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Interview

Vox-Show "7 Töchter": Elena Carrière über ihre GNTM-Teilnahme: "Es ging immer um Entertainment und die Quote"

Elena Carrière ist beim neuen Vox-Format "7 Töchter" dabei und erzählt über ihr Leben als Promi-Tochter und Influencerin. Im Interview mit dem stern kommt sie auch auf ihre Teilnahme bei GNTM zu sprechen.

Elena Carrière nimmt bei "7 Töchter" teil

Elena Carrière erzählt beim neuen Vox-Format "7 Töchter" aus ihrem Leben als Promi-Tochter

Frau Carriere, Sie sind mittlerweile sehr erfolgreich, sind im TV zu sehen, haben sich eine eigene große Instagram-Community erschaffen und einen Model-Vertrag. Wie sehr hat es Ihnen geholfen, dass Sie aus einer bekannten Familie kommen? Oder haben der Name und das, was Sie von Zuhause kennen, mit all dem gar nichts zu tun?

Mein Name hat nur begrenzt was mit meinem jetzigen Erfolg zu tun, zumal man sich ja auch abseits der Familie und deren Errungenschaften absetzen möchte und beweisen sollte, wenn man etwas Eigenes und Echtes für sich selbst erschaffen möchte. Sonst würde man sich ja wie einige andere darauf ausruhen und dann kann man nicht von Erfolg sprechen, wie ich finde.

Einige Teilnehmerinnen von "7 Töchter" distanzieren sich bewusst von dem Erfolg Ihrer prominenten Eltern. Wie handhaben Sie das? 

Es bringt nichts, nicht offen mit seiner Herkunft umzugehen, warum sollte man sie verleugnen? Wir sind nun mal wer wir sind, und darauf kann man entweder stolz sein oder es nicht weiter zum Thema machen. Ich bin stolz auf meine Mutter und meinen Vater für ihren Werdegang und auch, wie sie mit all dem nach wie vor umgehen, unabhängig von "Berühmtheit" oder nicht.

Wie haben Sie die Scheidung Ihrer Eltern damals miterlebt? Das Ganze fand ja nicht hinter vorgehaltener Hand statt.

Ich war sehr jung, aber habe trotzdem schnell verstanden, dass die beiden nicht mehr zueinander passen und getrennten Wege gehen müssen. Dann war ich in Italien, und habe nichts von jeglicher Presse in Deutschland mitbekommen.

Wie würden Sie Ihre Kindheit beschreiben? Als behütet?

Ich hatte eine sehr schöne, ruhige und Patchwork-Familien-orientierte Kindheit. Ich lebte mit meiner Mutter und ihrem damaligen Mann, mein Vater kam mich besuchen und noch dazu lebte ich in der sichersten Stadt der Welt, Venedig. Ein Paradies für Kinder und Eltern.

Welche Beziehung haben Sie zu Ihrem Vater? Eine gute? Und zum Rest Ihrer Familie, wie Ihrer Halbschwester?

Wenn man mich und Mathieu zusammen gesehen hat, weiß man, dass wir eine sehr gute und spezielle Beziehung haben. Genauso wie zu meiner Mutter! Wir sind alle gute Freunde, respektieren uns gegenseitig und wissen immer, was beim anderen gerade passiert. So war es schon immer und dafür bin ich sehr dankbar.

Sie reisen unheimlich viel. Haben Sie denn einen festen Wohnsitz oder kommen Sie nie zur Ruhe und immer woanders unter?

Meine Base ist Hamburg, wo meine Eltern und die meisten Freunde in der Nähe wohnen. Mein Zweitwohnsitz ist derzeit Paris, da diese Stadt mich jedes Mal mit Lebensfreude und Energie erfüllt. Ich bin auf jeden Fall mindestens die Hälfte des Jahres – wenn nicht sogar öfter – unterwegs, aber solange man weiß, dass man einen Ort, Menschen und Energien hat, bei denen man jedes Mal, egal wie lange man weg war, aufgenommen wird und heimkehren kann, macht mir das nichts aus.

Was ist denn Ihre Haupteinnahme-Quelle? Das Modeln oder das Influencen? Oder vermischt sich das immer mehr miteinander?

Über Geld spreche ich generell nicht. Nichtsdestotrotz ist es allgemein bekannt, dass man allein durch klassisches Modeln noch nie besonders gut verdient hat, außer im Rahmen großer Kampagnen. Heute geht es vielmehr um einen 360 Grad-Mix: Modeln, Shootings, Influencer, Lifestyle, Personality. 

Sie haben vor ein paar Jahren an der Castingshow GNTM teilgenommen, sind Zweite geworden. Hat Ihnen das in Ihrer Karriere geholfen?

Topmodel war ein guter Startschuss. Wenn man die Chance nutzt, kann man die Sendung prima für eine weitere Karriere nutzen. Ich und mein Management sind dabei einen guten Weg zu finden, Möglichkeiten auszuloten, viel zu probieren und gemeinsam für mich das Beste zu erarbeiten. 

Wie schätzen Sie das Format heute ein? Augenscheinlich geht es dort ja nicht mehr so sehr ums Modeln, sondern vielmehr um eine besondere Persönlichkeit.

Es ging bei dem Format noch nie ums Modeln. Es ging immer um Entertainment und die Quote! Das ist auch ganz normal, weil es sich um ein emotionales Unterhaltungs-Format handelt. Der Unterschied von meiner Staffel zum jetzigen Umgang mit der Sendung ist, dass es noch nicht mal mehr unbedingt um die Persönlichkeit, sondern vor allem auch um das Thema Social Media geht. Die meisten Mädels, die sich dort anmelden wollen plötzlich Blogger oder Influencer werden ... Das war früher ganz anders.

Wie haben Sie es trotzdem geschafft, Fuß im Model-Business zu fassen? Was würden Sie anderen Mädels raten, die es Ihnen gleichtun wollen?

Ich glaube das hat ganz viel mit Glück, Schicksal, zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein zu tun. Es gibt keine Formel für den Erfolg, das würde glaube ich jeder halbwegs erfolgreiche Mensch so unterschreiben. Jeder hat ja auch unterschiedliche Stärken; nicht jedes Model ist gleich einsetzbar; nicht jedes Model kann als Influencer arbeiten und umgekehrt. Es vermischt sich heutzutage in dem Business so vieles. Das Wichtigste ist es, seine Stärken zu erkennen und diese auszubauen. 

Sie sind auf Instagram sehr aktiv, posten Stories, regelmäßig ziemlich perfekte Bilder. Ganz schön zeitaufwendig.

Ich investiere natürlich sehr viel Zeit in die Plattform zumal es nicht nur mein Job, mein Hobby und großer Teil meines Lebens ist, sondern ich möchte meiner Community auch etwas bieten. Es ist für mich nicht selbstverständlich, dass sich viele Menschen für mein tägliches Leben interessieren und wenn sie es schon tun, dann sollen sie auch guten Inhalt dafür bekommen. Content, der inspiriert, der motiviert, und vielleicht mal andere Sichtweisen auf neue Themen bringt. Ab und zu ist es aber auch wichtig sich eine kleine Insta-Auszeit zu nehmen.

Wie gehen Sie mit Kritik um? Trifft Sie das noch sehr?

Ich war immer relativ von Kritik befreit. Es gab sie zwar – vor allem zu der Topmodel-Zeit –, nur war diese mir immer relativ unwichtig. Nicht weil ich mich überheblich gefühlt habe, sondern weil mir einfach immer schon klar war, dass Menschen, die im Netz Hass verbreiten, nicht ernst zu nehmen sind und einen auch gar nicht auf einer persönlichen Ebene angreifen können, da sie einen einfach nicht kennen. Heutzutage bekomme ich wirklich nur noch wenig "Hate"-Kommentare. Ich glaube, die Menschen wissen einfach, dass ich mich authentisch gebe. Klar polarisiere ich ab und zu, aber entweder sie mögen es oder eben nicht.

Ich stehe klar zu meiner Meinung und meinen Werten ... Was soll man dagegen schon sagen? Das Leben ist halt Geschmacksache.

Ihr Account ist sehr ansprechend, Sie zeigen Ihren makellosen Körper, halten sich oft an schönen Orten auf. Vermittelt das für manche Ihrer Follower nicht vielleicht ein verzerrtes Bild der Realität?

Natürlich kann Instagram und seine augenscheinliche "Perfektion" sehr trügerisch sein. Und ich reihe mich bestimmt mit vielen dieser Menschen ein. Andererseits ist es so, dass ich immer wieder in meinen Stories und auch Videos in meinen Feed klar zeige, wenn es mir auch mal nicht so gut geht; ich auch mal nicht so gut aussehe, oder mich vielleicht auch einfach mal "vollgefressen" habe! Wie jeder andere Mensch eben auch! Ich glaube es ist gut, wenn man da einen Mittelweg für sich findet. Jedes Extrem ist nicht gut und könnte zu falschen Schlüssen führen. Es gibt immer etwas dazwischen und das sollte meiner Meinung nach auch deutlich mehr auf Instagram kommuniziert werden!

Wie hart wäre es für Sie, wenn Instagram auf einmal nicht mehr wäre?

Ich mache das ja nicht seit gestern und mir ist schon klar, dass die schnelllebige Welt auf Instagram nicht für immer bestehen bleiben wird. Man versucht sich etwas Eigenes aufzubauen, ich habe nebenbei Projekte für die Zukunft und natürlich auch schon ganz andere Job-Perspektiven als nur Content Creator zu sein. Trotzdem ist man emotional nicht auf den Moment vorbereitet, wenn es dann doch passiert, und die Community, die man sich über Jahre aufgebaut hat einfach so zu verlieren, den ganzen Austausch und das Feedback und die Inspiration nicht mehr haben zu können ... Das wäre schon sehr schade!

"7 Töchter" ist seit dem 9. Juli immer dienstags um 20.15 Uhr auf Vox zu sehen. Neben Elena Carrière erzählen Lilith Becker, Lili Paul-Roncalli, Lou Beyer, Caroline Bosbach, Laura Karasek und Cheyenne Ochsenknecht von ihrem Leben als Promi-Töchter.