HOME

Blut und Gewalt: Promi-Geburtstag vom 20. Juni 2018: Robert Rodriguez

Mit einer Super-8-Kamera unternahm Robert Rodriguez seine ersten filmischen Versuche. Schon bald sollte er als äußerst innovativer Filmemacher seinen Weg gehen.

Robert Rodriguez

Robert Rodriguez feiert seinen 50. Geburtstag. Foto: Shawn Thew/EPA

ist für hartgesottene Actionfans eine erstklassige Adresse. Der US-amerikanische Regisseur mit mexikanischen Wurzeln inszeniert viele seiner Filme als schießwütige und blutrünstige Orgien.

Aber nicht nur: Bei den 49. Berliner Filmfestspielen wurde Rodriguez bereits 1999 mit einer Berlinale- ausgezeichnet, die ihm anlässlich der Vorführung seines Films «The Faculty» (Der Lehrkörper) verliehen wurde. Vor allem wurden mit dem Preis seine Verdienste als Comic-Zeichner und Schmalfilmer gewürdigt.

Nach seinem High-School-Abschluss feierte Robert Rodriguez, der heute 50 Jahre alt wird, mit seinem Comic «Los Hooligans» große Erfolge. Davor hatte ihn schon John Carpenters Science-Fiction-Klassiker «Die Klapperschlange» für den Film begeistert. Fortan ließ er mit einer Super-8-Kamera seiner Fantasie freien Lauf und erregte schließlich mit seinem einfallsreichen 16mm-Kurzfilm «Bedhead» (1991), für den Rodriguez seine gesamte Familie eingespannt hat, erstes Aufsehen.

Erzählt wird in dem Schwarz-Weiß-Film die Geschichte eines kleinen Mädchens, das nach einem Sturz auf den Kopf plötzlich über fantastische Kräfte verfügt, die sie vor allem einsetzt, um ihren nervigen zu malträtieren.

«Bedhead» feierte auf vielen Festivals große Erfolge, öffnete viele Türen und brachte Rodriguez ein paar Tausend Dollar ein, die er für seinen Debütfilm «El Mariachi» (1993) gewinnbringend einsetzen sollte. Mit «Desperado» und «Irgendwann in Mexico» baute er die Geschichte um den Gitarre spielenden und wild um sich schießenden Mariachi schließlich zu seiner Mexiko-Trilogie aus.

Mit Quentin Tarantino, guter Freund und Bruder im Geiste, tat sich Robert Rodriguez schon früh zusammen. 1996 drehten die beiden den bluttriefenden Gangster-Vampir-Horror-Splatter-Film «From Dusk Till Dawn», der schließlich ab 2014 in einer erfolgreichen Netflix-Serie weiterlebte.

Sein vielleicht originellster Film aber ist « » (2005), in dem Rodriguez seine Liebe zur Comic-Kunst mit seiner Action-Leidenschaft perfekt verband. In «Sin City» erzählt der Kultfilmer Geschichten von Verlierern im Stil des klassischen Film noir - doch seine Umsetzung der düsteren Comic-Erzählungen von Frank Miller setzt sich von allem ab, was man bis dahin an Comic-Adaptionen im Kino sah.

«Wir wollten etwas wirklich Experimentelles und Kreatives machen», sagte der Texaner zum Stil des Werks. Jedes Bild der 124 Minuten wurde digital bearbeitet. Das Ergebnis, streng orientiert an den Comic-Vorlagen, sieht aufregend künstlich aus: Alle natürlichen Farben sind einem knusprigen Schwarz-Weiß gewichen, einem Kontrastspiel, das keine Grautöne kennt und exakt den Zeichnungen von Frank Miller entspricht. Nur einzelne Details wie ein leuchtendes Kleid, blonde Haare oder Blutspritzer stechen farbig hervor.

Bei all der Gewalt, den Macheten und abgetrennten Gliedmaßen ist es fast schon ein bisschen Ironie, dass Rodriguez seine größten kommerziellen Erfolge ausgrechnet mit seiner familienkompatiblen Soft-Action-Reihe «Spy Kids» feierte.

dpa