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Vertraute von Jeffrey Epstein Freunde verteidigen Ghislaine Maxwell: "Sie ist nicht Cruella de Vil"

Ghislaine Maxwell
Ghislaine Maxwell im Oktober 2016 bei einem Event in New York
© Sylvain Gaboury/Patrick McMullan / Getty Images
Seit ihrer Verhaftung sitzt Ghislaine Maxwell in einem New Yorker Gefängnis. Am Dienstag gibt es eine erste Gerichtsanhörung. Verbündete der 58-Jährigen versuchen nun, ihr öffentliches Image als "Monster" zu korrigieren.

Selten wurde eine Anhörung mit größerer Spannung erwartet: Am kommenden Dienstag wird Ghislaine Maxwell per Videostream aus ihrer Zelle in einem New Yorker Gefängnis in den Gerichtssaal geschaltet. Der früheren Vertrauten des verstorbenen Sexualstraftäters Jeffrey Epstein werden sechs Anklagepunkte vorgeworfen, darunter Verführung Minderjähriger zu illegalen Sexhandlungen und Meineid. Insgesamt drohen Maxwell bis zu 35 Jahre Haft.

Bei dem Termin soll auch über eine mögliche Freilassung auf Kaution entschieden werden. Fünf Millionen Dollar bietet die 58-Jährige - auch dank einflussreicher Freunde, die sie noch immer besitzt. Sechs Geschäftspartner Maxwells sollen für die Summe bürgen. Außerdem soll ein Anwesen in Großbritannien im Wert von 3,75 Millionen Dollar als Sicherheit dienen. 

Freunde verteidigen Ghislaine Maxwell

Vertraute Maxwells haben nun mit der britischen Zeitung "Daily Mail" gesprochen und gesagt, sie sei "nicht Cruella De Vil". "Sie wird gern als diese Schurkin aus dem Zeichentrickfilm dargestellt, aber das ist ein völlig falsches Bild", sagte ein Freund Maxwells dem Blatt. Cruella de Vil ist die Böse in der Disney-Geschichte "101 Dalmatiner", die Welpen stehlen lässt, um sich aus deren Fell einen Pelzmantel zu fertigen.

Ghislaine Maxwell wird beschuldigt, dem Unternehmer Jeffrey Epstein und zahlreichen seiner Freunde minderjährige Mädchen zugeführt zu haben, die die Männer dann sexuell missbrauchten. Auch gegen Maxwell selbst gibt es Vorwürfe der Vergewaltigung. 

Die Verbündeten der 58-Jährigen behaupten nun allerdings in der "Daily Mail", Ghislaine Maxwell hätte Jeffrey Epstein seit 15 Jahren nicht mehr persönlich getroffen. Und nicht sie sei es gewesen, die Prinz Andrew mit dem US-Unternehmer bekannt gemacht hätte.

Ghislaine Maxwell könnte als Kronzeugin fungieren

Dabei behauptete der Sohn der Queen in seinem BBC-Interview vergangenen November das Gegenteil. Auf die Frage, wie er Jeffrey Epstein kennengelernt habe, antwortete Prinz Andrew: "Ich traf ihn 1999 über seine damalige Freundin. Sie kannte ich, weil sie in Großbritannien die Universität besucht hat." Ghislaine Maxwell ist die Tochter des früheren britischen Medienmoguls Robert Maxwell, sie studierte in Oxford und hatte beste Kontakte in die obersten Kreise, in Großbritannien und in den USA. Sie dürfte mehr wissen als jeder andere Beteiligte im Fall Epstein.

Deshalb ist Maxwell nicht nur Angeklagte, sondern auch potenzielle Kronzeugin. Wenn sie belastendes Material besitzt, könnte sie durch einen Deal ihre eigene Strafe abmildern. Der eigentliche Prozess beginnt wohl erst im nächsten Jahr. Trotzdem dürften viele zittern, wenn Maxwell am Dienstag erstmals selbst spricht - und nicht nur ihre anonymen Freunde.

Quellen: "Daily Mail", "BBC"

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