VG-Wort Pixel

Prozess in London Boris Becker gesteht: "Ich habe mich geschämt, weil ich pleite war"

Boris Becker
Boris Becker steht derzeit in London wegen Insolvenzverschleppung vor Gericht
© Picture Alliance
Boris Becker gibt der Justiz eine Mitschuld daran, dass er seine Schulden nicht begleichen kann. Außerdem verrät er, dass er sich sehr geschämt hat, als seine finanziellen Probleme öffentlich wurden.

En Londoner Gericht erklärte Boris Becker 2017 für zahlungsunfähig. Das Timing war für Becker denkbar schlecht, denn kurz danach musste er an einem wichtigen Tennis-Event teilnehmen und sich in der Öffentlichkeit zeigen. Becker ist nach eigener Aussage "schockiert" und "beschämt" gewesen.

Die britische Justiz verkündete damals nur wenige Tage vor dem Wimbledon-Turnier, dass Boris Becker pleite sei. Becker arbeitet bei dem Tennis-Turnier seit vielen Jahren als Kommentator. Auch beim Wimbledon-Turnier 2017 sollte er für die BBC sowie für australische und japanische Fernsehsender kommentieren. Seine Scham über die Situation, die damals daraus resultierte, gab Becker am Montag vor einem Londoner Gericht zu. Er muss sich seit einer Woche wegen Insolvenzverschleppung verantworten.

"Wie Sie sich vorstellen können, war ich darüber schockiert. Weil weltweit darüber berichtet wurde. Und ich bin durch das Wimbledon-Tor gegangen und alle wussten es", sagte der 54-Jährige, der überwiegend in Englisch aussagte, über seine Bankrotterklärung 2017. "Ich habe mich geschämt, weil ich pleite war." Zu jener Zeit habe er zudem eine "stressige Zeit" mit seiner damaligen Ehefrau Lilly Becker gehabt, sie hätten in unterschiedlichen Bereichen ihres Miethauses in Wimbledon gewohnt.

Die "Marke Becker" hat Schaden genommen durch die Justiz

Becker wirft der britischen Justiz außerdem vor, dass die Veröffentlichung seinen Ruf angekratzt hat. Seiner Aussage nach habe die negative Berichterstattung über seinen Bankrott der "Marke Becker" geschadet. Dies soll in der Konsequenz schwerwiegende Folgen für den sechsfachen Grand-Slam-Sieger gehabt haben. Er habe deshalb Probleme gehabt, genug Geld zu verdienen, um seine Schulden zu bezahlen. 

Becker muss sich vor dem Southwark Crown Court in 24 Anklagepunkten wegen Insolvenzverschleppung verantworten. Dazu zählen neben dem Zurückhalten seiner Trophäen in neun Fällen, das Verschweigen von Immobilien, Aktien und Bankguthaben. Zudem soll Becker große Summen unter anderem auf Konten seiner Ex-Frauen Barbara und Lilly Becker überwiesen haben. Der 54-Jährige weist die gegen ihn erhobenen Vorwürfe zurück.

ckl / dpa

Mehr zum Thema



Newsticker