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Podcast "Paardiologie": Charlotte Roche spricht über ihr Sexleben - und überrascht mit erstaunlichem Bekenntnis

In ihren Büchern schreibt sie tabulos über Sex. Auch im Podcast spricht Charlotte Roche mit ihrem Ehemann Martin Keß über ihr Liebesleben - und legt ein unerwartetes Bekenntnis ab.

Charlotte Roche

Charlotte Roche bei einer Lesung aus ihrem Roman "Feuchtgebiete"

DPA

Bei viele Menschen steht Charlotte Roche in dem Ruf, ohne jede Scham und Tabus über Sex reden zu können. Der Grund dafür sind ihre Bücher "Feuchtgebiete" und "Schoßgebete", in denen sie verschiedenste Schattierungen und Spielarten - von Analsex bis zum Dreier in der Ehe - literarisch verarbeitet hat. In der neunten Folge ihres Beziehungspodcasts "Paardiologie" sprach Roche mit Ehemann Martin Keß über das Thema, das viele mit ihr verbinden: Sex. Dabei überraschte die Moderatorin und Autorin alle mit dem Bekenntnis, sie rede gar nicht gerne über Sex.

So mancher mag sich verwundert die Ohren gerieben haben: Ausgerechnet die "Bumsbuchtante" (Jan Böhmermann), die Frau, die mit ihren Büchern zu dem Thema Millionen verdient hat, mag es nicht, darüber zu reden? Weshalb das so ist, darüber fand Charlotte Roche eine plausible Erklärung. 

Charlotte Roche wurde alles zu viel

Im Gespräch über ihr eheliches Geschlechtsleben schilderte ihr Ehemann, dass die beiden früher viele Sachen gemacht hätten, die fast immer er vorgeschlagen hat - sie hat willig mitgemacht. "Wir haben gedacht, alles geht", sagt Keß. Und bemerkte erst später, dass sie vieles nur ihm zuliebe mitgemacht hat. Als Beispiel nennt er den Dreier. "Ich hab gedacht, du fandest das auch total cool", sagt der Medienmangager. Doch es war anders: "Ich fand es cool, cool zu sein", berichtet Roche nun. Doch schnell wurde ihr das alles zu viel und zu krass. Sie empfand den Dreier als Stress. Sie fühlte sich überfordert.

Nachdem sie "Feuchtgebiete" geschrieben hatte, wollte sie gar nichts mehr von dem Thema wissen. "Ich bin so leergebumst, ich kann nicht mehr", habe sie damals gesagt, erinnert sich Keß, und Roche ergänzt: "Ich bin durch 'Feuchtgebiete' in eine Art Geistes-Menopause gerutscht und war plötzlich gefühlte 60."

"Feuchtgebiete" wurde für sie zum Problem

Der gigantische Erfolg des 2008 erschienenen Buches brachte auch andere Schattenseiten mit sich: Die Autorin wurde fast überall erkannt. Mit bisweilen unangenehmen Konsequenzen. Roche schildert ihre Erfahrungen bei der Tantramassage. Sie habe gerade einen heftigen Orgasmus gehabt, als der Masseur kurz den Raum verlassen und seine Freundin herbestellt habe. Die sei dann kurz darauf mit einem Exemplar des Bestsellers aufgekreuzt und habe um eine Widmung gebeten. Für Roche eine schreckliche Erfahrung. "Ich darf sowas nicht machen in Deutschland", sagt sie. "Ich hab mich so geschämt. Weil der auch der Freundin natürlich erzählt hat, wie ich gekommen bin und wie alles aussieht."

Ganz verzichten will sie auf derartige Aktivitäten künftig allerdings nicht. Es müsste dann nur im Ausland stattfinden, wo sie nicht erkannt wird. Und so schlägt sie ihrem Mann den gemeinsamen Besuch im Swingerclub in Belgien vor, wo sie nicht erkannt wird. Im Podcast will sie dann darüber berichten. Eine ungewöhnliche Ansage, wenn man bedenkt, dass Charlotte Roche doch gar nicht gerne über Sex spricht.

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