VG-Wort Pixel

Ghislaine Maxwell Keine weiß mehr – warum Prinz Andrew vor dieser Frau zittern muss


Sie will aussagen: Ghislaine Maxwell könnte im Missbrauchsskandal um Jeffrey Epstein zur Kronzeugin werden. Mit möglicherweise katastrophalen Folgen für Prinz Andrew – und die britische Monarchie.

Queen Elizabeth II. wird am Donnerstag nicht erfreut gewesen sein, als sie diese Nachricht hörte: Ghislaine Maxwell wurde in den USA festgenommen. Die Tochter der britischen Verlegerlegende Robert Maxwell war im Palast einst gut gelitten. Sie war zu Partys auf Schloss Windsor geladen, besuchte die Geburtstagsfeier von Prinzessin Beatrice und galt als guter Umgang für Prinz Andrew. Maxwell hatte es geschafft. Sie verkehrte im inneren Zirkel der Royal Family. Was für ein Fehler.

Doch Ghislaine Maxwell ist viel mehr als eine Peinlichkeit. Mehr als eine Zufallsbekanntschaft, die inzwischen zur Persona non grata erklärt wurde. Die 58-Jährige ist eine echte Gefahr. Keine weiß vermutlich so viel über den Missbrauchsskandal von Jeffrey Epstein. Sie soll Mittäterin und willige Gehilfin gewesen sein. Und keine könnte Prinz Andrew so sehr belasten wie Ghislaine Maxwell und ihn mit in den Sumpf aus Missbrauch an Minderjährigen ziehen.

Ghislaine Maxwell will angeblich aussagen

Angeblich will Maxwell aussagen und auch "Namen nennen". Das berichtet die britische Zeitung "Daily Mail" unter Berufung auf Vertraute der Verlegertochter. Sie wolle vollständig mit dem FBI kooperieren. Maxwell soll nach ihrer Verhaftung im US-Bundesstaat New Hampshire, wo sie untergetaucht war, möglichst bald nach New York überstellt und dort zu den Anklagepunkten gegen sie befragt werden. Möglicherweise wird sie zur Kronzeugin, geht einen Deal mit der Staatsanwaltschaft ein, um sich selbst zu schützen. Für Andrew beginnt das große Zittern.

Es gibt zwei mögliche Varianten. Entweder Maxwell bestätigt die Version des Sohns von Königin Elizabeth II. Er habe von den Machenschaften Epsteins und ihr nichts gewusst und sei nur ein netter Bekannter gewesen, der gesellschaftliche Türen öffnen sollte und zufällig öfters zur falschen Zeit am falschen Ort war. Ein naives Dummchen, das von ihr und Epstein manipuliert und benutzt wurde. Oder aber sie erschüttert die Grundfesten der britischen Monarchie.

Ghislaine Maxwell
Ghislaine Maxwell (Archivaufnahme aus dem Jahr 1991)
© Jim James / DPA

Nämlich dann, wenn sie Prinz Andrew belastet. Sollte Maxwell die Aussage von Virginia Giuffre stützen, die dem Herzog vorwirft, sie als Minderjährige missbraucht zu haben, würde dies nicht nur Andrew in den Abgrund reißen, sondern zur größten royalen Krise seit der Abdankung von Edward VIII. führen. Dabei dürfte es keine Rolle spielen, ob überhaupt jemals Anklage gegen Andrew erhoben würde – diplomatische Immunität oder Verjährung könnten ihn möglicherweise davor schützen. Es wird allein darauf ankommen, welche Meinung sich die Öffentlichkeit über Andrew bildet. Die ist spätestens seit seinem missglückten Interview nicht sehr hoch.

Prinz Andrew bestreitet bislang alle Vorwürfe

Andrew hat alle Vorwürfe bislang strikt zurückgewiesen. Doch sollte er von Maxwell belastet werden, reicht das nicht. Will er seine Reputation nicht gänzlich verlieren, müsste er dann mit den Untersuchungsbehörden kooperieren und ebenfalls aussagen. Die New Yorker Staatsanwaltschaft hat vorsorglich bereits eine Einladung ausgesprochen. "Wir würden es weiter sehr gerne sehen, wenn er zu uns käme und mit uns sprechen würde", sagte Staatsanwältin Strauss am Donnerstagabend. Andrew reagierte überrascht. Das Team des Herzogs von York sei "verblüfft, angesichts dessen, dass wir zwei Mal mit der US-Justiz im vergangenen Monat kommuniziert haben", hieß es aus dem Umfeld Andrews. Bisher habe man keine Antwort erhalten.

Mit derartigen Ausreden wird sich Andrew vielleicht bald nicht mehr retten können. Auf ihn könnten unruhige Zeiten zukommen. Und Queen Elizabeth II. wird am Ende ihres langen Dienstes an der Krone möglicherweise ihre größte Krise erleben. Am Ende könnte es sogar sein, dass ihr die Kraft dafür fehlt und sie Prinz Charles um Hilfe bittet. Das könnte eine neue Ära einleuten.

Quelle: Daily Mail

mai

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker