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Epstein-Vertraute Ghislaine Maxwell Diese Maxwells - Chronik einer Familie von zweifelhaftem Ruf

Sehen Sie im Video: Epsteins Ex-Freundin Ghislaine Maxwell soll bei Missbrauch geholfen haben.


Ghislaine Maxwell, frühere Freundin und Geschäftspartnerin von Jeffrey Epstein, wurde wegen mutmaßlicher Beihilfe zu sexuellem Missbrauch Minderjähriger vom FBI festgenommen. Epstein war wegen des Missbrauchs Minderjähriger und Menschenhandel angeklagt gewesen, als er im August letzten Jahres tot in seiner Gefängniszelle aufgefunden worden war. Maxwell hat sich seither bedeckt gehalten und in diesem Luxusanwesen in New Hampshire versteckt. Nun wird sie beschuldigt Epstein bei sexuellen Straftaten geholfen zu haben. Sie soll Mädchen beschafft haben und auch selbst an Missbrauchshandlungen beteiligt gewesen sein. Die zuständige Staatsanwältin Audrey Strauss sagt: „Maxwell und Epstein sollen eine Methode gehabt haben, sie haben Freundschaften zu jungen Mädchen aufgebaut, haben so getan, als seien sie an ihrem Leben interessiert, haben sie ins Kino eingeladen und zu Shopping-Trips. Maxwell hat die Mädchen dazu ermutigt Epstein für Reisen oder ihre Schule zahlen zu lassen, so dass sie das Gefühl hatten bei Epstein in der Schuld zu stehen. Epstein soll in engem Kontakt mit mehreren Männern in machtpositionen gestanden haben, angefangen bei Präsidenten Trump, über Bill Clinton bis hin zum Britischen Prince Andrew.
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Vater Robert schuf aus dem Nichts ein Medienimperium. Bruder Kevin ging als Rekordbankrotteur in die Geschichte ein und Ghislaine sitzt wegen Missbrauchsmithilfe im Gefängnis - die Skandalchronik der Maxwells.  

Ghislaine Maxwell stammt aus einer Familie mit zweifelhaftem Ruhm. Als ihr Vater, Medienmogul Robert Maxwell, 1991 unter mysteriösen Umständen im Atlantik ertrank, hinterließ er einen Finanzskandal und ein marodes Medienimperium. Nun ist seine 58-jährige Tochter angeklagt, ihrem verstorbenen Ex-Freund, US-Milliardär und Sexualstraftäter Jeffrey Epstein, junge bis sehr junge Mädchen vermittelt zu haben. Damit knüpft sie an die Skandalchronik ihrer Familie an, die vor allem in den 90er Jahren für Schlagzeilen sorgte.

Der übermächtige Vater Robert Maxwell

Robert Maxwell führte ein Leben wie aus einem Roman, und tatsächlich wurden mehrere Bücher über ihn geschrieben. Nacheinander wurde er etwa verdächtigt, für den britischen, israelischen und sowjetischen Geheimdienst zu arbeiten. Als Sohn jüdisch-slowakischer Bauern, die von den Nazis ermordet wurden, schloss er sich mit 16 Jahren dem Widerstand an und trat schließlich in die britische Armee ein, die ihm seinen Namen gab.

1940 kam er mittellos nach Großbritannien. In den darauffolgenden Jahrzehnten baute er einen der weltweit größten Medienkonzerne auf. Auf dem Höhepunkt in den 80er Jahren beschäftigte sein Imperium - darunter die britische Mirror-Gruppe, das US-Verlagshaus Macmillan und die Berlitz Sprachschulen – 16.000 Menschen.

1964 stieg Robert Maxwell in die Politik ein und wurde für zehn Jahre Labour-Abgeordneter. Er traf die Großen der Welt wie etwa die US-Präsidenten Ronald Reagan und George W. Bush und den sowjetischen Staatschef Michail Gorbatschow. Als Arbeitgeber war er aber schon damals wegen seines autoritären Stils und seiner manchmal fragwürdigen Methoden umstritten. "Er konnte äußerst charmant sein, aber auch sehr brutal", sagte sein Sohn Kevin einmal. "Manchmal war er ein Tyrann".

Im November 1991 stürzte Robert Mawell vor den Kanarischen Inseln von seiner nach seiner Lieblingstochter benannten Yacht, der "Lady Ghislaine", ins Meer - und nahm ein letztes Geheimnis mit: War es Selbstmord, ein Unfall oder Mord? Für Ghislaine stand außer Zweifel, dass er ermordet wurde: Er habe "keinen Suizid begangen, das passt nicht zu seiner Persönlichkeit", sagte sie 1997 der Zeitschrift "Hello".

Nach Maxwells Tod wurde bekannt, dass in der Betriebsrentenkasse mehr als 400 Millionen Pfund fehlten, die zur Rettung defizitärer Unternehmen des Konzerns verwendet wurden. Der Ruf der Familie war ruiniert: Binnen eines Monats wurde "Bob" vom umjubelten Geschäftsgenie zum Betrüger.

Die verständnisvolle Mutter Elisabeth Maxwell

Elisabeth Maxwell war Französin - sie stammte aus einer protestantischen Familie in Lyon. Ihren Mann lernte sie kurz nach dem Krieg kennen und verbrachte 46 Jahre mit ihm. Sie hatten neun Kinder. Nach seinem Tod, der sie vollkommen mittellos zurückließ, verteidigte sie den Ruf ihres Mannes bis zuletzt.

"Er war ein großer Mann, in jeder Beziehung - ein Mann mit einem großen Herzen", erklärte sie 1991 in einem "Times"-Interview und erinnerte dabei an seine Jugend in Armut und seine von den Nazis ermordeten Eltern. Auf den Spuren seiner Familiengeschichte forschte sie über den Holocaust und förderte den Dialog zwischen Christen und Juden. 2013 starb sie im Alter von 92 Jahren in Frankreich.

Die Brüder Ian und Kevin

Zwei von Maxwells Söhnen, Ian und Kevin, arbeiteten eng mit ihm zusammen. Nach seinem Tod mussten sie sich wegen Beihilfe zum Betrug verantworten. Als Nummer zwei des Konzerns ging Kevin, der einstige Prototyp der verwöhnten und sorglosen Jugend der Oberschicht, als Rekordbankrotteur mit 406 Millionen Pfund Schulden in die Justiz-Annalen ein.

Seine Frau erklärte während des Prozesses, er habe kurz vor dem Tod seines Vaters erwägt, das Medienimperium wegen häufiger Konflikte mit seinem Vater zu verlassen: "Er wollte frei sein und uns erlauben, ein normaleres Leben zu führen".

nik/AFP

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