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George Lucas: Warum der Zahn der Zeit an seinem Ruf nagte

75 Jahre weilt George Lucas nun schon auf Erden. Seinen größten Erfolg feierte er aber bekanntlich in einer weit, weit entfernten Galaxis.

George Lucas bei den Filmfestspielen von Cannes 2018

George Lucas bei den Filmfestspielen von Cannes 2018

Wie könnte sein Name erwähnt werden, ohne im selben Atemzug "Star Wars" zu sagen? George Lucas (75) hat sich einst die märchenhafte Sternensaga ersonnen, als Dank machte diese ihn - mit einigen cleveren Schachzügen seinerseits - zum Milliardär. Doch Lucas ist weit mehr, als "nur" der Kopf hinter dem "Krieg der Sterne", der in diesem Jahr mit "Der Aufstieg Skywalkers" einen runden Bogen zum ersten Teil von 1977 schlagen wird. Vor allem aber ist das Geburtstagskind, das am heutigen 14. Mai 75 Jahre alt wird, unter Fans der Reihe spätestens seit 1999 eines nicht mehr: unantastbar.

Wunderkind, Coppola-Assi und mit 30 Millionär

Früh begeisterte Lucas mit seinen Studentenfilmen die Professoren der University of Southern California. Und auch einen fünf Jahre älteren Mitstudenten wusste er zu überzeugen: Francis Ford Coppola! Der engagierte ihn für den Film "Der goldene Regenbogen" als Assistent, freundete sich mit ihm an und gründete gar sein eigenes Filmstudio American Zoetrope, wo er Lucas als stellvertretenden Geschäftsführer installierte.

Unter diesem Banner entstand schließlich auch Lucas' erster Spielfilm, die technisch und optisch eindrucksvolle, kommerziell aber wenig erfolgreiche Zukunftsdystopie "THX 1138" mit Robert Duvall in der Hauptrolle. Übrigens der erste von nur sechs Kinofilmen, bei denen Lucas selbst Regie führte. Und neben seinem Werk "American Graffiti", das 1973 in die US-Kinos kam, die einzige Regiearbeit abseits der "Star Wars"-Reihe.

Der Mega-Erfolg

Besagte Sternensaga erblickte bekanntlich 1977 das Licht der Kinowelt. Beim Auftakt "Krieg der Sterne" führte er noch selbst Regie, für die Nachfolger "Das Imperium schlägt zurück" sowie "Die Rückkehr der Jedi-Ritter" nahmen ihm zunächst Irvin Kershner, dann Richard Marquand diese Aufgabe ab. Lucas zeichnete aber weiterhin als Drehbuch-Co-Autor verantwortlich. Den größten Coup landete er aber mit der Tatsache, sich die Merchandise-Rechte an der Filmreihe zu sichern. Statt "nur" viel als Regisseur zu verdienen, verdiente er so gigantisch gut - dank Spielzeugen, Bettdecken, Fanartikeln und sonstigen Produkten.

Nur in 32 Kinos startete "Krieg der Sterne", schnell deutete sich aber ab, wie erfolgreich das Franchise werden würde. Nicht zuletzt dank eines neuen Stars namens Harrison Ford am Kino-Firmament, den Lucas für sich entdeckt hat. Der wirkte bereits bei "American Graffiti" mit und reifte durch "Star Wars" zu dem Filmhelden der 80er. Denn auch wenn seine zweite ikonische Rolle vor allem mit Regisseur Steven Spielberg in Verbindung gebracht wird, als erstes hat sich Lucas die Idee zu einem besonderen Hutträger mit Peitsche und Schlangen-Phobie ersonnen: Indiana Jones! Für alle vier Teile arbeitete Lucas am Drehbuch mit und produzierte sie auch jeweils.

Der Fan-Aufstand

Was war die Begeisterung groß, als kurz vor dem Millennium eine brandneue "Star Wars"-Trilogie angekündigt wurde, bei der erneut Lucas die Geschicke lenken und die Vorgeschichte von Anakin Skywalker, Obi-Wan Kenobi und Konsorten erzählen würde. Wo das junge Publikum hellauf begeistert war und sich eine brandneue Generation an Fans entwickelte, fielen Anhänger früherer oder gar erster Stunde dagegen reihenweise vom Jedi-Glauben ab. Zu kindlich, zu plump, zu dümmlich sei "Die dunkle Bedrohung", befanden viele. Und dann noch das nervige Kind und diese Midi-Chlorianer! Auch die beiden Nachfolger der Prequel-Trilogie versöhnten manch einen Fan nicht.

Ob sich Lucas deswegen im Oktober 2012 dazu entschied, seine Filmgruppe Lucasfilm an Disney zu verkaufen? Nun, die vier Milliarden US-Dollar, die er dafür einsackte, werden diese Entscheidung nicht schwerer gemacht haben, wohl aber sein Bankkonto. Der Rest ist bekannt - die dritte, von Disney produzierte Trilogie feiert im kommenden Dezember (19.) ihren Abschluss mit "Der Aufstieg Skywalkers".

Ein Menschenfreund

Obwohl er quasi sein gesamtes Leben im Rampenlicht verbracht hat, ist Lucas diese Aufmerksamkeit überhaupt nicht recht. Am liebsten verbringt er seine Zeit auf seiner üppigen Skywalker-Ranch, sogar aus der der Directors- und Writers-Guild sowie der Motion Picture Association of America ist er ausgetreten. Stattdessen betätigt er sich gerne als Philanthrop, hat etwa wie Bill Gates und Waaren Buffett versprochen, stets mehr als die Hälfte seines Vermögens für wohltätige Zwecke zu spenden. Genug für einen angenehmen Lebensabend bleibt ihm allemal.

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