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Comeback von Jenny Elvers-Elbertzhagen: Das Stehauf-Frauchen

Partys, Premieren, Bussi-Bussi - für Jenny Elvers-Elbertzhagen ist das Leben eine wilde Sause. Bis sie in die Alkoholsucht rutscht. Nach einem Entzug wagt sie sich nun zurück in die Öffentlichkeit.

Von Julia Kepenek

Modenschau in Berlin, Preisverleihung in Wiesbaden, Filmball in Frankfurt, Fernsehgala in Köln. Ganz gleich, wo in den vergangenen Jahren eine Party stattfand - Jenny Elvers-Elbertzhagen war dabei. Meist mit wenig Stoff am Leib und einem Lachen auf dem Gesicht. Nicht selten hielt die 40-Jährige dabei ein Glas Alkohol in der Hand. Seit Elvers-Elbertzhagen Mitte der Neunziger als Sternchen an der Seite von Schauspieler Heiner Lauterbach funkelte, hat sie kaum eine Sause ausgelassen. Nach fast 20 Jahren im Feier-Dauereinsatz drohte Elvers-Elbertzhagen zu verglühen.

Die 40-Jährige ist schwer alkoholkrank und hat gerade einen Entzug hinter sich. Vier Monate hat man sie nicht öffentlich gesehen. Nun wagt Elvers-Elbertzhagen ein Comeback. Sie sprach mit der Zeitschrift "Gala" über ihre Sucht und ließ sich von einem Kamerateam des Senders RTL filmen. Die Dokumentation "Die Alkoholbeichte! Jenny Elvers - Die ungeschminkte Wahrheit" wird am 4. Februar um 21.15 Uhr ausgestrahlt. Es ist Elvers-Elbertzhagens Versuch, ihr Leben neu zu ordnen, vielleicht eine zweite Karriere aufzubauen.

Sie wird das "Luder" der Nation

Eigentlich hatte alles so vielversprechend begonnen. Jenny Elvers, eine pausbackige, fröhliche Blondine aus dem 3827-Seelen-Ort Amelinghausen wird mit 18 Jahren zur Heidekönigin gekrönt. Das Mädchen aus der Lüneburger Heide ist plötzlich wer. Darf nach Japan fliegen, arbeitet als Model und schreitet über rote Teppiche. Der Platz im Rampenlicht weckt ihren Wunsch, Schauspielerin zu werden. Sie besucht Kurse in Berlin, Hamburg und Los Angeles. Schnell ist klar, sie will nach ganz oben. Raus aus Amelinghausen, rein in die große weite Welt.

Die zeigt ihr in den Neunzigern Schauspieler Heiner Lauterbach. Zunächst ist er der Star, sie nur die dralle Blondine an seiner Seite. Zusammen feiern sie sich einmal quer durch die Republik. Schauspieler Til Schweiger, Friseur Udo Walz und Modemacher Michael Michalsky gehören zu ihren engsten Freunden. 1995 ergattert Elvers eine kleine Rolle in Detlev Bucks Erfolgsfilm "Männerpension". Ihre Leistung besteht darin, den Rock zu heben und nackte Tatsachen zu zeigen. Fortan gilt sie deshalb als "Luder". Es wird fast so etwas wie ihre Berufsbezeichnung.

Mit der Schauspielkarriere geht es trotz des freizügigen Auftritts nur schleppend voran. Nebenrollen in deutschen Fernsehserien sind alles, was Elvers angeboten wird. Stattdessen macht sie mit ihren wechselnden Männergeschichten Schlagzeilen. Sie kuschelt mit Udo Jürgens, betrügt Heiner Lauterbach mit Thomas D. und landet schließlich bei Alex Jolig, bekannt durch seinen Aufenthalt im Fernsehknast "Big Brother". Von ihm bekommt sie 2001 ein Kind, Sohn Paul. Heiner Lauterbach hat da schon lange das Weite gesucht und sein Glück mit Viktoria Skaf gefunden.

Mit Elbertzhagen sollen die "wilden Zeiten" enden

Nach Jolig kommt Elbertzhagen, ihr Manager. Ihn heiratet Jenny Elvers im Juli 2003 und gelobt, die "wilden Zeiten" seien jetzt vorbei. Das Paar lebt, ganz promi-untypisch, in Rheinbach bei Bonn und führt ein scheinbar glückliches Familienleben. Auch ihre Auftritte wählt Elvers-Elbertzhagen, wie sie seit der Hochzeit heißt, fortan mit Bedacht. 2006 spielt sie an der Seite von David Kross im Jugenddrama "Knallhart" und erhält wohlwollende Kritik. Regisseur Christoph Schlingensief besetzt sie in seinem Bühnenstück "Kaprow City" als Prinzessin Diana. Auch ihr Auftritt als "Buhlschaft" im "Jedermann" auf der Bühne des Berliner Doms kommt gut an. Es folgen Engagements am Kölner "Theater am Dom" und ein geplanter Kinofilm über Leni Riefenstahl.

Es scheint zu laufen für die 40-Jährige. Bis zu ihrem Live-Auftritt in der NDR-Sendung "Das!". Damals, im September 2012, spielt sie das erste Mal keine Rolle, sondern sich selbst. Eine verwirrte, orientierungslose Frau, die offensichtlich Probleme hat. Alkoholprobleme, wie Elvers-Elbertzhagen einen Tag später einräumt. Sechs Wochen verbringt sie in einer Entzugsklinik, kämpft gegen die Abhängigkeit von Alkohol und Tabletten.

In dem Interview mit "Gala" offenbart sie, wie krank sie wirklich war. Sie wollte sich "zu Tode trinken", sagt Elvers-Elbertzhagen. Sekt, Wein, Wodka, Whisky, Gin - von allem täglich eine Flasche, so lautete ihre Dosis. Das Mädchen aus der Provinz hatte komplett die Kontrolle verloren. Wenn sie in dem Tempo weitermache, hätte sie noch sechs bis acht Wochen zu leben, sagten ihr die Ärzte nach Einweisung in die "My Way Betty Ford Klinik" in Bad Brückenau. Ihre Organe drohten zu versagen.

Jenny Elvers-Elbertzhagen hat die Reißleine gezogen und traut sich nun wieder vor die Kameras. Völlig geheilt, so sagt sie selbst, ist sie noch lange nicht. Denn an Alkohol denke sie nach wie vor täglich.