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Coronavirus: Norwegisches Königspaar muss in Heim-Quarantäne – Dänemarks Königin sagt Geburtstagsfeiern ab

Norwegen hat drastische Maßnahmen angekündigt, um die Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern. Davon betroffen sind auch Norwegens König Harald und Königin Sonja. Auch Dänemarks Königin Margrethe zieht Konsequenzen.

Das norwegische Königspaar Harald und Sonja bei ihrem Besuch in Jordanien (l.) und Königin Margrethe II. (r.)

Das norwegische Königspaar Harald und Sonja bei ihrem Besuch in Jordanien (l.) und Königin Margrethe II. (r.)

DPA / AFP

Norwegens König Harald V., 83, und seine Frau, Königin Sonja, 82, befinden sich wegen neuer Regelungen zum Umgang mit dem Coronavirus zu Hause in Quarantäne. Beide seien symptomfrei, teilte das norwegische Königshaus am Donnerstagabend mit. Die Regierung hatte festgelegt, dass sich alle Bürger, die nach dem 27. Februar außerhalb Skandinaviens gewesen sind, nach ihrer Rückkehr für 14 Tage in Heimquarantäne begeben müssen. Harald und Sonja waren Anfang März für drei Tage zu Besuch in Jordanien.

Wie mehrere norwegische Medien berichten, werde Harald wichtige Konferenzen per Videotelefonie leiten. Nach Angaben des norwegischen Rundfunks NRK sind von der Maßnahme auch mehrere Minister betroffen, darunter Außenministerin Ine Eriksen Søreide.

König Harald dankt Gesundheitspersonal

Das norwegische Königshaus teilte mit, dass alle offiziellen Termine bis Ostern abgesagt würden. König Harald sagte: "Unser Land befindet sich in einer ernsten Situation, die den Einzelnen und die Gesellschaft insgesamt betrifft. Es ist entscheidend, dass wir alle an der nationalen Arbeit teilnehmen, um zu vermeiden, dass wir oder andere einer Infektion ausgesetzt werden. Es ist daher wichtig, dass wir alle Empfehlungen und Anweisungen der Behörden befolgen."

"Wir müssen dazu beitragen, die Ausbreitung des Virus zu verhindern, und ich möchte insbesondere den Angehörigen der Gesundheitsberufe im ganzen Land danken, die derzeit ihr Möglichstes tun, um die Situation zu verbessern. Wir alle hoffen, dass sich die Entwicklungen bald ändern werden", teilte Harald mit. Dies wurde auch über den Instagram-Kanal des norwegischen Königshauses geteilt.

Norwegen vermeldete am Donnerstagabend zudem seinen ersten mit dem neuartigen Coronavirus zusammenhängenden Todesfall. Es handele sich um eine ältere Person, sagte Ministerpräsidentin Erna Solberg dem NRK. Bislang gibt es im Land nach Angaben der norwegischen Gesundheitsbehörde mehr als 620 bestätigte Infektionen.

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Königin Margrethe von Dänemark sagt Feiern ab

Als zweites skandinavisches Land nach Dänemark hat Norwegen wegen der Corona-Krise seine Bildungseinrichtungen geschlossen. Alle Schulen, Universitäten und Kindergärten im Land blieben ab Donnerstagabend geschlossen, sagte die norwegische Regierungschefin Erna Solberg bei einer Pressekonferenz in Oslo. Mit dieser und weiteren Maßnahmen gegen das Coronavirus Sars-CoV 2 werde zwar der Alltag der Bevölkerung auf den Kopf gestellt, doch seien diese Schritte nötig, um Leben und Gesundheit zu schützen. Es handele sich um eine schwierige Zeit für Norwegen und die Welt. Die Maßnahmen seien die umfassendsten, die das Land in Friedenszeiten erlebt habe. Wie lange die Schulschließungen gelten sollen, sagte Solberg nicht.

In Dänemark sagte Königin Margrethe II. wegen des Coronavirus alle Feiern zu ihrem 80. Geburtstag Mitte April ab. Die Monarchin habe sich angesichts der Ausbreitung der Covid-19 Erkrankung und den Folgen für die Gesellschaft dazu entschlossen, dass alle vom Königshaus geplanten Aktivitäten und Veranstaltungen rund um den runden Geburtstag am 16. April ausfallen, teilte der Hof am Donnerstagabend mit.

"Dänemark und die Weltgemeinschaft befinden sich gerade jetzt in einer sehr schwierigen Situation", erklärte Margrethe, die nach ihrer Rückkehr aus ihrem Winterurlaub in Norwegen bis auf Weiteres auf Schloss Fredensborg rund 30 Kilometer nördlich von Kopenhagen bleiben wird. "Wir alle haben eine besondere Verantwortung, aufeinander zu achten und zusammen dazu beizutragen, dass Dänemark gut durch die großen Herausforderungen kommt, vor denen das Land steht."

rw / DPA