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Klima-Aktivistin Greta Thunberg über ihr Leben mit Asperger: "Ich war ein seltsames Kind"

Greta Thunberg
Greta Thunberg spricht bei Klimaprotesten 2021
© NurPhoto / Imago Images
Greta Thunberg hat das Asperger-Syndrom – für sie allerdings keine Beschränkung, ganz im Gegenteil: Sie habe dadurch Vorteile im Kampf gegen den Klimawandel, sagte die Aktivistin in einem Interview.

Als Greta Thunberg zwölf Jahre alt war, wurde bei ihr das Asperger-Syndrom diagnostiziert. Bei Betroffenen dieser autistischen Entwicklungsstörung kann es zu Einschränkungen bei sozialen Interaktionen kommen. Fünf Jahre lang sprach sie nur mit ihren Eltern, ihrer Schwester und ihrer Lehrerin. Heute ist die 19-Jährige durch ihren Kampf gegen den Klimawandel eine der bekanntesten – und auch umstrittensten – Frauen der Welt.

Das Asperger-Syndrom war auf dem Weg dorthin kein Nachteil für sie, ist Greta Thunberg überzeugt. In einem Interview mit dem Magazin "Elle" sagte sie, durch das Syndrom habe sie Fehler bei der Bekämpfung des Klimawandels besser erkennen können. "Es hat mir geholfen, eine Menge Bullshit zu durchschauen", erklärte die Schwedin.

Greta Thunberg: "Ich war ein seltsames Kind"

In dem aktuellen Interview sprach die Schwedin auch ausführlich über ihre Kindheit. "Ich war ein sehr seltsames Kind", erinnert sie sich. "Ich habe nur mit vier Menschen gesprochen und war die ganze Zeit zu Hause. Ich konnte nicht mit Fremden reden oder essen."

Im Alter von 15 Jahren startete Thunberg ihren Schulstreik und setzte sich mit einem Protestschild vor das schwedische Parlament, um mehr Aufmerksamkeit auf den Klimawandel zu lenken. Daraus entstand über die Jahre die weltweite Bewegung "Fridays For Future".

Schon zuvor hatte sie das Asperger-Syndrom "ein Geschenk" genannt, ohne das sie sich nie so für das Klima engagiert hätte: "Ich sehe die Welt aus einer anderen Perspektive", sagte sie schon mit 16 Jahren.

Thunberg veröffentlicht Buch mit Beiträgen zur Klimakrise

Die Aufmerksamkeit habe ihr anfangs Angst gemacht, erzählte Thunberg, nach einer Weile habe sie sich aber daran gewöhnt. Mittlerweile tritt Thunberg auf Demonstrationen und Konferenzen auf der ganzen Welt auf, unter anderem vor den Vereinten Nationen.

Mit ihrer Andersartigkeit sei sie nicht die einzige in der Klimabewegung, erklärte die Aktivistin: "Viele in der Klimabewegung sind auf gute Weise sehr speziell, ganz anders als die Norm. Es ist wunderbar, dass wir diesen Raum gefunden haben, wo wir wir selbst sein können." Dort habe sie auch enge Freund:innen gefunden.

Ende Oktober erscheint Thunbergs Buch "The Climate Book". In dem Sammelband veröffentlicht sie Beiträge von Expert:innen und Forscher:innen zum aktuellen Stand der Wissenschaft in der Klimakrise. "Eine der Schlüsselbotschaften ist: 'Hören Sie nicht auf mich, hören Sie auf die Wissenschaftler, hören Sie auf die, die am meisten betroffen sind'", so Thunberg.

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Im Interview nahm die Klimaaktivistin auch Bezug auf die aktuellen Klimaziele: "Alle sagen, wir sind noch nicht im Einklang mit dem Pariser Abkommen, aber wir machen kleine Schritte in die richtige Richtung. Manche mögen es so betrachten, dass wir uns anstrengen, aber ich sehe es so, dass wir vom reinen Minimum dessen, was wir tun sollten, noch weit entfernt sind", so Thunberg weiter.

Quelle: "Elle" 

epp

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