HOME

Podcast "Paardiologie": Ehestreit bei Charlotte Roche : "Du akzeptierst nicht, dass du ein alter weißer Mann bist"

Das Beziehungsleben von Charlotte Roche und ihrem Ehemann Martin Keß wird in letzter Zeit immer öfter von Politik überlagert - mit unschönen Folgen. In ihrem Podcast sprach das Paar über seine Krise.

Charlotte Roche

Charlotte Roche spricht mit ihrem Ehemann Martin Keß in dem Podcast "Paardiologie" über ihre Beziehung.

DPA

In der vergangene Woche schien bei den beiden noch große Harmonie geherrscht zu haben. Charlotte Roche und Martin Keß erzählten im Beziehungspodcast "Paardiologie" über ihre sexuelle Sozialisation. Angesichts der erotischen Ödnis in der Jugend ihres Mannes verspürte Roche das Bedürfnis, ihn in den Arm zu nehmen.

Von derlei zärtlichen Gefühlen war diesmal wenig zu spüren. Im Hause Roche-Keß gibt es Knatsch, das war kaum zu überhören. Der Tag beginne bei ihnen derzeit nicht mit einem "Guten Morgen", verriet die Autorin und Moderatorin, sondern zumeist mit Vorwürfen. Es sei derzeit einfach zu viel los in ihrem Leben.

Doch es gibt noch andere Gründe für die angespannte Stimmung zwischen den Eheleuten. Martin Keß schildert das Problem so: Es vergehe kaum ein Tag, an dem nicht "irgendwelche Petitionen und Sanktionen" diskutiert würden. Seine Frau treibe sich zu viel in sozialen Medien wie Instagram herum, so sein Befund.

Charlotte Roche und die Politik

Tatsächlich hat sich Charlotte Roche in den vergangenen Monaten in einigen Projekten engagiert. Etwa der von "Neon" initiierten Petition für einen reduzierten Steuersatz auf Periodenprodukte. Zuletzt hatte sie sich auch gegen den Smoothie-Hersteller "True Fruits" positioniert, der mit sexistischer und rassistischer Werbung aufgefallen war.

Anliegen, die ihr Ehemann grundsätzlich teilt. Ihn nerve aber, dass seine Frau ihm Sachverhalte oft im "Kampagnen- und Referatston" erkläre. "Du akzeptierst nicht, dass du ein alter weißer Mann bist", entgegnet Roche kalt. 

Keß versucht noch einmal, seine Position darzulegen und wählt einen Vergleich: Beide seien doch in der gleichen Partei, nur in verschiedenen Flügeln. Roche will allerdings nicht gelten lassen, dass ihr Mann bestimmte Dinge etwas abgeklärter und gelassener sieht als sie. Er sei eben nicht auf dem neuesten Stand, ätzt sie. Und wird persönlich: Das liege möglicherweise das am Altersunterschied. Er komme eben nicht immer mit. 

Meinungsfreiheit vs. Menschenwürde

Der Medienmanager hebt den Streit auf eine analytische Ebene und benennt das tiefer liegende Problem: Es sei der zentrale Konflikt zwischen Menschenwürde und freier Meinungsäußerung, um den es hier gehe. Denn während seine Frau in vielen Äußerungen nur sehe, dass sich Minderheiten verletzt fühlen könnten, gebe es ja noch die andere Seite: In Deutschland herrsche Meinungsfreiheit, die könne man eben nicht so einfach abschaffen oder beschneiden.

Auf einen gemeinsamen Nenner kam das Paar auch diesmal nicht. So mischt sich die Politik immer stärker in das Privatleben und gefährdet die Beziehung. "Wir müssen aufpassen, dass wir dieses Land nicht verlieren. Und wir müssen aufpassen, dass wir uns nicht verlieren", mahnt Roche. 

Damit das nicht passiert, schlägt die 41-Jährige den gemeinsamen Besuch bei ihrer Paartherapeutin vor. Gut möglich, dass wir schon nächste Woche mehr darüber erfahren.

Quelle: Spotify

che