerin Anne Heche, die Anfang August verstarb, verarbeitete darin ihr "verrücktes Leben".

Anne Heche schrieb ihre Memoiren bereits vor über zwanzig Jahren. Das Buch mit dem Titel "Call me Crazy" erschien 2001 und die Wahl für diesen besonderen Titel erklärte die Schauspielerin damals mit einem jahrzehntelangen Kampf gegen sich selbst: "Ich bin nicht verrückt, aber ich bin in einer verrückten Familie aufgewachsen. Es hat 31 Jahre gedauert, dass ich das aus mir herauskriegen konnte". Die Preise für ihr Buch steigen nun nach ihrem Tod unaufhaltsam an. 

Anfang August verstarb die Ex-Freundin von Ellen DeGeneres an den Folgen eines Autounfalls. Sie war mit ihrem Wagen in ein Wohnhaus gerast in Los Angeles. Der Wagen und das Wohnhaus gingen in Flammen auf. Heche kam schwerverletzt ins Krankenhaus, wenige Tage später wurde sie allerdings für hirntot erklärt und die Geräte abgestellt. Bisher ist die Unfallursache nicht bekannt. Über Drogenkonsum wird spekuliert. Die ansässigen Behörden sollen ihre Ermittlungen aber bereits beendet haben. Der Unfalltod der Schauspielerin hinterlässt bisher viele offene Fragen, für die Fans scheinbar versuchen, Antworten in den Memoiren von Anne Heche zu finden. 

Durch die steigende Buch-Nachfrage kletterte der Preis auf dem freien Markt in den letzten Tagen massiv. Normalerweise lag der Preis für den Titel "Call me Crazy" bei der gebundenen Ausgabe um die 25 Euro. Doch in den vergangen Tagen nach ihrem Tod konnte ein Anstieg auf 200 Euro, dann auf 500 Euro und nun sogar auf 750 Euro und bis zu 950 Euro bei Amazon verzeichnet werden. Natürlich hängt der Preis auf dieser Plattform auch vom Verkäufer ab, die Nachfrage scheint die horrenden Beträge aber herzugeben. 

In dem Buch von Anne Heche finden sich sogar Details zum Missbrauch

In der Biografie von Anne Heche verarbeitet sie unter anderem eine furchtbare Kindheit. Geprägt von Vergewaltigung und Missbrauch im Elternhaus durch den eigenen Vater. So schrieb sie über die mitunter schlimmsten Momente ihres Lebens: "Mein Vater stellte mich auf alle Viere und hatte Sex mit mir". Als Glückstag betitelte Heche den Tag, als sie 13 Jahre alt war und ihr Vater an HIV starb. Die Memoiren geben Aufschluss über ein Leben, das von vielen Tiefschlägen geprägt war, von Todesfällen, wie auch der ihres Bruders als er 18 Jahre alt war und ebenfalls bei einem Autounfall verstarb oder der ihrer Schwester zehn Jahre später an Krebs. Drogenkonsum, ein ungesundes Leben, sexuelle Kompensation und vieles mehr waren die Folge bei Anne Heche. Es schien, als hätte sie vieles davon erfolgreich bekämpfen und besiegen können, doch ihr scheinbar selbst verursachter Unfalltod gibt erneut Rätsel über ihre psychische Verfassung auf.

Quellen: Hollywood Reporter, ET Online, NDR, Heute

ckl

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