VG-Wort Pixel

Er behandelte den Schauspieler "Wut und Eifersucht": Psychologe spricht über die Probleme zwischen Johnny Depp und Amber Heard

Johnny Depp vor Gericht
Johnny Depp vor Gericht
© Shaw Thew / Picture Alliance
Ihm vertraute sich Johnny Depp über mehrere Monate an: Im Verleumdungsprozess in Virginia wurde am Donnerstag die aufgezeichnete Aussage von Depps ehemaligem Psychologen Dr. Alan Blaustein gezeigt. 

Zwischen Oktober 2014 und Januar 2015 suchte Johnny Depp 18 Mal den Rat von Dr. Alan Blaustein. Grund war unter anderem die turbulente Beziehung mit seiner damaligen Verlobten, Amber Heard. 

Johnny Depp: Ehemaliger Psychologe sagt aus

Vor Gericht in Virginia wurde am Donnerstag eine aufgezeichnete Aussage des Mediziners vorgespielt. Blaustein gab einen Einblick in seine Arbeit mit Depp, aber auch in das Seelenleben des "Fluch der Karibik"-Stars. Er sprach von "Wut und Eifersucht", die Depp verspürt habe. "Es war eine sehr chaotische Beziehung mit vielen Schwankungen, Höhen und Tiefen. Viele Schwierigkeiten, emotionale Ausdrücke", sagte er. "Viel Wut auf beiden Seiten und hohe Intensität. Viel Liebe, viel Enttäuschung, viele Ängste", erklärte Blaustein. 

Depp habe, so der Psychologe, an der Wut arbeiten wollen, die er gegenüber Heard verspürte. In seiner Aussage verriet er außerdem, dass der Schauspieler bereits in anderen Beziehungen ähnliche Gefühle verspürt haben soll. Besonders seine starke Eifersucht sei ein Thema der Therapie gewesen. 

Traumatische Kindheit

Ein wichtiger Aspekt, den er erwähnte, ist Depps traumatische Kindheit. Bereits im Zeugenstand hatte der US-Amerikaner sich daran erinnert, wie seine eigene Mutter gewalttätig wurde und sein Vater häufig das Opfer ihrer Ausbrüche war. "Die Beziehung, in der er sich befand, erinnerte ihn an seine Beziehung zu seiner psychotischen Schwester und seiner Mutter", erklärte Blaustein dem Gericht und erinnerte sich, dass Depp Heard als "Nervensäge" bezeichnete. Außerdem erwähnte er Depps Zögern hinsichtlich einer erneuten Ehe. So soll der Schauspieler gesagt haben, er wisse nicht, ob er "mit 51 Jahren vielleicht nicht mehr heiraten" solle. 

"Sein Drogenkonsum, seine Hinwendung zu Drogen half ihm, den psychischen Schmerz zu lindern, den er erlebte", sagte er und erwähnte, dass Depp Marihuana, Alkohol und Opiate konsumiert habe. Versuche, ihn von den Drogen loszubekommen, seien nicht erfolgreich gewesen. Auch "Paranoia, Angst, Neid" seien Gefühle gewesen, mit denen sein berühmter Patient zu kämpfen gehabt habe.

Der Verleumdungsprozess von Johnny Depp und Amber Heard endet voraussichtlich am 27. Mai. 

ls

Mehr zum Thema



Newsticker