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Ausverkaufte Konzerte Wer geht eigentlich zu Helene Fischer?


Sie füllt ganze Fußballstadien: Mehr als 900.000 Zuschauer werden in den nächsten Wochen bei Konzerten von Helene-Fischer erwartet. Doch wer geht da eigentlich hin? Eine Typologie der Fischer-Fans.
Von Jens Maier

Die S-Bahn ist so voll, als würde der HSV in der Champions League spielen: Doch statt Bier riecht es nach süßlichem Parfüm und statt Trikots gibt es beige Übergangsjacken zu sehen. Frauen mittleren Alters laben sich am Prosecco, obwohl Alkohol in den Öffentlichen Verkehrsmitteln eigentlich verboten ist. Egal. Heute wird über die Stränge geschlagen. Denn es ist ein besonderer Tag. Helene Fischer ist da.

Die Sängerin startete am vergangenen Dienstag ihre Konzerttournee in Rostock. 25.000 Menschen kamen. Ein Klacks gegen das, was ihr und ihren Fans noch bevorsteht. Am Donnerstag und Freitag spielte Helene Fischer an zwei Abenden hintereinander im Volksparkstadion. Und das vor ausverkauftem Haus. Zwei Mal fast 40.000 Zuschauer - Hamburg im Helene-Wahnsinn.

Fischer schafft, was sonst höchstens noch die Rolling Stones oder U2 hinbekommen: Sie füllt ganze Fußballstadien. Egal ob in Leipzig, in Wien oder in Gelsenkirchen - ihre komplette Tour ist fast ausverkauft. Am 4. und 5. Juli tritt sie sogar im Berliner Olympiastadion auf, vor jeweils zirka 60.000 Zuschauern. Als wäre der Papst persönlich da. Und das bei stattlichen Ticketpreisen von 60 bis 90 Euro.

Aber wer geht da eigentlich hin? Und warum?

Eine Typologie der Fischer-Fans:

1. Hausfrauen Sie hüten sonst zuhause die Kinder oder müssen sich ums Essen kümmern: Hausfrauen lieben Helene Fischer. Die Konzerte der 30-Jährigen sind die ideale Gelegenheit, um aus dem Alltag auszubrechen. Mit Prosecco und Musik werden die braven Hausfrauen zu Party-Hyänen. Frei nach dem Motto: "Die Hölle morgen früh ist mir egal."

2. Mitgeschleppte

Neben Scharen von feierwütigen Frauengruppen besuchen auch viele Pärchen die Helene-Fischer-Konzerte. Meist hat sie sich die Karte zum Geburtstag oder Weihnachten gewünscht, jetzt muss er mit. Dabei würde er doch viel lieber zuhause Fußball gucken. Doch heute geht's nach ihrer Pfeife.

3. Schwärmer

"Helene Fischer, das ist meine Traumfrau." Diesen Satz bekommt man bei Helene-Fischer-Konzerten häufig von Männern mittleren Alters zu hören. Kein Wunder, denn Fischer singt nicht nur gut, sondern sieht dabei auch aus wie ein Model. Das zieht bei den älteren Herren. "Und morgen früh küss ich dich wach" wird zur Wunschvorstellung.

4. Schwule

Viva la Diva. Helene Fischer ist eine Schwulen-Ikone. Homosexuelle lieben die blonde Sängerin vor allem deshalb, weil sie eine großartige Show macht. Kostümwechsel wie Kylie Minogue - wunderbar. Fischer ist ein Wesen aus einer anderen Galaxy. Alles glitzert und ist gut. Fast jeder Schwule hätte sie gerne zur Freundin.

5. Schlagerfans

Roland Kaiser, Jürgen Drews oder Howard Carpendale: Viele Schlagerstars der vergangenen Jahrzehnte sind mittlerweile im Rentenalter. Neue Idole gibt es nur wenige. Andrea Berg, vielleicht auch Andreas Gabalier. Aber Helene Fischer ist die unangefochtene neue Schlagergöttin. Wer früher "Santa Maria" oder "Hello again" gehört hat, erfreut sich nun an "Atemlos".

6. Helene-Hedonisten

Sie wollen vor allem eines: Spaß haben. Helene Fischer ist bei jüngeren Fans deshalb beliebt, weil ihre Konzerte eine riesige Party sind. Zwischen Karneval, Ballermann und Oktoberfest passt immer noch ein Helene-Auftritt.


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